article

Grenzer_an_der_Berliner_Mauer.jpg | GrenzsoldatenDDR1989.jpges]] Die Grenztruppen der DDR wurden als militärische Einheit zur Überwachung der Staatsgrenze der DDR am 1. Dezember 1946 (noch unter der Bezeichnung Deutsche Grenzpolizei) gegründet. Den Grenztruppen gehörten 47.000 Mann an. Der weitaus größte Teil dieser Einheiten war eingesetzt, um DDR-Bürger an der Flucht in die Bundesrepublik Deutschland über die innerdeutsche Grenze (und nach West-Berlin über die Berliner Mauer) zu hindern. Vergleichsweise geringe Kräfte überwachten die Oder-Neiße-Grenze nach Polen, die Grenze zur Tschechoslowakei und die Seegrenze an der Ostsee.

In den Grenztruppen sollten vornehmlich sowohl "politisch und ideologisch zuverlässige" als auch in stabilen familiären Verhältnissen lebende Soldaten verwendet werden. Mit ein Grund dafür lag im "Schießbefehl", der zum Inhalt hatte, die Flucht über die Grenze mit allen Mitteln, also auch mit Waffengewalt und unter Inkaufnahme des Todes von Flüchtlingen, zu verhindern. Nicht zuletzt sollte die Zusammensetzung der Truppe gewährleisten, dass möglichst keine Grenzsoldaten die Gelegenheit zur Flucht wahrnahmen. Deshalb dienten kaum bzw. keine Soldaten mit engen verwandtschaftlichen Bindungen in die Bundesrepublik in den Grenztruppen. Ein ausgeklügeltes System der Diensteinteilung (kombinierter Einsatz von Soldaten passender Zuverlässigkeitsstufen zur gegenseitigen Überwachung) kam hinzu. Nach offiziellem Sprachgebrauch der DDR war ein Flüchtling ein Klassenfeind. Nach dem Strafgesetzbuch der DDR war ein Flüchtling kriminell. "Todesschützen" wurden vom Staat ausgezeichnet, ansonsten wurden diese "Grenzzwischenfälle" geheim gehalten.

Chefs der Grenztruppen der DDR


bzw. Vorgänger Deutsche Grenzpolizei, im Kommando Pätz bei Berlin:

  • 1952 Richard Smolorz
  • 1952-1955 Hermann Gartmann
  • 1955-1957 Heinrich Stock
  • 1957 Hermann Gartmann
  • 1957-1960 Paul Ludwig
  • 1960-1979 Generaloberst Erich Peter
  • 1979-1990 Generaloberst Klaus-Dieter Baumgarten
  • 1990 Generalmajor Dieter Teichmann als Chef GT/Chef Grenzsicherung

Struktur


Die Gesamtstärke der Grenztruppen betrug 1989 inklusive der Rückwärtigen Dienste (RD) 47.000 Mann. Die Grenztruppen gehörten nach sowjetischen Vorbild zuerst zum Ministerium für Staatssicherheit (MfS), dann zum Ministerium des Inneren und nach dem Mauerbau 1961 zum Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV). Von 1961 bis 1973 waren die Grenztruppen Bestandteil der NVA, danach wurden sie dieser ausgegliedert und direkt dem Ministerium für Nationale Verteidigung unterstellt. So konnten die Grenztruppen aus den Abrüstungsverhandlungen zwischen NATO und Warschauer Pakt herausgehalten werden.

  • Sitz des Kommandos der Grenztruppen: Pätz bei Berlin

  • Grenzkommando Mitte (Berliner Mauer), Berlin-Karlshorst
  • Grenzkommando Nord, Stendal
  • Grenzkommando Süd, Erfurt
  • Grenzkommando Küste, Rostock (mit Volksmarine der NVA)
  • Grenzabschnittskommando Polen, Frankfurt (Oder)
  • Grenzabschnittskommando CSSR, Pirna
An den östlichen Grenzen zu den "sozialistischen Bruderstaaten" taten nur 600 Grenzsoldaten Dienst. Jedes Grenzkommando war in mehrere Grenzregimenter und meist zwei Grenzausbildungsregimenter untergliedert.

Die Grenzbrigade Küste (GBK) nahm die Grenzaufgaben entlang der Seegrenze wahr, gehörte organisatorisch jedoch zur Volksmarine.

An Grenzübergangsstellen (GÜSt) zur Passkontrolle eingesetzte Mitarbeiter des MfS waren als "Paßkontrolleinheit" (PKE) nicht den Grenztruppen unterstellt, obwohl sie in den Uniformen der Grenztruppen auftraten.

Nach dem Mauerfall am 9. November 1989 wurden zunehmend auch Angehörige der Grenztruppen der DDR zur Passkontrolle eingesetzt, um den Ansturm an den GÜSt zu bewältigen.

Auf Beschluss vom Nationalen Verteidigungsrat (NVR) von Juni 1989 wurden die Grenztruppen bis zum 30. November 1989 neu formiert.

Mit der Umstrukturierung wurde die Anzahl der Führungsorgane von 50 auf 24 reduziert und der Personalbestand um ca. 17 Prozent verringert. An der Staatsgrenze der DDR zur BRD wurden die Führungsorgane von

aufgelöst und die Führungsorgane von

neu formiert.

Die Grenzbezirkskommandos wurden wie folgt gegliedert und disloziert:

  • Grenzbezirkskommando 1, Schwerin
mit den 3 Grenzkreiskommandos

  • Grenzbezirkskommando 2, Magdeburg
mit 5 Grenzkreiskommandos
  • Salzwedel / Osterburg
  • Klötze
  • Haldensleben
  • Halberstadt / Oschersleben
  • Wernigerode
  • 27 Grenzkompanien
  • 7 Reservegrenzkompanien

  • Grenzbezirkskommando 3, Erfurt
mit 4 Grenzkreiskommandos
  • Nordhausen
  • Worbis/Mühlhausen
  • Heiligenstadt
  • Eisenach
  • 22 Grenzkompanien
  • 5 Reservegrenzkompanien

  • Grenzbezirkskommando 4, Suhl
mit 4 Grenzkreiskommandos
  • Bad Salzungen
  • Meiningen
  • Hildburghausen
  • Sonneberg / Neuhaus
  • 29 Grenzkompanien
  • 4 Reservegrenzkompanien

  • Grenzbezirkskommando 5, Gera
ohne Grenzkreiskommando
  • 8 Grenzkompanien
  • 2 Reservegrenzkompanien

  • Grenzbezirkskommando 7, Karl–Marx-Stadt
ohne Grenzkreiskommando
  • 3 Grenzkompanien
  • 1 Reservegrenzkompanie

Die an der Staatsgrenze zur BRD dislozierten 4 Grenzausbildungsregimenter wurden zu 2 Grenzausbildungszentren umformiert:

  • Grenzausbildungszentrum 16, (Standorte Halberstadt und Dingelstedt)
  • Grenzausbildungszentrum 36, Plauen ( Standorte Plauen und Eisenach)

Beide Grenzausbildungszentren wurden führungsmäßig dem Kommando der Grenztruppen direkt unterstellt. Der Grenzdienst wurde am 1. Juli 1990 offiziell eingestellt. Die Grenztruppen wurden im September 1990 aufgelöst.

Weblinks


  • http://www.nva-grenztruppen.de
  • http://www.grenztruppen-der-ddr.de/ Veteranenseite
  • http://www.rhebs.de/mauer/ Erfahrungen eines Grenzsoldaten

Militär (DDR) | Grenze

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Grenztruppen der DDR".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld