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Ein Grabmal des unbekannten Soldaten ist eine besondere Form des Kriegerdenkmals.

Frankreich


Grabmal_des_unbekannten_Soldaten_in_Paris.jpg in Paris]] Im Ersten Weltkrieg war das Recht der gefallenen Soldaten auf ein individuelles Grab zwar anerkannt; allerdings waren unter den Bedingungen dieses Krieges viele Leichen Gefallener physisch vernichtet worden und damit nicht mehr zu identifizieren bzw. überhaupt unauffindbar. Aus diesem Dilemma fand Frankreich als erstes einen Ausweg. Am 11. November 1920 wurde unter dem Triumphbogen der Leichnam eines anonymen Soldaten bestattet, der in der Schlacht um Verdun gefallen war.

Die Maßnahme war in der Nationalversammlung sehr umstritten. Die parlamentarische Linke wollte den unbekannten Soldaten lieber im Panthéon bestatten, wo traditionell die Helden der Republik geehrt wurden. Der Platz unter dem Triumphbogen schien ihnen den Kriegsruhm unangemessen zu betonen. Um der Linken entgegenzukommen, wurde am gleichen Tag das Herz Léon Gambettas, der im Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) den nationalen Widerstand organisiert hatte, in den Pantheon überführt.
Das Grabmal wurde von Angehörigen und Hinterbliebenen gefallener Soldaten angenommen. Sie besuchen es bis heute, um dort ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen.

England


In England befindet sich das Grabmal des unbekannten Soldaten im Eingangsbereich der Westminster Abbey im Mittelgang, so dass jeder, auch die Mitglieder der königlichen Familie bei offiziellen Anlässen um das Grab herum gehen müssen und ihm so ihre Ehre erweisen. Am 11. November ehrt der Monarch seit 1919 die Gefallenen am Cenotaph. Beide Orte sind mit (künstlichen) Mohnblumen geschmückt, die im kollektiven Gedächtnis der Engländer mit den Schlachtfeldern in Flandern verbunden sind.

Deutschland


In Deutschland dient die Neue Wache in Berlin als zentrale Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Hier werden bei Staatsbesuchen Kränze niedergelegt.

Die Neue Wache diente zunächst als Gedenkstätte für die Gefallenen der Koalitionskriege gegen Napoléon, ab 1931 für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. 1960 widmete die Regierung der DDR die wiederaufgebaute Neue Wache den Opfern von Faschismus und Militarismus.

Seit 1969 ist sie das Grabmal eines unbekannten deutschen Soldaten und eines unbekannten KZ-Häftlings.

Polen


Warsaw_Tomb_of_the_Unknown_Soldier.jpg In Warschau wurde 1925 das Grabmal des unbekannten Soldaten im ehemaligen Sächsischen Palais auf dem Piłsudski-Platz eingebaut und eine Ehrenwache dafür eingeführt. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Palais beim Rückzug von der Deutschen Wehrmacht zerstört, lediglich der Gebäudeteil mit dem Grabmal blieb einigermaßen erhalten und konnte wieder restauriert werden. In späteren Jahren wurde zusätzlich eine Ewige Flamme angezündet.

Siehe auch: Grab des unbekannten Soldaten in Warschau

Russland


Russia-Moscow-Kremlin-Alexandergarden-Grave-of-unknown-soldier.jpg Das Moskauer Grabmal des unbekannten Soldaten befindet sich im Alexandergarten am Kreml. Hier wird der sowjetischen Gefallenen des Zweiten Weltkrieges gedacht. Seit 1997 gibt es eine Ehrenwache, die jede Stunde gewechselt wird. Es ist Tradition frisch verheirater Paare, am Grabmal einen Blumenstrauß nieder zu legen und der Ahnen zu gedenken.

Österreich


Das Grabmal des unbekannten Soldaten befindet sich im Äußeren Burgtor des Wiener Heldenplatzes. Hier wird regelmäßig am 26. Oktober, dem Nationalfeiertag der Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege gedacht.

Griechenland


Das Grabmal des unbekannten Soldaten liegt in Athen am Syntagmaplatz, stündlicher Wachwechsel der Evzonen (Sonntagvormittag Aufmarsch).

USA


Das Grabmal des unbekannten Soldaten befindet sich im Arlington National Cemetery in Arlington, Virginia. Der Wachwechsel ist halbstündlich.

Grabmal | Denkmal | Militärisches Brauchtum und Ritual

Tomb of the Unknown Soldier | Tumba del soldado desconocido | Tuntematon sotilas (käsite) | Tombe du Soldat inconnu | Milite Ignoto | Grób Nieznanego Żołnierza

 

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