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Das Grab ist mit dem Totenkult der Kulturen verbunden. Es war bereits sehr früh eine Erdgrube zur Deponierung der sterblichen Überreste von Menschen. Allerdings wurden mesolithische Bestattungen offenbar auch in Køkkenmøddingern (Muschelabfallhaufen) vorgenommen. Aufgrund der Begräbnis- oder Sepulchralkultur finden Archäologen seit dem Neandertaler die Spuren von Bestattungen. Teilweise sind es die reichsten und vielfältigsten Zeugnisse von Kulturen. So wurden Gräber zum wichtigen Gegenstand der archäologischen Forschung. Ein Grab ist ein geschlossener, unterirdischer (unterseeischer), verschieden gestalteter Hohlraum, der meist im Verbund mit gleichartigen Objekten (als Friedhof) vorkommt und als Depot für tote Körper oder deren Knochen bzw. deren Asche [Urnen an in der Regel oberirdisch markierten Orten zu finden ist. Soweit Körper vorhanden sind, zeigt sich zumeist spezifische Ausrichtung (Lagerung). Tote wurden zeitweise auch nach Alter, Geschlecht oder gesellschaftlicher Position getrennt bestattet.

Abgrenzung


Felsengräber von Myra.JPG Nicht jeder Tote Körper gehört zu einem regulär Verstorbenen. Menschenopfer wurden in Höhlen, Kultbauten, Megalithgräbern, Erdwerksgräben oder in Tempeln und Mooren deponiert. Ihre Knochen fanden sich zumeist weder im anatomischen bzw. Individualverband, noch gehörten sie zu kompletten Skeletten (Schädelseparation). In nordischen Megalithanlagen ist z.B. kein Skelett aus der Zeit der Trichterbecherkultur vollständig und exkarniert eingebrachte Knochen sind dort die Regel. Bei der nachfolgenden Schnurkeramik sind jene Skelette, die in lithischen Anlagen gefunden werden vollständiger, aber nicht selten zerstückelt. In multikulturell nachgenutzten Totenhütten gibt das Nebeneinander von Knochenhaufen und Skelettteilen im anatomischen Verband zu widerstreitenden Deutungen Anlass. Die Summe der Geopferten übersteigt aber in keiner Kultur die 3% Marke. Auch scheinbar reguläre Bestattungen von Tieren (Rinderopfer) verweisen darauf, das bestattungsartige Niederlegungen durchaus Opfercharakter haben können.

Höhlen


Zu den ältesten Plätzen an denen menschliche Skelette gefunden wurden zählen Höhlen. Der Begriff Höhlengräber (als älteste gilt die 60.000 Jahre alte Kebarahöhle, Israel) ist jedoch im Bezug auf eine echte Grablege falsch, da nur wenige Plätze dafür genutzt wurden. Später dienten auch artifizielle Höhlen: Felsengräber Hypogäen, Katakomben oder Mastabas als Deponierungsorte für menschliche Überreste, die in vielen Fällen jedoch Opfer waren. In Myra (Lykien) und Fethiye (in der heutigen Türkei) finden sich noch historische Felsengräber aus lykischer Zeit.

Gräber in Kulturen und Religionen


Die Gestaltung der Grablegen ist abhängig von der Kultur bzw. Religion

In einigen alten Kulturen wurden die Tote nicht beerdigt, sondern auf Bäume oder Türme (bei den Zoroastikern) verbracht und der Verwesung bzw. Vögeln überlassen. Baumgräber: Die Seminolen setzten ihre Toten in hohlen Bäumen bei.

Erdgräber


Gräber sind zunächst nur als Körpergräber später auch als Brandgräber gefunden worden. Das älteste erhaltene Grab (Qafzeh, Israel) ist etwa 100.000 Jahre alt. Die Blickrichtung der Bestatteten frühen Kulturen ist in der Regel einheitlich nach einer Himmelsrichtung orientiert. Im Judentum gibt es aus religiösen Gründen das Körpergrab (Glaube an die Auferstehung), das außerhalb der Stadt angelegt wurde. (Bestattungsriten), weil Tote als unrein galten. Dieser Tradition folgte das Christentum, bis zur Übernahme der in Mitteleuropa seit der Bandkeramik bekannten Feuerbestattung und des Urnengrabes. Mit der Praxis der Heiligenverehrung wurden die Gräber des Klerus und der Laien ins Zentrum der Siedlung, in den Bereich in und um die Kirche verlagert. Ihre Anordnung erfolgte gemäß dem gesellschaftlichen Status. Im 18. und 19. Jahrhundert erfolgte die Verlagerung der Gräber aus Gründen der Hygiene auf Friedhöfe an die örtliche Peripherie.

Die Bestattung als so genannter Hocker gilt als die älteste. Der intakte Leichnam liegt der gleichsam wie ein Embryo im Mutterleib. Diese Position wurde als Rückkehr zu den Ursprüngen des Lebens gedeutet.

Manche Kulturen der Vorzeit trennten Männer- und Frauengräber. Die Cillin genannte Friedhöfe in Irland blieben ungetauft verstorbenen Kindern vorbehalten.

Grabmale


Grabkapelle fern.jpg in Stuttgart-Rotenberg]] Grabmale und Gruften sind besondere Gräber für Einzelpersonen von besonderem Rang. Bedeutende Grabmäler sind Pyramiden, Mausoleen oder auch Grabkapellen (Grabkapelle auf dem Württemberg für Königin Katharina Pawlowna).

Sonderformen


Zu bestimmten Zeiten, in bestimmtem Zusammenhang bzw. regional (Tirol, Paris, Alentejo) erfolgte zeitweilig die Sammlung der Gebeine in Ossuarien (Beinhäusern) zu deutsch: Karner. Sonderformen sind auch die Seebestattung und der Soldatenfriedhof. Im Zuge von Katastrophen oder Kriegen kommt es besonders in der Neuzeit zur Anlage von Massengräbern, die zuletzt in den 1990er Jahren in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens entdeckt wurden.

Siehe auch


Weblinks


Gräber berühmter Persönlichkeiten

Literatur


  • Philipe Aries: Geschichte des Todes. dtv, München 2005 (11. Aufl.). ISBN 3-423-30169-4

Grabbau

 

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