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Die Grafen von Werl waren um das Jahr 1000 das einflussreichste Grafengeschlecht im norddeutschen Raum. Nach der Übersiedlung nach Arnsberg wurde das Geschlecht Grafen von Werl-Arnsberg genannt, ehe man später von den Grafen von Arnsberg sprach. Bereits vor diesem Übergang hatten die Grafen einen beträchtlichen Teil ihres ehemaligen Einflusses eingebüßt.

Geschichte


Der eigentlich Titel war der eines Grafen von Westfalen. Bedeutenster Träger dieser Bezeichnung war Graf Hermann I. (Erstmals urkundlich erwähnt im Jahr 987) Auf dem Höhepunkt seines Einflusses beherrschte dieser ein Gebiet, zu dem das spätere Herzogtum Westfalen, die Grafschaft Mark, (beide im Sauerland) der Süden des Münsterlandes sowie der nördliche Teil des Fürstentums Paderborn gehörten. Zum Teil reichte der Einfluss bis in die Gegend des heutigen Schleswig-Holstein.

Für die bedeutende Stellung Hermanns I. im zeitgenössischen Adel spricht seine Heirat mit einer Tochter des Königs von Burgund. Aus dieser Ehe stammt unter anderem die spätere Kaiserin Gisela, Gemahlin von Konrad II. Damit bestanden auch verwandtschaftliche Beziehungen zum salischen Königshaus.

Graf Bernhard erbaute die erste Burg in Arnsberg und besaß auch Grafenrechte im Emsland, die er dem Erzbischof von Bremen entrissen hatte.

Bedingt durch Erbteilung und verlorene Kriege wurde das Gebiet immer weiter beschnitten. Nicht ganz klar ist, wann und weshalb die Grafen nach Arnsberg übersiedelten. Einige Forscher nehmen das Jahr 1080 an. Die erste urkundliche Erwähnung der Burg Arnsberg als Grafensitz datiert freilich erst aus dem Jahr 1114 unter der Herrschaft von Graf Friedrich dem Streitbaren.

Dieser führte noch immer den Titel eines Grafen von Westfalen, daneben wurde er aber auch bereits als Graf von Arnsberg bezeichnet, während sich der Begriff eines Grafen von Werl seither nicht mehr belegen läßt.

Das Territorium der Grafen von Arnsberg-Werl schrumpfte allmählich auf das Gebiet der späteren Landkreise Arnsberg und Meschede zusammen. Immer stärker bedrängt von den Grafen der Mark und dem Kurfürstentum Köln als Träger des Titels eines Herzogs von Westfalen verkaufte der letzte Graf Gottfried IV. die Grafschaft im Jahr 1369 an den Kurfürsten von Köln. Die Grafschaft wurde zum territorialen Kern des Herzogtums Westfalen, als einem Nebenland des Kurfürstentums Köln.

Personen


Literatur


  • Hermann Bollnow: Die Grafen von Werl. Genealogische Untersuchungen zur Geschichte des 10. bis 12. Jahrhunderts. Dissertation Stettin 1930
  • Friedrich von Klocke: Die Grafen von Werl und die Kaiserin Gisela. Untersuchungen zur Geschichte des 10. und 11. Jahrhunderts mit einem Exkurs über Mittelaltergenealogie. In: Westfälische Zeitschrift 98/99, 1949, I. Abteilung, Seiten 67-111
  • Paul Leidinger: Untersuchungen zur Geschichte der Grafen von Werl. Ein Beitrag zur Geschichte des Hochmittelalters. Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens Abteilung Paderborn 1965

Weblinks


Deutsches Adelsgeschlecht | Geschichte Nordrhein-Westfalens | Werl

 

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