Ein Gradierwerk (oft fälschlich als Saline bezeichnet) besteht aus einem Holzgerüst, das mit Reisigbündeln (vorwiegend Schwarzdorn) ausgestopft ist. Es dient dem Gradieren, d.h. dem Erhöhen des Salzgehaltes einer Sole. Indem man die Sole das Gradierwerk herablaufen lässt, tragen Wind und Sonne zum Verdunsten des in der Sole vorhandenen Wassers bei. Gleichzeitig setzen sich Verunreinigungen der Sole (wie z. B. Kalk oder Gips) im Reisig ab und bilden den grau-braunen Dornstein. Auf diese Weise hat man in früheren Zeiten bei der Salzgewinnung Siedekosten eingespart. Heute dienen Gradierwerke zumeist zur Kur (durch Inhalation der salzhaltigen Luft).
Bei den ersten Dampfkraftwerken dienten Gradierwerke der Abfuhr der überschüssigen Prozesswärme aus dem Kondensator. Später übernahmen effizientere Kühltürme diese Aufgabe.
Das Gradierwerk in Bad Nauheim gehört zu den ältesten in Deutschland.
Gradierwerke gibt es heute (teils auch für Kurzwecke neu errichtet), u.a. in
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