Die Grafschaft Görz (ab 1365 Gefürstete Grafschaft Görz) war ein im Mittelalter entstandenes Territorium im Südostalpenraum. 1500 fiel das Gebiet an die Habsburger und war bis 1918 ein Kronland der Donaumonarchie.
1271 teilten die Brüder Meinhard II. und Albert die Besitzungen des Hauses Görz. Meinhard behielt sich die relativ geschlossene Grafschaft Tirol vor, während Albert die Stammburg mit der inneren (d.h. eigentlichen) Grafschaft Görz, die Besitzungen in Istrien, Friaul und Kärnten und das Pustertal erhielt. Die von den Brüdern abstammenden Linien des Geschlechts gingen in der Folgezeit getrennte Wege. Die ältere Linie beherrschte neben Tirol von 1286 bis 1330 auch Kärnten. Nach dem Aussterben der Tiroler Linie hat Margarethe Maultasch deren Besitzungen 1363 an den Erben Rudolf IV. aus dem Haus Habsburg übergeben.
Die eigentliche Grafschaft Görz war im Besitz der jüngeren Linie und umfasste Gebiete von Innichen und Lienz im Norden bis fast an die Adriaküste im Süden. Die Machtbasis der Görzer Grafen wurde im 14. Jahrhundert durch Herrschaftsteilungen sehr geschmälert. Nach dem Tode Heinrichs von Görz (1332), der sogar Treviso und Padua an sich gebracht hatte, gab es vom Pustertal bis Istrien vier verschiedene görzische Grafschaften. Wegen der Bedrohung der inneren Grafschaft Görz durch Venedig verlegten die Grafen ihre Residenz nach Schloss Bruck bei Lienz, den Mittelpunkt der vordern Grafschaft Görz, das bis zum Schluss ihr Hauptwohnsitz und Herrschaftszentrum blieb.
Meinhard VII. erreichte 1365 die Anerkennung als Reichsfürst durch Kaiser Karl IV.; daher rührt die Bezeichnung gefürstete Grafschaft. Sein Bruder Albert IV. vermachte 1364 die Grafschaft Mitterburg (Pisino) in Istrien und den Besitz in der Windischen Mark den Habsburgern.
Heinrich IV. vereinigte 1430 den Restbesitz der Familie und schloss 1437 einen Erbvertrag mit den Grafen von Cilli, der einen älteren Erbvertrag mit den Habsburgern aus dem Jahr 1394 ersetzen sollte. Im Streit um das Erbe der Grafen von Cilli unterlagen die Görzer gegen Kaiser Friedrich III. Sie mussten im Frieden von Pusarnitz 1460 zusätzlich viele Besitzungen am Nordrand ihrer Grafschaft abtreten. Nur Lienz gewannen sie 1462 durch einen Aufstand zurück.
Die Grafschaft Görz und Gradisca war ein wichtiger Vorposten gegen die Republik Venedig und wirtschaftliches Hinterland der Stadt Triest. Von 1809 bis 1815 gehörte das Gebiet zu den Illyrischen Provinzen Frankreichs, danach bis 1850 zum Königreich Illyrien.
Mit dem Friedensvertrag von Saint-Germain gelangt das Gebiet der Grafschaft Görz 1919 unter italienische Herrschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg wiederum fällt der größte Teil an Jugoslawien und gehört heute zu Slowenien.
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