Bateson.jpgGregory Bateson (* 9. Mai 1904 in Grantchester; † 11. Juni 1980 in San Francisco) war angloamerikanischer Anthropologe, Biologe, Sozialwissenschaftler, Kybernetiker und Philosoph. Seine Arbeitsgebiete, die er stets systemisch analysierte, umfassten anthropologische Studien, das Feld der Kommunikationstheorie und Lerntheorie, genauso wie Fragen der Erkenntnistheorie, Naturphilosophie, Ökologie oder der Linguistik.
Batesons Gedanken und Arbeiten waren geprägt von philosophischen Überlegungen Platons, Immanuel Kants, Georg Wilhelm Friedrich Hegels, Ludwig Wittgensteins, psychologischen Überlegungen von Sigmund Freud und Carl Gustav Jung sowie der Typentheorie Bertrand Russells, wie auch von Kybernetikern wie Norbert Wiener, Warren McCulloch, John von Neumann mit seiner Spieltheorie und Claude Shannon mit seiner Informationstheorie. Seine Schriften hatten vor allem auf den österreichischen Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick und den deutschen Soziologen Niklas Luhmann Einfluss, schufen die theoretische Grundlage des Neurolinguistischen Programmierens, wirkten ferner auf die New Age-Bewegung und speziell in Form seiner bedeutenden Doppelbindungstheorie auf Familientherapie und Systemtherapie.
Gregory Bateson wurde am 9. Mai 1904 in Grantchester, England, als dritter Sohn des Genetikers William Bateson geboren. 1922 begann Gregory Bateson an der Universität von Cambridge zunächst Zoologie, ab 1925 Anthropologie zu studieren, bereiste im Rahmen des Studiums Neu-Guinea und schloss es mit einer Dissertation über einen neu-guineischen Stamm namens Iatmul, einer Dissertation, die 1932 in der Zeitschrift Oceania abgedruckt wurde, ab. Später reiste Bateson erneut zu den Iatmul nach Neu-Guinea. Es entstand sein erstes Buch mit dem Titel Naven. A Survey of the Problems suggested bye a Composite Picture of the Culture of a New Guinea Tribe drawn from Three Points of View.
In jener Zeit auf Neu-Guinea machte Bateson erstmals Bekanntschaft mit der Naturwissenschaftlerin Margaret Mead, die er drei Jahre später heiratete. Ihre Forschungen im Jahre 1936 auf Bali mit Fokus auf die balinesische Charakterbildung, mündeten in einem für jene Zeit in seinem Medium wegweisenden Bericht; Die Untersuchungen stützten sich primär auf filmische und photographische Dokumentation. 1938 kam ihre gemeinsame Tochter Mary Catherine Bateson zur Welt. Sie wurde später Ethnologin und schrieb ihre Erinnerungen an die Eltern in ihrem Buch Mit den Augen einer Tochter nieder. Ein Jahr später siedelte die Familie in die USA über - Bateson arbeitete fortan als Sozialwissenschaftler, ab 1942 in den Wirren des zweiten Weltkriegs für das Office of Strategic Services in Indien, China, Burma, Ceylon. Nach dem Krieg war Bateson Gastprofessor an der New School for Social Research in New York, an der Harvard University, der University of California Medical School in San Francisco und am Veterans Administrations Hospital, wo er ethnographische Interviews mit Psychiatern führte. 1951 heiratete er ein zweites Mal, die Ehe hielt diesmal acht Jahre und schenkte ihm einen Sohn, danach folgte eine dritte Heirat, aus der eine Tochter hervorging.
Sein wissenschaftlicher Werdegang zentrierte sich von 1951 bis 1962 an der University Standford, an der er eine Gastprofessur annahm. In jener Zeit befassen sich seine Studien und Bücher zunehmend mit Kommunikationstheorie und Psychologie; Er entwickelte seine bekannte Doppelbindungstheorie. 1965 wurde Bateson von der Oceanic Foundation auf Hawaii eingeladen, bei Forschungen bezüglich tierischer und menschlicher Kommunikation, Forschungen, die etwa Kreativität bei Delphinen nachweisen werden, mitzuarbeiten – sieben Jahre blieb er als außerordentlicher Forschungsleiter auf Hawaii, sieben Jahre, in denen er den Großteil der Texte schrieb, die später in der Artikelsammlung Ökologie des Geistes erschienen. 1973 nahm Bateson eine Gastprofessur am Kresge College an, drei Jahre später wurde er Mitglied des Verwaltungsrats der University of California. 1978, sechs Jahre nachdem er von Hawaii nach Kalifornien übersiedelte, schrieb Bateson sein letztes Buch, Geist und Natur, zwei Jahre später starb Gregory Bateson an Lungenkrebs im alternativen Esalen Institute in San Francisco.
Bateson verstand sich nicht als Vertreter einer Fachdisziplin, sondern als Kybernetiker, Systemiker oder Ökologe - Begriffe, die er fast synonym verwendete. Zugleich sperrte er sich dagegen, von bestimmten gesellschaftlichen Strömungen vereinnahmt zu werden. So kritisierte Bateson zwar einerseits das reduktionistische Denken der etablierten Wissenschaft, andererseits aber auch jegliche Form anti-intellektueller Tendenzen in der sogenannten Gegenkultur und der amerikanischen Studentenbewegung. Obwohl er das Ende seines Lebens im Esalen Center verbrachte - dem Zentrum alternativer Therapien und spiritueller Lebensformen - blieb ihm jegliche Form esoterischen Gedankenguts immer suspekt.
So ist neben Batesons generell systemischen Zugang die Verbindung aus lockerem und strengem Denken ein Merkmal seiner Arbeitsweise. Lockeres Denken steht hierbei für ein eher spekulatives, auf Fantasie und Intuition beruhendes Vorgehen; strenges Denken dagegen für logische Schlussfolgerungen und formale Analysen.
Gregory Batesons erste publizierten Arbeiten, seine Dissertation und Naven, waren vom Strukturfunktionalismus des Bronislaw Malinowski und speziell des Alfred Radcliffe-Brown geprägt: Bateson unternimmt den Versuch die Kategorien der klassischen Ethnologie mit Begriffen wie Struktur und Funktion zu ergänzen: Seine Methodik wurzelt in der Sammlung von Beobachtungen, Daten kulturellen Lebens, und der weiteren Ausdifferenzierung in vereinzeltes oder aber funktionelles, kulturell standardisiertes Verhalten. Wenn das Besondere standardisiert und funktionell erscheint und somit zum Allgemeinen erhoben wird, kann der Forscher von einer Prämisse sprechen. Jene Prämissen können nun syllogistisch verbunden werden, deren Resultate angeordnet, das Wesenhafte der jeweiligen Kultur, die Kulturstruktur structure, illustrieren. Neben der Kulturstruktur, ergibt sich die Sozialstruktur structure, die die soziale Funktion einer Gesellschaft, die Bedürfnisse von Gruppen von Individuen zu stillen, darstellt.
Bateson vermutet eine Konfiguration in einer Kultur, die die Menschen in ihr normt. Die Konfiguration wird in zwei Teile unterschieden: Ethos und Eidos. Das Ethos repräsentiert die genormte Organisation von Emotionalität und Instinkten, Eidos eine Standardisierung des Intellekts, die sich in der Kulturstruktur manifestiert. Die Manifestation des standardisierten Intellekts erklärt sich im abstrahierenden Weg von den Prämissen über die der spezifischen Kultur inhärenten Logik zum Kulturbegriff.
Bateson beleuchtet folglich in Naven Institutionen, die funktionell ineinandergreifen und die Bedürfnisse von Gruppen bedienen, in dreifacher Weise; Die strukturelle Perspektive, also das Eidos, die affektive Perspektive, also das Ethos, und die soziologische Perspektive dienen als analytische Eckpfeiler.
Mit Naven beginnend, setzen sich Antworten auf kulturelle Fragen bei Bateson fest, die er bis zu letzt vertreten wird: Er verneint die Glaubwürdigkeit von Aussagen über interkulturelle Ähnlichkeiten, vertritt demzufolge einen Kulturrelativismus, und verneint weiters die Vorstellung des Menschen als bloßes Produkt der Kultur, wie auch als bloßes Produkt seiner Gene, und versteht ihn daher als ein aus Kultur und genetischer Disposition Wachsendes. Auch wird in Naven der von Bateson erdachte Begriff der Schismogenese - erstmals von ihm in Kulturberührung und Schismogenese behandelt - weiter entwickelt und zu einem zentralen Konzept.
Batesons Studien im Rahmen der psychologischen Kriegsführung für die Vereinigten Staaten von Amerika während des zweiten Weltkriegs markieren den Anfang von Batesons Lerntheorie, die er jahrelang präzisieren wird: Jene Studien konzentrieren sich einerseits auf die Entwicklung und Zuständlichkeit von Nationalcharaktern und Moralitäten und prinzipiell schismogenetischen Beziehungsmustern in Interkulturalität, sowie auf die Ursache für individuelle und kollektive Charakterzüge, die nicht ausschließlich aus der genetischen Disposition des Menschen, sondern eben auch als Summe des Lernens verstanden werden müssen. Bateson stellt eine von Bertrand Russells Typentheorie inspirierte Hierarchie des Lernens auf:
1951 veröffentlicht Bateson gemeinsam mit Psychiater Jürgen Ruesch Kommunikation: Die soziale Matrix der Psychatrie. Nebst ontogenetischen Analysen versucht sich vor allem Bateson vermöge der Studie, die sich Untersuchungen der Kommunikation zwischen Maschine, Tier und Mensch bedient, ein formales Bild von Kommunikation zu zeichnen. 1952 ergründete Bateson gemeinsam mit William F. Fry, John H.Weakland und Jay Haley in der sogenannten Palo-Alto-Gruppe Paradoxien der Abstraktion in der Kommunikation, so der Titel des Forschungsprojekts, mit Hauptaugenmerk auf daraus resultierenden psychischen Erkrankungen. Ergebnis dieser Arbeit war die populäre und vor allem anerkannte Doppelbindungstheorie sowie überhaupt die ersten grundlegenden Theorien zur menschlchen Kommunikation. Paul Watzlawick Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien ISBN 3-456-82825-X
Grundbedingung jedweder Kommunikation ist Wahrnehmung und die komplexe Verarbeitung von Information in einem Organismus, der sich in einem Subjekt-Objekt-Verhältnis zu existieren weiß. Es bedarf weiters an Gestaltwahrnehmung sowie Abstraktionsebenen im Kommunizierenten. Kommunikation funktioniert folglich in der Introspektion, zwischen interagierenden Subjekten, Gruppen und Kulturen: Ist dies gegeben, erscheint die Welt nach erfolgter Kodierung im Subjekt, und wird nach einer Evaluation der Bildteile subjektiv in der Gewichtung modifiziert. Die folglich prinzipiell stark subjektiv interpretierte Welt, wird durch jede Mitteilung beziehungsweise Information weiter subjektiviert: Eine Information motiviert indem sie etwas über sich sagt, eine vom Subjekt konstituierte Information über die Vergangenheit, der Nachrichtenaspekt jeder Information, und über die Zukunft, der Kommandoaspekt jeder Information.
In Kommunikation zwischen Menschen ist zudem Metakommunikation eine außerordentlich wichtige Säule des gegenseitigen Verständnisses: Metakommunikation ist ein, wenn man so will, kommunikativer Oberton beziehungsweise eine tatsächlich ausgesprochene Mitteilung, die eine andere Mitteilung klassifiziert, in einen anderen Kontext oder in einen präziseren Kontext bringt. Widersprüche zwischen Mitteilung und Metamitteilung, dementsprechend kommunikative Paradoxa, sind einerseits Bestandteil des Spiels, Humors, Kreativität, außerhalb dieser Bereiche jedoch pathologisch, führen sie doch unter Umständen zu Schizophrenie, respektive mit der zusätzlichen Perspektive der Lerntheorie zur Doppelbindungstheorie.
In Batesons Theorien ist sonach vor allem der Begriff des Kontexts ein zentraler. Kontext ist als Muster in der Zeit zu verstehen: Kommunikation, Handlungen, Zustände haben ohne Kontext keine Relevanz und sind in ihrer Bedeutung entstellt - sie können sich nicht selbst erklären, sondern müssen in Relation gesetzt werden. So bedarf es in menschlicher Kommunikation wie auch in der Kommunikation der genetischen Programmierung des Einzellers mit dem tatsächlichen Werden des Einzellers an Kontext.
Bateson, der Biologe, bedient sich in seiner Suche nach Mustern in der Welt gängiger Erkenntnisse der Phylogenese; So existieren Muster im Körperaufbau eines Phänotyps, innerhalb des Körperaufbau eines Taxons und schließlich zwischen Taxa. Hierbei wird zwischen phylogenetischer Homologie und serieller Homologie unterschieden: Phylogenetische Homologie ist interspezifische Ähnlichkeit und Ähnlichkeit zwischen Taxa, serielle Homologie, die serielle Wiederholung von Mustern innerhalb eines Lebewesen. Bateson ergänzt die Begriffe: Serielle Homologie ist Verbindung erster Ordnung, phylogenetische Homologie Verbindung zweiter Ordnung und letztlich ist der Vergleich des phylogenetisch-homologischen Vergleichs Verbindung dritter Ordnung. Über diesen Weg findet Bateson zum formal-abstrakten Gedanken, dass das entscheidende Muster ein Metamuster sein muss, demnach eine Verbindung hoher Ordnung. Die Logik des Metamusters veranschaulicht Bateson mit Hilfe der Gegenüberstellung zweier Syllogismen:
Während Bateson Sachverhalte in der unbelebten Welt durch den Modus Barbara erklärt, seien Sachverhalte in der belebten Welt in der Logik des Modus Gras zu verstehen. Da im Belebten Muster und Relationen entscheidend sind, ist eine Logik, die sich auf scheinbar autonome Dinge konzentriert, wie es im Modus Barbara geschieht, fehl am Platz. Bateson formuliert hier also den Gedanken, dass das Belebte und dessen Sachverhalte in einer metaphorischen Sprache begriffen werden müssen. Was aber ist Bedingung für das evolutionäre Metamuster? Es ist der geistige Prozess.
Bateson stellt sich vorab gegen René Descartes Trennung von Geist und Materie. Der transzendente Geist wird abgelehnt: Den Glaubensatz des Dualismus von Leib und Seele verwirft er mit der Einführung Carl Gustav Jungs Begriffen Pleroma, welches das Unbelebte, die Materie beziehungsweise die Welt der Energie darstellt, und Creatura, die das Belebte, den Geist beziehungsweise die Welt der Information darstellt. Hier also führt Bateson eine kybernetische Begriffsdefinition ein: Geist und somit die Welt der Information ist die Welt des Unterschieds; Ein Organismus, der auf einen Nervenimpulse reagiert, reagiert nicht primär auf die Energie, sondern auf den entstandenen Unterschied. Ein geistiger Prozess ist für Bateson somit Wahrnehmung von Unterschieden, Wahrnehmung von Information und auch Austausch von Information, folglich Kommunikation auf der kleinsten und größten Ebene, in Interkulturalität wie auch in der Epigenese, in der Evolution. Denken und Evolution funktionieren also nach dem selben stochastischen, geistigen Prozess.
Bateson skizziert jene Systeme mit Möglichkeit zum geistigen Prozess indem er ihnen insgesamt sechs Merkmale zu spricht: ebda. S. 114 ff.
Mit den sechs bewussten Merkmalen muss naturgemäß eine Neudefinition des Individuums erfolgen, "der individuelle Nexus von Bahnen, den ich als 'Ich' bezeichne, ist nun nicht mehr so kostbar, weil dieser Nexus nur ein Teil des größeren Geistes ist." Bateson, Gregory: Ökologie des Geistes, S.597
Batesons Geist- und somit Naturtheorie äußert sich in Form einer kybernetischen Ethik beziehungsweise Gesellschaftskritik – Bateson zählt in Die Wurzeln ökologischer Krisen welt- und selbstgefährdente Manifestationen prävalenter zweckorierntierter Charakterzüge und Lebensweisen auf:
Die Kritik an der Lebenspraxis des Menschen ist also vor allem eine Kritik an der Idee der Macht; Der Mensch glaubt sich dem unstillbaren Mythos der Macht verpflichtet, und begreift gleichsam nicht das zirkulär-kausale System, in dem er wirkt – tödliche Trugschlüsse für Natur und Mensch.
Batesons Religionsbild war stark von seinen ökologischen Überlegungen geprägt. Bateson wuchs in einer atheistischen Familie auf. Allerdings hatte schon sein Vater darauf Wert gelegt, ihnen religiöses Wissen und die Bibel zu vermitteln, damit aus seinen Söhnen keine "hirnlosen Atheisten" werden. Bateson blieb atheistisch in dem Sinne, dass er jegliche übernatürlichen Wesen und übernatürlichen Mächte ablehnte. Das Heilige und die Grundlagen für Spiritualität suchte er vielmehr innerhalb der ökologischen Zusammenhänge.
Mit Batesons Postulat einer Einheit der Biosphäre wendet er sich am Ende seines Lebens mit dem von seiner Tochter fertig gestellten Buch Wo Engel zögern gegen die vorherrschenden Glaubensbilder, die sich zwischen Materialismus und Supranaturalismus ansiedeln. Bateson sieht den Ursprung der Religion nicht, wie viele andere Forscher seiner Zeit, im magischen Denken, sondern im Totemismus begründet, und somit in der spirituellen Verbundenheit mit der ökologischen Umwelt. Magie dagegen stellte er als eine degenerierte Form von Religion dar: Er sei überzeugt, schrieb Bateson, dass Regentänze ursprünglich nicht dazu dienten, es regnen zu lassen, sondern einen Ausdruck der Verbundenheit mit der Umwelt darstellten. Bateson sprach in diesem Zusammenhang vom Gott "Eco" (Öko).
Bateson fordert eine bewusstseinslose und kommunikationslose Religionspraxis, in der schlicht das Ganze, die den einzelnen Menschen und die Menschheit übersteigenden Organisationsaggregate, durch die Erfahrung des unritualisierten Heiligen geehrt werden. Das Kommunikationslose und Bewusstseinlose spielt eine tragende Rolle: Wird das Heilige bewusst gemacht, ist gleichsam ob der gängigen wissenschaftlichen Erkenntnismethodik, dem Zwecklosen ein Zweck zugesprochen und das Wesenhafte des unsubstantiell Ideenhaften in einer Verdinglichung verkehrt.
In Mind and Nature äußerte Bateson bereits die Idee, dass er sich in seinem nächstes Werk mit "dem Schönen, dem Heiligen und dem Bewusstsein" befassen würde, weil diese in vieler Hinsicht rätselhaften Phänomene aus seiner Sicht miteinander zusammenhingen. Tatsächlich verfasste er noch einige Kapitel, die seine Tochter Mary Catherine Bateson durch eigene Kapitel ergänzte und als gemeinsames Werk Angels Fear heraus brachte.
Bateson spielte in der Entwicklung der Kybernetik eine entscheidende Rolle. Er war es, der bahnbrechende systemtheoretische und kybernetische Denkansätze in die Sozial- und Humanwissenschaften einführte; er gilt daher heute als geistiger Vater der systemischen Therapie.
Daneben ist Bateson u.a. wegen der Entwicklung der psychologischen Doppelbindungstheorie bekannt. Seine Vermutung, dass Doppelbindungen maßgeblich verantwortlich sind für die Entstehung von Schizophrenien, hielt empirischen Studien jedoch nicht Stand.
Obwohl er viele noch heute gültige biologische Prinzipien formulierte und systemisch begründete, hat er in der Biologie am wenigsten Spuren hinterlassen, wohl aber in der Ästhetik, wo jüngere Publikationen seine Ideen aufgreifen. Gábor Paál: Was ist schön? Ästhetik und Erkenntnis. Würzburg 2003. ISBN 3826024257
Mann | Anthropologe (20. Jh.) | Soziologe (20. Jh.) | Philosoph (20. Jh.) | Biologe | US-Amerikaner | Geboren 1904 | Gestorben 1980
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