Die Grafschaft Rietberg war ein historisches Territorium im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Es lag an der oberen Ems in Westfalen, im Grenzgebiet der Bistümer Paderborn und Münster. Es bestand als eigenständiges Territorium von 1237 bis 1807.
Weitere Söhne Konrads besetzten einflussreiche Posten: Der Sohn Konrad wurde Bischof von Osnabrück, Otto wurde Bischof von Paderborn, Simon wurde Deutschordensritter, Hermann Domherr in Osnabrück und Paderborn sowie Propst zu Tongern, die Tochter Oda wurde Äbtissin des Ägidiiklosters zu Münster. Auch in den nachfolgenden Generationen besetzten das Haus Rietberg immer wieder einflußreiche Positionen im westfälischen Gebiet.
Konrad III. erweiterte, indem er seine "Freiheiten" dem Reich zu Lehen auftrug, planmäßig die Herrschaftsrechte, um sie mit dem Recht zur Setzung von Freistühlen vom Kaiser als freie Grafschaft zurückzuerhalten. Die erste bezeugte Ernennung eines Freigrafen durch den Kaiser ist allerdings erst für 1377 belegt.
Konrads Sohn übernahm als Otto II. von 1365 bis 1389 die Herrschaft über Rietberg. 1389 bis 1428 folgte Konrad IV., 1428 bis 1472 sein Sohn Konrad V.
Konrads Sohn Johann I. zu Rietberg regierte von 1472 bis 1516. Ihm folgt Otto III., der von 1516 bis 1535 regierte.
Otto III. heiratete in erster Ehe Anna Gräfin von Sayn, aus dieser Ehe stammen zwei Söhne, von denen einer früh starb, der andere als Otto IV. zunächst die Herrschaft übernahm. Als dieser 1552 aber kinderlos starb, fiel die Herrschaft an Ottos Sohn Johann II. zu Rietberg, der aus seiner zweiten Ehe mit Onna (Anna), der Tochter des ostfriesischen Häuptlings Hero Omken, stammt. Durch diese zweite Heirat erwarb Otto die Anwartschaft auf das Harlingerland, das sein Sohn 1540 nach dem Tod von Onnas Bruder Balthasar von Esens auch erhielt. Bis ins Jahr 1600 blieb es in Personalunion mit Rietberg verbunden.
1535 wurde in der Grafschaft Rietberg die Reformation eingeführt, später wurde die Grafschaft jedoch der Gegenreformation unterworfen.
Der durch den Niederrheinisch-Westfälischen Kreis gefangengenommene Johann II. von Rietberg starb 1562 im Gefängnis in Köln, damit starb die männliche Linie der Grafen von Rietberg aus. Zunächst wurde das Lehen vom hessischen Landgrafen eingezogen, nach Protest seiner Töchter Armgard und Walburgis wurden diese jedoch 1565 wieder mit Rietberg belehnt.
Walburgis heiratete 1581 den Grafen Enno III. von Ostfriesland. Damit kamen die Grafschaft Rietberg und das Harlingerland an Ostfriesland. Enno verzichtete schließlich zugunsten seiner Töchter im Berumer Vergleich auf die Grafschaft Rietberg, er erhiel dafür das Harlingerland.
Walburgas und Ennos Tochter Sabina Catharina erbte die Grafschaft Rietberg und heiratete ihren Onkel Johann. Sie begründeten das Haus Ostfriesland in Rietberg und rekatholisierten die Grafschaft. Das Haus Ostfriesland starb 1690 in männlicher Linie aus. Im Jahr 1699 kam Rietberg über die Heirat mit der Erbtochter Maria Ernestine Franziska an die Grafen von Kaunitz.
Die Grafen von Rietberg konnten weiterhin bis 1815 unter verschiedenen Häusern ihre Eigenständigkeit behaupten.
Bis zum Jahre 1806 gehörte die Grafschaft zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis.
Die heutigen Fürsten von Liechtenstein tragen den Titel Graf von Rietberg, siehe Liste der Herrscher von Liechtenstein. Diesen Anspruch leiten sie aus der Hochzeit Gundackers von Liechentenstein mit Sabina Catharinas Schwester Agnes ab. Das Fürstentum führt heute noch das Wappen der Grafen von Ostfriesland-Rietberg in ihrem Staatswappen und vergeben den Titel "Graf von Rietberg" an Nebenlinien.
Deutsches Adelsgeschlecht | Reichsgrafschaft | Kreis Gütersloh
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