Grenoble ist die Hauptstadt des französischen Départements Isère und der Region Dauphiné und im Südosten Frankreichs. Anlass der Stadtgründung war wohl die markante Lage in einer Talgabelung, wo sich die Flüsse Isère und Drac vereinigen.
Grenoble ist mit über 150.000 Einwohnern die größte Hochgebirgsstadt der Alpen, noch vor Innsbruck, mit dem es touristisch vieles gemeinsam hat. Es liegt etwa 150 Kilometer südlich von Genf, 100 Kilometer östlich von Lyon und 350 Kilometer nördlich der Côte d'Azur.
Im nahen Umfeld der Stadt befinden sich im Abstand weniger Kilometer alpine Berggipfel mit teils über 3.000 m Höhe; es sind dies das Bergmassiv des Vercors und die Gebirgszüge der Chartreuse sowie der Chaîne de Belledonne, den westlichen Ausläufern der französischen Alpen.
Seit dem 4. Jahrhundert ist Genoble Bischofssitz; im Jahre 879 kam es zum Königreich Burgund und hat seit dem Jahr 1242 das Stadtrecht. Die Universität wurde 1339 gegründet. 1349 kam Grenoble mit der gesamten Dauphiné an Frankreich.
Im 18. Jahrhundert war die Stadt vor allem für das Kunsthandwerk bekannt. Die in Grenoble wirkende Tischlerdynastie der Hache kam zu landesweiter Bedeutung, als ihr der Titel "Tischler der Herzöge von Orléans" verliehen wurde. Deren Werke sind heute noch im Musée Dauphinois in Grenoble zu bewundern. Bereits 1788 kam es in der Stadt zu einer antiroyalistischen Revolte, die den König dazu zwang, die Generalstände der Provinz einzuberufen. In der Revolutionszeit trug die Stadt vorübergehend den Namen Grelibre, ehe Napoleon sie wieder in Grenoble umbenannte.
Am 26. Mai 1944 hatte die Stadt unter einem schweren Bombardement zu leiden. Im Jahre 1968 fanden hier die X. Olympische Winterspiele statt. Unter gewaltigem finanziellen Aufwand (ca. 460 Mio €) wurde sie damals für die Großveranstaltung ausgebaut, denn Staatspräsident Charles de Gaulle wollte die Gelegenheit nutzen und Grenoble als Symbol für die Modernisierung Frankreichs präsentieren.
Die Stadt Grenoble unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten:
Der nächstgelegene Flughafen ist der etwa eine Autostunde entfernte Flughafen Lyon Saint-Exupéry in Lyon. Grenoble selbst verfügt nur über einen kleinen Regionalflughafen.
Eisenbahnlinien binden die Stadt in drei Richtungen an, Nordwest nach Lyon mit durchgehenden TGV-Zügen nach Paris sowie nach Valence, Nordost nach Chambéry und gen Italien durch den Mont-Cenis-Tunnel, dem ältesten großen Tunnel durch die Alpen, in südlicher Richtung die Bahnlinie nach Gap.
Grenoble war 1987 nach Nantes die zweite Stadt in Frankreich, die die Straßenbahn wiedereingeführt hat. Mit diesem modernen ÖPNV-System ging u. a. eine deutliche Aufwertung der Innenstadt einher.
Die Stadt verfügt über drei Universitäten mit insgesamt etwa 55.000 Studenten, nämlich die Universität Joseph Fourier (UJF, Grenoble 1, Naturwissenschaft, Technik, Medizin und Pharmazie), die Universität Pierre Mendès France (UPMF, Grenoble 2, Geistes- und Sozialwissenschaften) und die Universität Stendhal (Grenoble 3, Sprachen, Literatur, Sprach- und Kommunikationswissenschaften). Zur UPMF gehört auch die ESA, die Ecole Supérieure des Affaires (Handelshochschule). Ferner existiert mit dem Institut national polytechnique de Grenoble (INPG) eine Bildungseinrichtung vom Rang einer Universität, die neun Ingenieursschulen und zahlreiche Forschungslaboratorien umfasst.
Ebenfalls in Grenoble liegt die Großforschungseinrichtung europäisches Synchrotron (ESRF) und die Neutronenquelle des Institut Laue-Langevin (ILL). Der in Grenoble stationierte Teilchenbeschleuniger ist ebenso eine Besonderheit, die die Stadt auszeichnet.
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Das Musée de Grenoble beherbergt nach den Museen in Paris und Lyon die drittgrößte Kunstsammlung Frankreichs.
Bekannt ist Grenoble auch für seine Walnüsse, deren Herkunftsbezeichnung geschützt ist.
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