Gressenich ist ein Ort am Nordrande des Nationalparkes Eifel am Omerbach und seit der kommunalen Neugliederung von 1972 ein Ortsteil von Stolberg (Rhld.) im Kreis Aachen. Die Einwohnerzahl beträgt ca. 2.400. Gressenich liegt an der Grenze zu Eschweiler (dort Stadtteile Hastenrath und Scherpenseel) und Langerwehe (dort Ortsteile Hamich und Heistern).
Die ursprünglich römische Siedlung wird urkundlich bereits 842 erwähnt und ist somit deutlich älter als Stolberg selbst. Zusammen mit den Orten Vicht, Schevenhütte und Werth bildete Gressenich seit der napoleonischen Zeit (mit einer kurzen Unterbrechung) bis 1972 eine eigenständige Gemeinde zuerst im Kanton Eschweiler, seit 1815 im Kreis Aachen.
Die Postleitzahl ist "52224" seit 1993. Von 1961 bis 1972 war sie "5184", von 1972 bis 1993 "5190". Die Telefonvorwahl ist "02409".
König Ludwig II schenkte am 26. März 842 dem Kloster Inda die ´villa Crasciniacum´. Ludwig II., König von Bayern war Enkel vom Karl dem Großen. ´villa´ hießen damals die Königsgüter, deren Einträge zur Unterhaltung des fränkischen Königs und seines Gefolges dienten. In besonders großer Zahl lagen sie rings um die Kaiserpfalz in Aachen.
Crasciniacum heißt er bei seiner ersten urkundlichen Erwähnung 842, Grecenich 1109, Greznich 1234 und Gressenich seit dem 14. Jahrhundert.
1229 kaufen die Mönche von Kornelimünster Gressenich zurück.
1234 verleiht Otto II., Pfalzgraf bei Rhein, Herzog von Bayern, dem Grafen Wilhelm IV. von Jülich die pfalzgräflichen Lehen, zu denen u.a. die Vogtei in Korneliemünster und Gressenich gehören.
1336 wird der Vogt von Kornelimünster und Gressenich Markgraf.
Viele Ritter aus Deutschland leisteten im 14. Jahrhundert als Söldner Kriegsdienste in Italien. Zu diesen gehörten auch Hermann von Gressenich, der 1346 und 1350 in Modena nachgewiesen ist, und Haneken von Gressenich, der 1356 in Pisa war.
1445 ging Gressenich an den Ritter Wilhelm von Nesselrode über, zusammen mit der Herrlichkeit Stolberg und der Vogtei in Kornelimünster.
1530 führten die Bewohner des Ortes beim Abt von Kornelimünster Klage gegen den Wehrmeister des Herzoges in Jülich.
Am 8. August 1531 wird der ´Jülicher Vertrag´ abgeschlossen, der die Grenze zwischen dem Herzogtum Jülich und dem abteilichen Hoheitsgebiet von Kornelimünster festlegt. Diese Grenze teilte den Ort entlang des Omerbaches.
In der Zehntabrechnung des Dürener Forst- und Wehrmeisters aus dem 16. Jahrhundert finden sich Nachweise über den Erzbergbau in Gressenich.
1634 wurde die Kirche innerhalb der Kriegsereignisse des Dreißigjährigen Krieges von Soldaten beraubt.
1670 hat Abt Johann Balduin von Berg-Dürfendael mit dem Kölner Erzbischof einen Vergleich abgeschlossen, der in zwei Punkten auch Gressenich betrifft. Der Kölner Erzbischof erhält ungehindertes Visitationsrecht im Territorium des Abtei. Der Abt hat das Kollationsrecht und das Investiturrecht in den genannten Pfarreien.
1756 und 1760 gab es zwei starke Erdbeben in Gressenich, bei denen auch viele Schornsteine heruntergefallen sind.
Zum ersten Mal ist eine Bürgermeisterei (Mairie) Gressenich gebildet worden. Ihr Umfang ist auf der von französischen Kartografen angefertigten Tranchotkarte zu ersehen: Vicht, Mausbach und Krewinkel gehörten zur Bürgermeisterei Gressenich; Schevenhütte, Elle, Rott und Gracht dagegen zur Bürgermeisterei Heistern. Werth wurde Nothberg zugeschlagen. Gressenich gehört zum Kanton Eschweiler im Département de la Roer.
1814 wurden die Franzosen von den russischen Befreiern, den Kosaken, vertrieben.
1821 kam Gressenich durch die Bulle ´De salute animarum´ zum Dekanat Eschweiler, wie Mausbach, Vicht und Schevenhütte auch.
Um die Mitte des 19. Jahrhundert erreichte der Bergbau in der an Gressenich angrenzenden Erzgrube Diepenlinchen großtechnische Dimensionen. Diepenlinchen wurde zum Hauptarbeitgeber der hier ansässigen Bevölkerung. Bedingt durch den Tiefenausbau der Gruben wurden in dieser Zeit in zunehmenden Maße Primärerze gefördert.
1845 erließen die Preußen die Rheinische Gemeindeordnung, die eine Bildung von Spezialgemeinden vorschrieb. Dadurch wurde die Gemeinde Gressenich zerschlagen und wieder in den Grenzen von 1531 dargestellt.
1850 wurde das Kuriosum Spezialgemeinden aufgegeben. Gressenich, Mausbach, Vicht, Schevenhütte und Werth bildeten nun wieder die Gemeinde Gressenich bis zur kommunalen Neugliederung von 1972.
1882 hatte Schevenhütte 380 Einwohner, Vicht 750 Einwohner, Mausbach 1149 Einwohner und Gressenich 498 Einwohner.
1914-1918: 71 Männer aus Gressenich lassen im 1. Weltkrieg ihr Leben.
1938: In Gressenich werden zwei Westwallanlagen gebaut.
15. September 1944: Die 3. US-Panzerdivision wird vor Gressenich für zwei Monate, durch das Eingreifen der deutschen 9. Panzerdivision, gestoppt.
16. November 1944: In Verbindung mit einem Bodenangriff findet der größte Bombenangriff des 2. Weltkriegs auf Eschweiler, Weisweiler, Langerwehe, Düren, Jülich, Heinsberg, Hamich, Hürtgen und Gey statt. Am Abend kommt das 47. US-Infanterieregiment in Gressenich an.
Ab dem 18. November 1944 wurden Hastenrath und Scherpenseel erobert. Am 22. November fiel auch Eschweiler. Damit war die Front vorbeigezogen.
Im Jahre 1960 war die Grundsteinlegung für die neue Pfarrkirche, die an die Stelle der im Krieg zerstörten alten Kirche aufgebaut wurde.
Von 1961 bis 1972 gehört Gressenich postalisch zu Eschweiler: 5184 Gressenich (über Eschweiler).
1991 hatte Schevenhütte 795 Einwohner, Vicht 2.108 Einwohner, Mausbach 4.867 Einwohner und Gressenich 2.277 Einwohner.
Gressenich wird von den AVV-Buslinien 1 (Aachen Bushof - Schevenhütte), 42 (Schevenhütte - Stolberg), 26 (Gressenich - Hamich - Nothberg - Eschweiler Bushof) und EW 1 (Gressenich - Hastenrath - Eschweiler Bushof) bedient.
Gressenich verfügt über keinen eigenen Eisenbahn-Haltepunkt. Die nächsten beiden Bahnhöfe sind Langerwehe und Nothberg.
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