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Unter dem Begriff Grüngürtel wird ein durchgängiges System aus Grün- und Freiflächen verstanden, die ein Siedlungsgebiet, ein Dorf oder eine Stadt kreisförmig umschließen. Üblicherweise sind derartige Grüngürtel besonders geschützt und auch durch entsprechende Flächenwidmung oder Flächennutzungspläne rechtlich abgesichert.

Die Umschließung des meist dicht bebauten Siedlungs- bzw. Stadtgebiets hat mehrere Vorteile:

  • Bereitstellung von großflächigen siedlungsnahen Grün- und Freiräumen
  • Beitrag zur Luftqualität durch die Filterwirkung, die von den Grünflächen ausgeht und die Produktion von Frischluft
  • Verbesserung des Kleinklimas
  • Eindämmung des Stadtwachstums in das Umland
  • Vernetzung von Biotopen

Gleichartige Ziele werden durch die Ausweisung von Grünzügen verfolgt, allerdings umschließen diese nicht die gesamte Siedlungsfläche.

Beispiele bekannter Grüngürtel


Zu den größten Grüngürteln im deutschsprachigen Raum zählen:

Außerdem verfügt auch die Stadt Pješčana uvala in Kroatien über einen bedeutenden Grüngürtel. Nach ihrer Lage im Dürener Grüngürtel wurde die Siedlung Grüngürtel (Düren) benannt.

Wiener Grüngürtel


Der Grüngürtel um Wien war einer der ersten Grüngürtel weltweit, der auch durch Flächenankäufe der Stadt sowie durch rechtliche Schutzmaßnahmen im Rahmen des Flächenwidmungsplans abgesichert war.

Beschreibung

Der Wiener Grüngürtel umschließt heute das gesamte Stadtgebiet und hat eine Gesamtfläche von rund 12.000 ha. Er ist durch die Widmungskategorie Schutzgebiet Wald und Wiesengürtel, die in der Flächenwidmungsplanung die höchste Schutzkategorie für Grünflächen ist, rechtlich abgesichert.

Er umfasst folgende großflächige Landschaftsräume in Wien:

Durch Widmung, Ankauf von Grundflächen und weitere Ausgestaltung soll der Grüngürtel auch in Hinkunft gesichert werden. Als weiterführende Planung ist ein Biosphärenpark Wienerwald (im Anschluss an den Grüngürtel im Westen) in Vorbereitung.

Geschichte

Bereits im Jahr 1898 wurde diskutiert, „an der Peripherie eine 600 Meter breite Zone von der Bebauung auszuschließen und mit Vegetation zu versehen“, um ausreichende Erholungs- und Vergnügungsstätten bereitstellen zu können.

Vor rund 100 Jahren wurde schließlich der Grundstein für den Grüngürtel rund um Wien gelegt. Unter Bürgermeister Karl Lueger beschloss der Gemeinderat am 24. Mai 1905 fast 6.000 Hektar - vor allem im Wienerwald und im Süden Wiens - unter Schutz zu stellen. Durch Kriegsgeschehen und Not bedingt, wurde in den Jahren des Ersten und Zweiten Weltkrieges sowie in der Zwischenkriegszeit die Grünraumpolitik eher vernachlässigt. Der erste wirklich große und bedeutende Schritt zur Schließung des Wiener Wald- und Wiesengürtels erfolgte im Jahr 1953 mit den Aufforstungen am Laaer Berg.

In der 1990er Jahren konzipierte die Wiener Stadtplanung die „Leitlinien für die Stadtentwicklung Wiens“. Gleichzeitig wurden mit dem „Grün- und Freiflächenkonzept für den Nordosten Wiens“, dem „1.000-Hektar-Programm“, übergeordnete Grünräume definiert. Im November 1994 wurden der Stadtentwicklungsplan (STEP94) und das 1.000 Hektar-Programm beschlossen. Damit wurde der Grüngürtel um die Stadt durch den Beschluss des Gemeinderates gesichert und „Tabuzonen“ für die bauliche Entwicklung festegelegt.

Weblinks


Umweltschutz | Raumplanung

Green belt

 

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