gottlieb-daimler-stadion.jpgs 2002]] Das Gottlieb-Daimler-Stadion ist ein Mehrzweckstadion auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart-Bad Cannstatt. Es wurde 1933 fertiggestellt und seitdem mehrfach um- und ausgebaut. Das Stadion fasst heute bis zu 57.000 Zuschauer und ist neben dem Olympiastadion Berlin und dem Olympiastadion München das einzige deutsche Großstadion, das für Leichtathletik-Wettbewerbe genutzt werden kann. Die noch vorhandene Laufbahn führt jedoch bei Fußballspielen zu einer vergleichsweise großen Entfernung der Zuschauer vom Spielfeld.
Das Stadion ist die Heimat des VfB Stuttgart. Wichtigste Veranstaltungen in der Arena waren die Fußball-Weltmeisterschaften 1974 und 2006, die Fußball-Europameisterschaft 1988, die Leichtathletik-Weltmeisterschaft 1993 und die Leichtathletik-Europameisterschaft 1986.
Nach dem Krieg wurde das Stadion von der US-Besatzung zunächst in Century Stadium und später in Kampfbahn umbenannt und für Baseballspiele genutzt. 1949 wurde das Stadion in Neckarstadion umbenannt. Im selben Jahr fand vor 90.000 Zuschauern das Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft zwischen dem VfR Mannheim und Borussia Dortmund statt. 1950 fand im Stadion das erste deutsche Nachkriegs-Länderspiel gegen die Schweiz vor 103.000 Zuschauern statt. Zwischen 1949 und 1951 wurde eine offene Gegentribüne errichtet. Nach dem Ausbau fasste das Stadion 97.500 Zuschauer.
1986 erhielt die Arena als erstes deutsches Stadion eine Farbanzeigetafel, wodurch die Kapazität auf 63.000 Zuschauer sank. Im selben Jahr war das Stadion Austragungsort der Leichtathletik-EM 1986. Trotz schlechten Wetters besuchten insgesamt 300.000 Zuschauer die Veranstaltungen. Für die Organisation der Europameisterschaften erhielt die Stadt Stuttgart den Olympic Cup des IOC.
Zwei Jahre später fanden im Stadion zwei Spiele der Fußball-EM 1988 statt: die Vorrundenpartie England-Irland (0:1) sowie das Halbfinalspiel Italien-Sowjetunion (0:2).
1990 wurde eine Rasenheizung installiert. Für die Leichtathletik-Weltmeisterschaft 1993 wurden die Überdachungen von Haupt- und Gegentribüne abgerissen. Das Stadion erhielt die heute noch bestehende komplette Membran-Überdachung. Die meisten Stehplätze wurden in Sitzplätze umgewandelt; die Kapazität sank dadurch auf knapp 54.000 Plätze. Im Rahmen dieses Umbaus erhielt das Stadion seinen heutigen Namen Gottlieb-Daimler-Stadion. Dies wurde durch einen Beschluss des Gemeinderats der Stadt Stuttgart gefasst. Der damalige Automobilkonzern Daimler-Benz finanzierte zwar für 10 Millionen Mark den Bau eines überdachten Übergangs bei der benachbarten Hanns-Martin-Schleyer-Halle, jedoch erfolgte die Umbenennung des Stadions auf freiwilliger Basis. Daimler-Benz lehnte eine Umbenennung zunächst ab, da es seitens des Konzerns keine Bedingungen für die Finanzierung des Baus gab.
Die Bezeichnung Gottlieb-Daimler-Stadion stellt indirekt somit das erste Stadion-Sponsoring in der deutschen Fußball-Bundesliga dar. Die Leichtathletik-WM wurde von insgesamt 585.000 Zuschauern besucht – die höchste je erreichte Zuschauerzahl bei Leichtathletik-Weltmeisterschaften. Die WM war für die Stadt Stuttgart ein voller Erfolg. Für das große Zuschauerinteresse, die Fachkundigkeit und Begeisterung des Publikums wurden die Besucher der WM mit dem Fairplay-Preis der UNESCO ausgezeichnet.
Stuttgart_-_ENG-EQU.jpg und Ecuador]] Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 fanden im Gottlieb-Daimler-Stadion folgende Partien statt:
| Fr, 16. Juni 2006, 18 Uhr Gruppe C | |||
| Flag of the Netherlands.svg Niederlande | - | Flag of Cote d'Ivoire.svg Elfenbeinküste | 1 (2:1) |
| Di, 13. Juni 2006, 18 Uhr Gruppe G | |||
| Flag of France.svg Frankreich | - | Flag of Switzerland.svg Schweiz | 0 |
| Mo, 19. Juni 2006, 21 Uhr Gruppe H | |||
| Flag of Spain.svg Spanien | - | flag of Tunisia.svg Tunesien | 1 |
| Do. 22. Juni 2006, 21 Uhr Gruppe F | |||
| Civil Ensign of Croatia.svg Kroatien | - | Flag of Australia.svg Australien | 2 (1:1) |
| So, 25. Juni 2006, 17 Uhr Achtelfinale | |||
| Flag of England.svg England | - | Flag of Ecuador.svg Ecuador | 0_(0:0) |
| Sa, 8. Juli 2006, 21 Uhr Spiel um Platz 3 | |||
| Flag of Germany.svg Deutschland | - | Flag of Portugal.svg Portugal | 1_.280:0.29 |
Im Juli 2006 hat der Präsident des VfB Stuttgart, Erwin Staudt, der Stadt Stuttgart eine Machbarkeitsstudie für den Umbau des Daimler-Stadions in ein reines Fußball-Stadion vorgelegt. Kernpunkt ist danach ein Spinnennetz-Dach mit einem Videowürfel im Zentrum. Die Studie sieht vor, das Membrandach des Gottlieb-Daimler-Stadions ebenso wie bei der Frankfurter Commerzbank-Arena mit einer Spinnennetz-Konstruktion zu überspannen. In dessen Zentrum soll ein Videowürfel aufgehängt werden. Dieser soll einerseits gut sichtbare Bilder liefern und andererseits die Zeltplanen verbergen, mit denen das Dach komplett geschlossen werden kann. Damit seien wesentliche Forderungen von Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster erfüllt: Eine Kapazität von mehr als 50.000 Zuschauern (um große Länderspiele austragen zu können), der Erhalt der erst wenige Jahre alten Tribüne sowie der Schutz der Cannstatter Mineralquellen.
Um das Fassungsvermögen der Fußball-Arena auf bis zu 57.000 Zuschauer zu erhöhen, sieht die Studie eine Tieferlegung des Spielfeldes um 1,30 Meter vor. Ohne Laufbahn könnten dann fünf zusätzliche Reihen mit Sitzplätzen auf der Haupttribüne und der Gegengeraden eingezogen werden. Die Kurven würden abgerissen und durch zwei steile Geraden ersetzt, die bis auf 7,5 Meter an die Torauslinien heranrücken.
Noch völlig unklar ist die Finanzierung des Projektes. Der Umbau soll der Studie zufolge rund 70 Millionen Euro kosten, für deren Finanzierung der VfB noch einen Partner sucht. OB Schuster verlangt zudem, dass der Verein das Stadion für etwa 90 Millionen Euro kauft. Im Gegenzug wolle die Stadt das Grundstück zur Verfügung stellen. VfB-Präsident Staudt bevorzugt dagegen eine Pacht des Stadions durch den Klub.
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