Minoischer_Flügelgreif_Kreta_asb_2004_PICT3486.JPG | Rostock Fünfgiebelhaus 3.jpg]]
Der Greif (lateinisch gryphus, dies aus altgriechisch γρυψ, gryps) ist ein Fabelwesen; der Sage nach lebt er in den Bergen und erreicht ein Alter von bis zu 60 Jahren.
Aussehen
Der Rumpf des Greifs ähnelt dem eines
Löwen und der Vorderleib samt Flügeln, Krallen und Kopf dem eines
Adlers. Es können aber auch die Hinterbeine von einem Adler und die Vorderbeine von einem Löwen vorkommen.
Arimaspeia'', dass er in
Indien und auf den
Rhipäischen Bergen die Goldgruben gegen die
Arimaspen bewache. Herder u. a. wollten (fälschlich) des
Moses Cherub in diesem Greif wiederfinden.
Aischylos lässt den
Okeanos auf ihm reiten und ihn vor seinen Wagen spannen.
Die Vorstellung von den Greifen stammt vermutlich aus dem Orient. Darstellungen von ihnen finden sich bereits an den Pforten von Persepolis und auf persischen und babylonischen Tapeten, dann auf Helmen, z. B. auf dem der Athene Parthenos des Phidias, auf Brustharnischen, auch auf Münzen, z. B. auf denen von Opus, Teos, Abdera etc., und als Arabesken, besonders auf römischen Säulen, sowie als Akroterien auf Tempeln.
Es gibt Vermutungen, dass die frühen Funde von Fossilien des Protoceratops, einem häufigen Dinosaurier, in der Wüste Gobi zur Vorstellung des Greifen führten. Er verfügte über einen Schnabel und einen entfernt löwenähnlichen Körper.
In der Antike galt der Greif als Symbol scharf blickender Klugheit und des Sehertums und ist daher Attribut des Apollon.
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Im Mittelalter glaubte man an das Vorhandensein des Greifen und führte ihn in den Bestiarien, den Naturgeschichten des Tierreichs, auf. Er fand in der Ornamentik, namentlich in der Textilindustrie, vielfache Verwendung und war auch in der dekorativen Plastik der Renaissance sehr beliebt.
In dem auf Schweizerdeutsch (Aargauer Dialekt) überlieferten Märchen der Brüder Grimm Der Vogel Greif reißt der Held Hans dem Christen fressenden "Vogelgrif" eine Feder aus dem Schweif. In einem anderen Grimm'schen Märchen, Das singende, springende Löweneckerchen, haust der Vogel Greif am Roten Meer.
Die so genannten „Greifeneier“, welche in den Inventaren mittelalterlicher und späterer Kirchenschätze und fürstlicher Schatzkammern vorkommen, sind als Pokale gefasste Straußeneier.
Heraldik
In der
Heraldik steht der Greif, ebenso wie der
Löwe, stets im Profil; der Kopf unterscheidet sich durch die spitzen Ohren vom Adler. Die vorgeworfenen Vorderfüße und die Flügel sind dem Adler, der ganze untere Teil des Körpers dem Löwen entlehnt. Der Schweif ist bald auf-, bald niedergeschlagen.
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Rostock_Wappen.pnger Wappen]]
Rügenwaldewappen.jpg (ehemals Rügenwalde)]]
Wappen, die das Symbol des Greifen enthalten:
- Städte:
- Anklam
- Altentreptow
- Balzers (FL)
- Białogard dt. (Belgard) (PL)
- Brzesko (PL)
- Darłowo, dt. (Rügenwalde) (PL)
- Demmin
- Debica (PL)
- Drawsko Pomorskie dt. (Dramburg) (PL)
- Freystadt
- Geising
- Golczewo (PL)
- Greifensee (CH)
- Greiffenberg (Uckermark)
- Greifswald
- Grimmen
- Grosseto
- Gryfino, dt. (''Greifenhagen), (PL)
- Gryfów Sląski, dt. (Greifenberg/Schl.), PL
- Jarmen
- Krosno dt. (Krossen), PL
- Leonding (AT)
- Malmö (SE)
- Niederorschel
- Nowe Warpno dt. (Neuwarp) (PL)
- Pasewalk
- Penkun
- Pyrzyce, dt. (Pyritz) (PL)
- Rostock
- Schramberg
- Schwedt
- Sławno, dt. (Schlawe) (PL)
- Stargard, dt. (Stargard) (PL)
- Swinoujście, dt. (Swinemünde) (PL)
- Szczecin dt. (Stettin) (PL)
- Szczecinek dt. (Neuenstettin) (PL)
- Tczew dt. (Dirschau) (PL)
- Torgelow
- Trzebiatów dt.(Treptow) (PL)
- Ueckermünde
- Wolgast
- Wolin, dt.(Wollin) (PL)
- Wolphaartsdijk (NL)
- Volterra (I)
- Zabierzów (PL)
- mehrere Gemeinden in Österreich
Firmenlogos mit einem Greifen:
Siehe auch
Anderes
- Berichte über Greifen beginnen in der griechischen Antike, ausführlich zuerst im Bericht des Aristeas.
- Ab 1241 führte das pommersche Herzogshaus den Greifen in seinem Wappen. Es wird deshalb auch als "Geschlecht der Greifen" bezeichnet. Das Haus starb 1637 mit dem Tod von Bogislaw XIV. in der männlichen Linie aus.
- Ein bundesdeutsches Segelschulschiff trägt den Namen Greif.
- In Kleinbasel (rechtsrheinischer Teil Basels) wird im Januar ein "Vogel Gryff" genannter volkstümlicher Festtag gefeiert, bei dem die drei heraldischen Figuren Greif (Gryff), Wilder Mann (Wild Maa) und Löwe (Leu) durch die Quartiere ziehen und traditionelle Tänze aufführen. Der Brauch geht auf militärische Musterungen des Mittelalters zurück.
- Nach der Bezeichnung der Ordnung der Raubvögel als Greifvögel wird die Bezeichnung Greif zuweilen fälschlicherweise als Kurzform zu Greifvögel verwendet.
Weiteres
Dynastie
Personennamen
Geschichte
Literatur
- Gebhardt, Harald und Ludwig, Mario: Von Drachen, Yetis und Vampiren - Fabeltieren auf der Spur. BLV-Verlag, München, 2005. ISBN 3-405-16679-9
- Stephani: ''Der Greif (in "Compte rendu de la commission archéologlque de St-Pétersbourg"). 1864
Mythischer Vogel | Greifswald
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