article

Der Grazer Athletik Klub (GAK) ist ein Sportverein in Graz, Österreich, der vier Sparten umfasst: Fußball, Tennis, Basketball und Turmspringen.

Geschichte


1893 brachte der Medizinstudent Georg-August Wagner den Fußballsport von Prag nach Graz, eine Gruppe von Allroundsportlern (Turner, Radfahrer und Bergsteiger) des "Techniker Alpenklubs", die in Graz studierten, fand Gefallen am runden Leder. Obwohl die Bevölkerung wenig bis gar kein Verständnis für diese neue Sportart zeigte, fand der Fußball nach und nach auch bei den Mittelschülern Anklang und es bildeten sich so genannte "Gassenmannschaften". Um den Lehrern nicht Anlass zu Ärgernis zu geben, wurden von den Mittelschülern sogar Decknamen für die Zeitungsberichte verwendet. Am 18. August 1902 - genau am Tag des Kaisers Geburtstag, des höchsten Feiertages dieser Zeit - wurde der Grazer Athletik-Sport-Klub (GAK) offiziell gegründet. Im damaligen "Stieglbräu" in der Grazbachgasse fand die Gründungsversammlung statt. Bei der Namensgebung für den Grazer Allroundsportklub diente der Wiener Athletiksportklub, der als Allroundverein damals in Österreich führend war, als Vorbild.

2004 war bisher das erfolgreichste Jahr der Klubgeschichte. Die Roten Teufel aus Graz holten nicht nur den ersten österreichischen Meistertitel in der Vereinsgeschichte, sondern auch zum vierten Mal den österreichischen Cup.

Zum 100jährigen Jubiläum des Vereins hat der GAK im Sommer 2002 ein freundschaftliches Spiel gegen Real Madrid mit 3:2 gewonnen und wird seitdem in Anlehnung an das Wortspiel Weltpokalsiegerbesieger liebevoll als Championsleaguesieger-Besieger bezeichnet (vgl. FC St.Pauli). Den größten internationalen Erfolg feierte der GAK jedoch in der Qualifikation zur UEFA Champions League 2004 an der Anfield Road. Das Auswärtsspiel gegen Liverpool wurde mit 1:0 durch ein Traumtor von Mario Tokić gewonnen. Der GAK ist somit die erste und bislang einzige österreichische Mannschaft, die in einem Bewerb ein Auswärtsspiel gegen eine englische Mannschaft gewonnen hat. Außerdem war es die einzige Heimniederlage für den späteren Sieger der UEFA Champions League 2004/05 in diesem Bewerb.

Am 9. Januar 2006 wurde Erfolgstrainer Walter Schachner unerwartet von Präsident Harald Sükar beurlaubt. Nachfolger ist der ehemalige Trainer von Austria Wien und SV Austria Salzburg, Lars Söndergaard.

Sportliche Erfolge

GAK MEISTERFEIER1.JPG

Stadion

Der Grazer AK spielte von 1902 bis 1975 zum Großteil (einzelne Spiele wurden auch auf den Heimstätten des Grazer SC, der ESV Austria Graz sowie im Bundesstadion Graz-Liebenau ausgetragen) im vereinseigenen Stadion an der Körösistraße. Ab 1975 trug der GAK seine Spiele ausschließlich im Liebenauer Stadion aus. 1986 kam es zu einer Rückkehr auf die traditionelle Heimstätte, durch das Sponsoring seitens der Casinos Austria hieß der GAK-Platz fortan nur mehr Casino-Stadion Graz. In der Saison 1996/97 trugen die Grazer Athletiker ihre Heimspiele zum Großteil im Kapfenberger Franz-Fekete-Stadion aus. Seit 1997 spielen die beiden "großen" Grazer Vereine GAK und SK Sturm Graz wieder im Stadion Graz-Liebenau, das seit Februar 2006 UPC-Arena heißt. 2004 wurde das neue GAK-Trainingszentrum in Graz-Andritz eröffnet; das Casino-Stadion wurde 2005 abgerissen.

Sponsoren


Nach der Gründung des Vereins setzte man auf die Komponenten Idealismus und private Initiative. Mitgliedsbeiträge, Spenden und Zuschauer-Einnahmen brachten den "Grazer Athletik Klub" über die ersten Jahre, denn Sponsoring war damals noch ein Fremdwort.
Erst Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre gab es Ansätze von echter Unterstützung seitens der Wirtschaft. Die früheren Sponsoren waren dennoch so etwas wie Gönner. Der Grazer Gemüse-Großhändler Evaristo di Lenardo und Anton Herzl, seines Zeichens Gründer der Schuh-Firma Stiefelkönig, griffen erstmals für die Athletiker in die private Tasche. In der damaligen Zeit galten Sponsoren als so genannte "Patronanzfirmen", dessen Logos auf den Dressen aufgedruckt wurden.
Der erste große Sponsor-Deal gelang dem GAK 1969, als der Schweizer Uhrenhersteller Marvin mit der Jahressumme von 500.000 Schilling den Verein unterstützte. Einige Sponsoren, die Marvin folgten, findet man heute nicht mehr im Branchenbuch, so etwa das Unternehmen Teppichland, die ATS-Bank (ein mehr als unrühmliches Kapitel in der Wirtschaftsgeschichte des GAK), oder auch Körting TV, die innerhalb von zwei Jahren dem GAK aus einem wirtschaftlichen Engpass heraus halfen. 1978 sorgte der Fensterhersteller Gaulhofer für einen wirtschaftlichen Aufschwung und 1980 bekam der Verein den bis dato treuesten Geldgeber "Ringschuh". Bis zum Abstieg 1990 war die Einkaufsgenossenschaft Hauptsponsor des GAK.
Anfang der 90er Jahre wurden die Casinos Austria zum Hauptsponsor, bis 1997 der aktuelle Sponsor Liebherr gefunden wurde.

Aktueller Kader


Torhüter

Verteidigung

Mittelfeld

Angriff

Führungsstruktur


Präsidium

GAK Management

Mit 15. April 2005 stieg mit der International Management Group (IMG) ein wahrer Marketing-Gigant ein. Zu den Kunden des Marketing-Konzerns, der mit über 2.200 Mitarbeitern und 70 Büros in mehr als 30 Ländern jährlich mehr als eine Milliarde Dollar umsetzt, zählt die "Creme de la creme" des internationalen Sports: Michael Schumacher, Tiger Woods, Ronaldo, Andre Agassi, Maria Scharapowa oder die Williams-Schwestern. Die Zusammenarbeit mit dem weltweiten Marktführer bringt dem GAK eine garantierte Summe von insgesamt 50 Millionen Euro. Die Partnerschaft wurde langfristig abgeschlossen, über die genaue Laufzeit des Vertrages wurden keine Angaben gemacht. IMG-Geschäftsführer für Deutschland, Österreich und die Schweiz ist Christian Pirzer.

GAK Fußball AG
Die GAK Fußball AG wurde mit einem Stammkapital von € 2,4 Mio. im Oktober 2002 gegründet, ein Jahr später wurde das Grundkapital auf € 3 Mio aufgestockt. Die AG verfügt über Anteile an Umsatz und Transfererlösen des Vereins. Die Rechte liegen aber beim Verein, nicht bei der AG.

GAK Betreuerstab

  • Trainer: Lars Söndergaard (seit 9. Januar 2006)
  • Co-Trainer: Mag. Klaus Schmidt (Sportphysiotherapeut) (seit 1999)
  • Tormanntrainer: Franz Almer (seit 2006)
  • Mentaltrainer: Dr. Michael Reinprecht
  • Sportphysiotherapeut: Gerhard Hierzer
  • Masseur: Mario Kueschnig
  • Klubarzt: OA Dr.med. Martin Leonhardt

Trainer seit 1990


Bekannte Spieler


(Zahl am Ende: Spiele/Tore für den GAK - Wechsel zu ...)

Europacup


(Stand Juni 2006)

Nach sporadischen Auftritten im Cup der Cupsieger und UEFA-Cup im Zeitraum 1962 - 1983 konnte sich der GAK von 1998 bis 2005 durchgehend für die europäischen Bewerbe qualifizieren.

Viermal wurde die 2. Runde des UEFA-Cups erreicht (1996-2001), man scheiterte nur knapp an attraktiven Gegnern wie Inter Mailand (1996/97), AS Monaco (1998/99), Panathinaikos Athen (1999/2000) und Espanyol Barcelona (2000/01). In der Saison 2001/02 scheiterte die Mannschaft in der 1. Runde des UEFA-Cups am holländischen Klub FC Utrecht. Dreimal scheiterte der GAK bis jetzt in der 3. Runde der Champions-League-Qualifikation, an ebenso attraktiven Gegnern: Lokomotive Moskau (2002/03), Ajax Amsterdam (2003/04) und FC Liverpool (2004/05). In der Saison 2003/2004 schied man mit einer nicht so glanzvollen Leistung, nach zwei unentschiedenen Spielen, gegen den norwegischen Meister Vålerenga IF, in der 1. Runde des UEFA-Cups aus. Doch in der Saison 2004/2005 sah es um einiges besser für die "Roten Teufel" aus Graz aus. Nach einem Auswärts-Sieg gegen den FC Liverpool, schieden sie nur knapp nach der 3. Qualifikationsrunde der Champions League aus, da das Heimspiel nach guter Leistung verloren wurde. Im UEFA-Cup stieg die Mannschaft nach einem klaren Sieg gegen Litex Lovech aus Bulgarien, in die erstmals ausgetragene Gruppenphase des UEFA-Cups auf. In der Gruppe F warteten zwei Auswärtsspiele gegen AJ Auxerre (0:0) und gegen die Glasgow Rangers (0:3) und zwei Heimspiele gegen Amica Wronki (3:1) und gegen AZ Alkmaar (2:0). Hinter AZ Alkmaar belegte man den 2. Rang in der Gruppe und stieg ins Sechzehntel-Finale auf, wo zwei attraktive Spiele gegen den FC Middlesbrough warteten. Das Hinspiel wurde in Graz ausgetragen und nach guter Leistung und einigen strittigen Situationen trennte man sich 2:2 Unentschieden. Im Rückspiel verloren die "Roten Teufel" (nach einer frühen 0:1 Führung) mit 2:1. Das Aus im Europacup 04/05 war damit besiegelt. Auffallend ist die außerordentlich gute Heimbilanz des GAK: Von insgesamt 23 Spielen im UEFA-Cup bzw. der Champions-League Qualifikation, gewann der GAK 15 Spiele, 6 mal trennten sich die Mannschaften im Stadion Graz-Liebenau unentschieden und nur 3 mal hat der GAK bisher im Europacup daheim verloren (Lok Moskau, FC Liverpool und RC Strasbourg). Ein Torverhältnis von 47:16 (bis 2005) zeugt von der Heimstärke der Mannschaft. Joachim Standfest hält den Torrekord von 3 Toren in einem Europa-Cup Spiel gegen Kl Klaksvik (5:0). Liste der bisherigen Spiele des GAK im UEFA-Cup, in der Champions-League Qualifikation, im Cup der Cupsieger und im Messestädtecup:

Saison Bewerb Gegner Hinspiel Rückspiel Gesamt
1962/63 Cup der Cupsieger (1/8 Finale) Flag of Denmark.svg B 1909 Odense 1:1 (H) 3:5 (A) 4:6
1964/65 Messestädtecup (Runde 1) Flag of Croatia.svg NK Zagreb 0:6 (H) 2:3 (A) 2:9
1968/69 Cup der Cupsieger (Runde1)Flag of the Netherlands.svg ADO Den Haag 0:2 (H) 1:4 (A) 1:6
1972/73 UEFA-Cup (Runde 1) Flag of Greece.svg Panahaiki Patras 0:1 (H) 1:2 (A) 1:3
1980/81 Cup der Cupsieger (1/16 Finale) Flag of Georgia.svg Dinamo Tiflis 2:2 (H) 0:2 (A) 2:4
1982/83 UEFA-Cup (Runde 1) Flag of Romania.svg Corvinul Hunedoara 1:1 (H) 0:3 (A) 1:4
1996/97 UEFA-Cup (Quali 2) Serbian flag.png Vojvodina Novi Sad 2:0 (H) 5:1 (A) 7:1
UEFA-Cup (Runde 1) Flag of Belgium.svg Germinal Ekeren 1:3 (A) 2:0 (H) 3:3 (Auswärtstorregel)
UEFA-Cup (Runde 2) Flag of Italy.svg Inter Mailand 0:1 (A) 1:0 (H) 1:1 (4:5 i.E.)
1998/99 UEFA-Cup (Quali 2) Flag of Finland.svg VPS Vaasa 0:0 (A) 3:0 (H) 3:0
UEFA-Cup (Runde 1) Flag of Bulgaria.svg Litex Lovech 2:0 (H) 1:1 (A) 3:1
UEFA-Cup (Runde 2) Flag of Monaco.svg AS Monaco 3:3 (H) 0:4 (A) 3:7
1999/2000 UEFA-Cup (Quali) Flag of the Faroe Islands.svg KÍ Klaksvík 4:0 (H) 5:0 (A) 9:0
UEFA-Cup (Runde 1) Flag of Slovakia.svg Spartak Trnava 3:0 (H) 1:2 (A) 4:2
UEFA-Cup (Runde 2) Flag of Greece.svg Panathinaikos Athen 2:1 (H) 0:1 (A) 2:2 (Auswärtstorregel)
2000/01 UEFA-Cup (Runde 1) Flag of Slovakia.svg FC Kosice 0:0 (H) 3:2 (A) 3:2
UEFA-Cup (Runde 2) Flag of Spain.svg Espanyol Barcelona 0:4 (A) 1:0 (H) 1:4
2001/02 UEFA-Cup (Quali) Flag of the Faroe Islands.svg HB Torshavn 2:2 (A) 4:0 (H) 6:2
UEFA-Cup (Runde 1) Flag of the Netherlands.svg FC Utrecht 3:0 (A) 3:3 (H) 3:6
2002/03 Champions-League (Quali 2) Flag of Moldova.svg FC Sheriff Tiraspol 4:1 (A) 2:0 (H) 6:1
Champions-League (Quali 3) Flag of Russia.svg Lokomotive Moskau 0:2 (H) 3:3 (A) 3:5
UEFA-Cup (Runde 1) Flag of Cyprus.svg Apoel Nikosia 2:0 (A) 1:1 (H) 1:3
2003/04 Champions-League (Quali 2) Flag of Albania.svg SK Tirana 5:1 (A) 2:1 (H) 7:2
Champions-League (Quali 3) Flag of the Netherlands.svg Ajax Amsterdam 1:1 (H) 1:2 n.V. (A) 2:3
UEFA-Cup (Runde 1) Flag of Norway.svg Valerenga IF 0:0 (A) 1:1 (H) 1:1 (Auswärtstorregel)
2004/05 Champions-League (Quali 3) Flag of England.svg FC Liverpool 0:2 (H) 1:0 (A) 1:2
UEFA-Cup (Runde 1) Flag of Bulgaria.svg Litex Lovech 5:0 (H) 0:1 (A) 5:1
UEFA-Cup (Gruppe F) Flag of France.svg AJ Auxerre 0:0 (A)
UEFA-Cup (Gruppe F) Flag of Poland.svg Amica Wronki 3:1 (H)
UEFA-Cup (Gruppe F) Flag of Scotland.svg Glasgow Rangers 0:3 (A)
UEFA-Cup (Gruppe F) Flag of the Netherlands.svg AZ Alkmaar 2:0 (H)
UEFA-Cup (16tel-Finale) Flag of England.svg FC Middlesbrough 2:2 (H) 1:2 (A) 3:4
2005/06 UEFA-Cup (Quali 2) Flag of Moldova.svg Nistru Otaci 2:0 (A) 1:0 (H) 3:0
UEFA-Cup (Runde 1) Flag of France.svg Racing Straßburg 0:2 (H) 0:5 (A) 0:7

Das Grazer Derby


Seit dem Jahr 1920, als die beiden Grazer Vereine GAK und SK Sturm in der Grazer Liga erstmalig aufeinandertrafen, liefern sich die beiden Stadtrivalen heiße Duelle (SK Sturm siegte damals mit 5:1 und 1:0). 1946 gewannen die Stadtrivalen von Sturm Graz in der steirischen Liga mit 10:1 über den GAK, dies ist bis heute der höchste Derbysieg. Elf Jahre später, am 25. November 1956, bereits in der österreichischen Staatsliga, drehte der GAK den Spieß jedoch um und siegte mit 6:1. 1969 gab es in Liebenau Zuschauerrekord, über 20.000 Fans drängten ins Stadion; die Mannschaften trennten sich mit einem 1:1-Unentschieden. Die erfolgreichsten GAK-Derby-Torschützen sind mit acht Toren Walter Koleznik bzw. mit sieben Toren Igor Pamic, Mario Zuenelli und Herbert Ninaus. Das letzte Derby im Arnold Schwarzenegger-Stadion Graz-Liebenau fand am 30. Oktober 2005 statt (2:0 für den GAK). Das 125. Grazer Derby (seit Gründung der Staatsliga) am 18. Februar 2006 war zugleich das Eröffnungsspiel der "neuen" UPC-Arena in Liebenau; die Mannschaften trennten sich mit einem 0:0-Unentschieden. Im letzten Derby, am 6. Mai 2006, unterlagen die Rotjacken dem Stadtrivalen mit 3:2.

Derby-Bilanz 1920 - 1949 in der steirischen Liga:

  • 55 Spiele
  • 19 GAK-Siege
  • 7 Remis
  • 29 Sturm-Siege
(Torverhältnis 102:136)

Derby-Bilanz seit Gründung der Staatsliga 1950 bis 6. Mai 2006:

  • 126 Spiele
  • 45 GAK-Siege
  • 41 Remis
  • 40 Sturm-Siege
(Torverhältnis: 170:164)

Weblinks


Österreichischer Fußballverein | Sport (Steiermark) | Graz

Grazer AK | Grazer AK | グラーツァーAK | Grazer AK | Grazer AK | Grazer AK

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Grazer AK".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld