Das Herzogtum Berg (Ducatus Montensis) war ein Territorium des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation im östlichen Rheinland. Es bestand vom 11. Jahrhundert (bis 1380 als Grafschaft) bis 1806, danach noch wenige Jahre in stark veränderter Form als Großherzogtum. Berg war lange mit dem Herzogtum Jülich und wechselweise mit verschiedenen anderen Territorien in Personalunion vereint. Hauptstadt war Düsseldorf.
Die Mittelgebirgsregion Bergisches Land, bestehend aus Wuppertal, Solingen, Remscheid, Leverkusen, dem Niederbergischen Land und dem Oberbergischen Land verdankt ihren Namen dem Herzogtum Berg.
Amt Angermund, Amt Löwenburg - Amt Porz - Amt Miselohe - Amt Monheim - Amt Ratingen - Amt Mettmann - Amt Solingen - Amt Elberfeld - Amt Beyenburg - Amt Blankenberg - Amt Bornefeld - Amt Steinbach - Amt Windeck - Herrschaft Schöller - Herrschaft Broich - Herrschaft Hardenberg - Amt Kaster - Amt Bergheim - Amt Jülich - Amt Aldenhoven - Amt Eschweiler - Amt Wilhelmstein - Amt Düren - Amt Nörvenich.
Der älteste Hinweis auf die Familiengeschichte der Berger stammt aus einer von Levold von Northof übermittelten mittelalterlichen Oralchronik (als einer mündlich überlieferten Familiengeschichte). In seiner "Chronica comitum de Marka" (1358 vollendet) wird nach Einschätzung der überwiegenden Mehrheit der Historiker ein relativ glaubhaftes Bild der Familiengeschichte gezeichnet, da er seine Studienzeit unter anderem mit dem Grafensohn Adolf VI. von Berg verbrachte. Kern seiner Überlieferung ist die Aussage, dass die Märker und Berger bis zur Teilung des Landes 1160 eine gemeinsame Familiengeschichte hatten.
1068 nannte sich ein Adolf, der dritte dieses Namens, zuerst mit dem Zusatz "vom Berge" (latinisiert: "de Monte"); etwa um diese Zeit erschienen die Berger auch als Vögte von Siegburg. Um 1080 wurden in seinem oder seines Nachfolgers Namen Silbermünzen geprägt mit der Aufschrift "ADOLPHUS COMES DE MONTE". Ein 1093 urkundlicher "Adolphus puer" legte die Vermutung nahe, dass das Werdener Vogtamt bereits im Hause Berg erblich war; aber erst im Jahr 1101 führte ein Adolf von Berg in einer Urkunde des Kaisers Heinrich IV. den Grafentitel. Von diesem Zeitpunkt an wurde er Graf Adolf I. von Berg genannt, und man begann mit der Zählung. Adolf I. starb im Jahr 1106.
Nachfolger von Adolf I. wurde sein Sohn Adolf II. von Berg. Er regierte von 1115 bis 1160. Er erbaute die neue Burg in Schloss Burg an der Wupper (dieser Ort gehört heute zur Stadt Solingen). Die alte Stammburg Burg Berge in Odenthal-Altenberg wurde aufgegeben. Die Liegenschaften rund um die Stammburg wurde den Zisterziensern übergeben, die dort 1133 eine Zisterzienserabtei mit einer Klosterkirche einrichteten. Das sehr große Gotteshaus wurde später Altenberger Dom genannt. Der Einfluss, und wohl auch die monetäre Leistungsfähigkeit, des Grafen Adolf II. von Berg im rheinisch-westfälischen Raum war daran erkennbar, dass sowohl sein Bruder Bruno als auch sein Sohn Friedrich Erzbischof von Köln wurden. Um das Jahr 1150 wurde der so genannte Deutzgau in das Herrschaftsgebiet eingegliedert.
Die Grafschaft Berg fiel nun an Heinrich von Limburg, Schwiegersohn des Grafen Adolf III., und danach an Adolf IV. von Berg (reg. 1246-1259), der die engen Bindungen und Beziehungen zum Erzbistum Köln weiter vertiefte, da er die Schwester des Erzbischofs heiratete. Von 1242 bis Anfang des 17. Jahrhunderts waren die Grafen und Herzöge von Berg auch die Lehnsherren der Grafschaft Limburg.
Sein Sohn Adolf V. (1259-1296) nahm in der Schlacht von Worringen den Erzbischof von Köln, Siegfried von Westerburg, gefangen und erklärte im selben Jahr (1288) Düsseldorf zur Stadt. Er hatte seinen Bruder Wilhelm I. zum Nachfolger. Diesem folgte sein Neffe Adolf VI. (1308 bis 1348), unter dessen Regierung Berg durch Überschwemmungen, Missernten, Pest und den Krieg zwischen Friedrich von Österreich und Ludwig dem Bayern viel zu leiden hatte.
Gerhards Sohn Wilhelm II. erhielt 1380 von König Wenzel für Berg die Herzogswürde. Sein Sohn Herzog Adolf erwarb nach dem Tode des Herzogs Rainald von Jülich und Geldern 1423 Jülich, und Berg blieb von da an bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts mit dem Herzogtum Jülich vereinigt.
Im Jahr 1484 erwarb die Familie die Löwenburg im Siebengebirge. 1500 wurde das Herzogtum Teil des Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreises.
Nach deren Aussterben 1609 folgte der Jülich-Klevische Erbfolgestreit, der damit beendigt wurde, dass die Nachfolge in Jülich und Berg dem wittelsbachischen Haus Pfalz-Neuburg zufiel.
Ab 1708 kartografierte Erich Philipp Ploennies das Territorium und beschrieb die wirtschaftlichen Gegebenheiten in seiner Topographia Ducatus Montani (Topographie des Herzogtums Berg, 1715).
1742 kam das Land an den Kurfürsten Karl Theodor aus der Sulzbacher Linie und nach dessen Tod 1799 an Herzog Maximilian Joseph von Pfalz-Zweibrücken, der später als bayerischer Kurfürst Maximilian IV. Joseph (und späterer erster bayerischer König Max I. Joseph, ab 1806) die Nachfolge Karl Theodors in Kurbayern antrat.
Im Januar 1808 übertrug Napoleon noch weitere Gebiete an Murat: die Abteien Elten, Essen und Werden, die Grafschaft Mark mit Lippstadt, ein Teil des Fürstentums Münster, die Grafschaften Tecklenburg, Rheda, Lingen, Kappenberg und Dortmund.
Im März 1808 ernannte Napoleon Joachim Murat zum König von Neapel und übernahm ab diesem Zeitpunkt selber die Geschicke des Großherzogtums, das Düsseldorf zur Hauptstadt hatte. Im April erreichte das Großherzogtum Berg eine Ausdehnung, die es in der Folgezeit nicht mehr übertreffen sollte. Im November 1808 wurde Berg verwaltungstechnisch in vier Departements aufgeteilt: Département Rhein, Département Sieg, Département Ruhr und Département Ems.
1809 übernahm unter kaiserlicher Vormundschaft Napoleons vierjähriger Neffe Napoléon Louis Bonaparte die nominelle Regentschaft. Er war der älteste lebende Sohn des Königs von Holland und Bruder Napoleons III.
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