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Greenpeace
 

Gp-esso.jpg Greenpeace * ist eine internationale Umweltschutzorganisation.

Geschichte


Die Organisation entstand Anfang der 70er Jahre in Vancouver (Kanada) im Umfeld von Atomkraftgegnern und Pazifisten, die gegen die US-amerikanischen Atomtests protestierten. Einige Aktivisten mieteten einen Fischkutter und fuhren in das Testgelände, um so die Zündung der Bomben zu verhindern. Zu den Gründungsmitgliedern gehörte unter anderem Patrick Moore, der später sieben Jahre lang Präsident von Greenpeace International war, inzwischen jedoch zu einem radikalen Kritiker dieser Umweltschutzorganisation und aus ökologischen Gründen zu einem Befürworter der Kernenergie geworden ist.

Später wurde die Organisation bekannt durch medienwirksame Aktionen zum Schutz der Wale, die durch die industrielle Jagd von der Ausrottung bedroht waren (und sind), bei denen sich Greenpeace-Mitglieder mit Schlauchbooten zwischen die Harpunen der Walfänger und die Wale manövrierten. Im Jahr 1985 demonstrierte Greenpeace gegen französische Atomwaffentests auf dem Mururoa-Atoll. Um sich des lästigen Gegners zu entledigen, ließ die französische Regierung durch ihren Geheimdienst das Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior versenken, welches in Auckland (Neuseeland) vor Anker lag. Dabei kam der portugiesische Fotograf Fernando Perreira ums Leben.

Den größten von der deutschen Öffentlichkeit wahrgenommenen Erfolg erreichte die Organisation 1995, als sie den Konzern Shell nach einem monatelangen Medienkrieg dazu bewegen konnte, auf die Versenkung der Ölplattform Brent Spar im Atlantik zu verzichten und zudem im Jahr darauf international ein Versenkungsverbot für Ölplattformen im Nordatlantik festgeschrieben wurde.

Greenpeace hat im Laufe dieser Kampagne falsche Angaben über die Ölmenge an Bord der Plattform gemacht und dies später der Öffentlichkeit gegenüber auf einen „Meßfehler“ zurückgeführt. Dies hat der Organisation Glaubwürdigkeit genommen und sich zudem im Laufe der Jahre zu dem Gerücht hochgeschaukelt, die Organisation habe die Kampagne bewusst mit falschen Zahlen geführt und die Öffentlichkeit betrogen.

Greenpeace in Deutschland


Der Verein Greenpeace e.V. ist in Hamburg ansässig. Bekannt wurde die Organisation hierzulande auch durch ihre Proteste gegen die Dünnsäureverklappung in der Nordsee und gegen den Chemiekonzern Boehringer.

Struktur & Finanzen

Das oberste Beschlussgremium in Deutschland ist die 40-köpfige Mitgliederversammlung. Hier sitzen zu gleichen Teilen (jeweils 10 Personen) Mitarbeiter von Greenpeace Deutschland, Mitarbeiter von ausländischen Greenpeace-Büros, Personen aus dem öffentlichen Leben sowie ehrenamtliche Mitglieder. Diese 40 Mitglieder werden nicht von den Fördermitgliedern gewählt, was Greenpeace schon den Vorwurf eingebracht hat, eine undemokratische Organisationsstruktur zu haben. Die Organisation verweist hingegen auf die höhere Effizienz, Schnelligkeit und Unabhängigkeit dieser Organisationsform. Bei basisdemokratischen Mitgliederversammlungen sei meistens nur ein Bruchteil der Wahlberechtigten anwesend, was es Splittergruppen (oder Industrielobbyisten) leicht machen würde, ihre Stimmmacht zu missbrauchen. Greenpeace hat in Deutschland ca. 550.000 Fördermitglieder, die insgesamt ca. 40 Millionen Euro spenden. Damit ist Greenpeace hierzulande die größte Umweltschutzorganisation. (Die Zahlen sind von 2004). Der Verein akzeptiert nur Spenden von Privatpersonen oder privaten Stiftungen wie der Ted Turner Stiftung, um seine Unabhängigkeit von Industrie und Regierungen zu bewahren.

Arbeitsweisen


Im Vergleich zu vielen anderen Umweltschutzorganisationen ist Greenpeace eher handlungsorientiert. Ein zentrales Element der Greenpeace-Arbeit ist die Aktion: Hierbei begeben sich Aktivisten an einen Ort, der symbolisch für Umweltzerstörung steht und protestieren dort - meistens mit Transparenten. Durch diese oft spektakulären Auftritte direkt am Ort des Geschenehns versucht die Organisation die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu erreichen, um so den Gegner (meist große Industriekonzerne oder Regierungen) durch öffentlichen Druck zum Einlenken zu bewegen. Diese Art des zivilen Ungehorsam machte die Organisation in den 80er Jahren berühmt. Die Idee der "Aktion" wurde vom "Bearing Wittness" (Zeugnis ablegen) der Quäker abgeleitet. Dabei geht es darum, in der Öffentlichkeit Zeugnis abzulegen über Unrecht, das geschieht. Wie andere Umweltschutzorganisationen auch beauftragt die Organisation aber auch viele Studien, um ihre Standpunkte wissenschaftlich belegen zu können bzw. neue Standpunkte entwickeln zu können. Außerdem ist Greenpeace in vielen internationalen Gremien beratend tätig. Aufgrund der Vielfalt der Umweltprobleme und um sich nicht zu verrennen, arbeitet Greenpeace nur zu bestimmten Themengebieten (Atomkraft, Klimawandel, Biodiversität und Artenschutz, Grüne Gentechnik und Chemie), nicht aber zum Beispiel zu Themen wie Verkehr oder Hausmüll. Im Laufe der Jahre versuchte die Organisation immer mehr, Alternativen aufzuzeigen und Antworten auf Umweltfragen vorzustellen:

  • Im Jahr 1993 brachte Greenpeace in Zusammenarbeit mit dem Hersteller Foron den weltweit ersten Kühlschrank auf den Markt, der ohne Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) oder Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) als Kühlmittel auskam. Vorher ist behauptet worden, ein Ersatz dieser Stoffe zu günstigen Preisen wäre nicht möglich.

  • Greenpeace hat bereits 1996 ein Auto vorgestellt, das bei 90 km/h auf deutlich unter drei Liter Benzinverbrauch kommt. Mit einem Kredit von Greenpeace baute die Schweizer Firma Wenko einen serienmäßigen Renault Twingo mit Benzinmotor um, den Twingo Smile, und widerlegte damit die Argumente, ein Drei-Liter-Auto sei nur als Diesel und dann technisch aufwändig mit Aluminium-Karosserie zu bauen.

  • Greenpeace gründete 1999 die Genossenschaft Greenpeace Energy, die mittlerweile 11.300 Mitglieder hat. Greenpeace Energy verkauft Strom aus regenerativen Stromquellen an etwa 55.000 Kunden. Die Genossenschaftsform macht Greenpeace Energy unabhängig von Banken.

Kritik


Greenpeace wird vor allem von basisdemokratisch organisierten Umweltschützern vorgeworfen, intern eine stark hierarchische Struktur zu haben. Dies führte 1982 zur Abspaltung einiger ehrenamtlicher Aktivisten, und zur Gründung von Robin Wood. Konservative Kräfte und Industriekonzerne kritisieren oft auch die Vorgehensweise der Organisation an sich, die sie für zu direkt und teilweise illegal halten: Gerade bei Protesten auf oder direkt neben dem Gelände von Firmen reagieren diese oft mit Anzeigen wegen Hausfriedensbruch und Nötigung und versuchen, einstweilige Verfügungen gegen den Verein durchzusetzen. Greenpeace-Aktivisten gehen das Risiko einer Verurteilung ein, weil sie durch ihr Auftreten die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich ziehen können und sie damit höhere Rechtsgüter durchzusetzen hoffen, die ihrer Ansicht nach anders nicht durchzusetzen wären.

Einige Kritiker der Organisation versuchen, diese in der Öffentlichkeit zu diskreditieren: Im September 2003 warf die Public Interest Watch (PIW) Greenpeace in den USA vor, sie verstoße gegen das US-Steuerrecht und gab sich dabei das Image einer Organisation, die gemeinnützige Organisationen im Allgemeinen beobachte. In Wahrheit wird PIW allein von ExxonMobil (ESSO) finanziert, einem der Hauptgegner von Greenpeace. PIW musste zugeben, außer Greenpeace keine andere Organisation zu beobachten. Im März 2006 bestätigte die Steuerbehörde IRS, dass Greenpeace USA zu Recht die Steuervorteile einer Non-Profit-Organisation besitzt.

In Deutschland gab es mehrere politisch motivierte Versuche, die Gemeinnützigkeit abzuerkennen, die jedoch bislang alle gescheitert sind. Im Dezember 2004 untersuchte das Finanzamt Hamburg, ob Greenpeace gegen Gesetze verstoßen hat und ihr deshalb der Status der Gemeinnützigkeit für 2003 aberkannt werden soll, weil die Organisation sich auf ihrer Internetseite nicht von bestimmten Aktionen der vergangenen Jahre distanziert habe.

1989 wurde in Kanada das Steuerrecht für gemeinnützige Organisationen geändert. Greenpeace und andere Organisationen verloren dadurch den Status der Gemeinnützigkeit. Der in diesem Zusammenhang oft geäußerte Vorwurf, Greenpeace Kanada sei die Gemeinnützigkeit entzogen worden, trifft nicht zu.

Verbindungen


Greenpeace arbeitet als international agierende Umweltschutzorganisation. Die Arbeit der einzelnen Greenpeace-Sektionen sind untereinander koordiniert, die Kampagnen und Arbeitsgebiete werden international ausgearbeitet und sind für alle Länderbüros verbindlich. Die Greenpeace Stiftung betreut das Projekt Bergwaldprojekt (Gründung 1987 durch Greenpeace) und den Tierpark Arche Warder. Der auf Initiative vom Greenpeace e.V. gegründete Stromversorger Greenpeace Energy e.G. ist ein finanziell und organisatorisch unabhängiges Energieversorgungsunternehmen. Außerdem gibt es noch das Greenpeace Magazin, das von der Greenpeace Media GmbH herausgegeben wird und neben Umweltschutz auch soziale und wirtschaftliche Themen behandelt. Die Redaktion ist unabhängig vom Verein Greenpeace. Auf wissenschaftlicher Ebene bestehen Verzahnungen mit dem Wuppertal Institut; Wolfgang Sachs und Hermann Ott sind stimmberechtigtes Mitglied bzw. sitzen im Aufsichtsrat.

Literatur und Weblinks


  • Nikolaus Eckhardt: Die Regenbogenkämpfer. Signal-Verlag, Baden-Baden 1983, ISBN 3-7971-0225-9
  • Christian Altmann, Marc Fritzler: Greenpeace - Ist die Welt noch zu retten? ECON Taschenbuch Verlag, Düsseldorf 1995, ISBN 3-612-26127-4

Deutschland
Schweiz
Österreich wird seit Dezember 2000 weiterentwickelt zu Greenpeace in Zentral- und Osteuropa und ist für folgende Staaten zuständig: Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Polen, Ungarn, Rumänien, Slowakei, Slowenien

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