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Gottfried Helnwein (* 8. Oktober 1948 in Wien) ist ein österreichisch-irischer Künstler.

Helnwein wurde in den 70er Jahren vor allem durch seine hyperrealistischen Bilder von verwundeten und bandagierten Kindern bekannt, und die Darstellung des Kindes ist auch das zentrale Thema seiner Arbeit geblieben. Er arbeitet mit den unterschiedlichsten Techniken und Stilmitteln – neben der Zeichnung, Aquarell-, Acryl- und Ölmalerei und verschiedenen Misch-Techniken ist, seit den 80er Jahren, vor allem die Fotografie sein wichtigstes Medium –, oft in Verbindung mit Performance-Arbeiten. Seit den 90er Jahren konzentriert er sich, neben der Malerei, mehr und mehr auf digitale Fotografie und grossformatige Installationen im öffentlichen Raum, meistens mit einem sozialen oder gesellschaftspolitischen Anliegen. Ab Ende der 90er Jahre beginnt er auch Videos in seine Arbeit miteinzubeziehen.
Er schuf Bühnenbilder für Maximilian Schell (Los Angeles Opera, Israeli Opera Tel Aviv), Jürgen Flimm (Hamburgische Staatsoper), Hans Kresnik (Volksbühne Berlin, Staatstheater Stuttgart, Deutsches Schauspielhaus Hamburg), Gregor Seyffert (Robert Schumann-Festival Düsseldorf) und Gert Hof, (Hamletmaschine von Heiner Müller, Berlin, München).

Leben


Helnwein studiert ab 1965 an der Fg68at/Baustelle GLV, gemeinsam mit Manfred Deix, ab 1969 Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Er bekommt den Kardinal-König-Preis, den Meisterschul-Preis sowie Theodor-Körner-Preis. Die Film-Dokumentation "Helnwein", 1984 (Regie Peter Hajek, Co-Produktion ORF, ZDF) erhält den Adolf-Grimme-Preis, den Eduard Rhein-Preis und den Goldenen Kader der Stadt Wien.

1982 lehnt er eine Professur an der Hamburger Fachhochschule für Gestaltung ab.

1985 Einzelausstellung in der Albertina, Wien

Rudolf Hausner schlägt Helnwein als seinen Nachfolger für die Leitung der Meisterklasse für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Wien vor, aber Helnwein übersiedelte nach Deutschland.

1988 zur Erinnerung an die so genannte "Reichskristallnacht", 1938, errichtet Helnwein in Köln die 100 Meter lange Installation "Neunter November Nacht" zwischen Museum Ludwig und dem Kölner Dom

Zusammenarbeit mit Hans Kresnik an dem choreographischen Drama "Macbeth" nach William Shakespeare, welches mit dem Theaterpreis Berlin ausgezeichnet wird.

1989 Einzelausstellung im Folkwang Museum, Essen.

1997 versuchte Helnwein erfolglos, das Erscheinen eines Buches (ISBN 3-923801-939) zu verhindern, das seine Nähe zu Scientology dokumentierte.

1997 Helnwein übersiedelt nach Irland.

Im selben Jahr findet die bis dato umfangreichste Helnwein-Retrospektive im Staatlichen Russischen Museum in Sankt Petersburg statt.

2000 Ausstellungen im San Francisco Museum of Modern Art und im Los Angeles County Museum of Art.

2001 gestaltet er für die Hamburgische Staatsoper das Bühnenbild für die Oper "Rake's Progress" von Igor Strawinsky, Regie: Jürgen Flimm.

2002 etabliert er ein Atelier in Los Angeles.

2003 Premiere der Helnwein-Dokumentation "Neunter November Nacht" im Museum of Tolerance, Simon Wiesenthal Center, Los Angeles.

Zusammenarbeit mit Marilyn Manson und Sean Penn an experimentellen Video- und Filmprojekten, wie etwa der Videoproduktion Doppelherz.

2004 "The Child", Helnwein-Retrospective in der Legion of Honor, San Francisco Fine Arts Museums, die von ca. 130 000 Besuchern gesehen wird.

Helnwein erhält die irische Staatsbürgerschaft.

2005 Zusammenarbeit mit Maximilian Schell an der Oper Der Rosenkavalier von Richard Strauss für die Los Angeles Opera, Dirigent: Kent Nagano und die Israeli Opera Tel Aviv, Dirigent: Asher Fisch.

"Beautiful Children", Einzelausstellung im Ludwig Museum Schloss Oberhausen und im Wilhelm-Busch-Museum Hannover.
Am 3. Dezember 2005 heiratet Marilyn Manson seine langjährige Freundin Dita von Teese (bürgerlicher Name: Heather Sweet). Die Zeremonie findet in Gottfried Helnweins irischem Schloss statt.

2006 "Face it" Einzelausstellung im Lentos Museum of Modern Art Linz

Gottfried Helnwein lebt und arbeitet in Irland und Los Angeles.

Preise und Stipendien


Zitate


  • "Von Donald Duck habe ich mehr gelernt als von allen Schulen, in denen ich war."
    Gottfried Helnwein

  • "In den siebziger Jahren war die Welt noch in Ordnung: Da hat man gewusst, es gibt die Linken, die Liberalen, es gibt die, die für eine multikulturelle Gesellschaft sind, und die, die gegen Ausländer sind. Und man hat gewusst: Das andere Lager, das sind die Nazis, die Rechten, die Spießer. Das ist jetzt vorbei. Im Moment bricht alles zusammen, die Glaubenssysteme, die Werte, die Grenzen - alles verändert sich."
    Gottfried Helnwein im Wiener Profil (9/06)

  • "Die Funktion des Künstlers besteht darin, die Erfahrung eines überraschten Erkennens wachzurufen: dem Betrachter zeigen, was er weiß, von dem er aber nicht weiß, daß er es weiß.- Helnwein ist ein Meister dieses überraschten Erkennens."
    (William S. Burroughs über Helnwein)

  • "Wie hält ein freundlicher Mensch wie Helnwein es aus, seine exzellente - Malerei zum Spiegel der Schrecken des Jahrhunderts zu machen? Oder hält er es einfach nicht aus, das nicht zu tun? Reflektiert sein Spiegel nur die Jahrhunderthaltung, LIEBER EIN SCHRECKEN OHNE ENDE ALS EIN ENDE MIT SCHRECKEN, die aus der Überbewertung des Todes kommt, Folge seiner Tabuierung durch Statistik.Perseus, der die Gorgo im Spiegel guillotiniert, und wenn der Kopf fällt, ist es der eigene. Wieviel Köpfe hat ein Mensch / Mann in unserem Zeitalter der Spiegel? "
    (Heiner Müller über Helnwein)

  • "Wenn man in der österreichischen bildenden Kunst der letzten fünfzig Jahre jemanden als Star bezeichnen möchte, dann kommt, unter Berücksichtigung aller Kennzeichen, nur einer in Betracht: Gottfried Helnwein."
    Stella Rollig, Direktorin des Lentos Museum of Modern Art Linz

Literatur (Auswahl)


  • Alexander Borovsky, Klaus Honnef, Peter Selz, William Burroughs, Heiner Müller, H.C. Artmann: "Helnwein, Monographie - Gottfried Helnwein, Retrospektive", Staatliches Russisches Museum St. Petersburg
    1997, ISBN 3-930775-31-X und Koenemann, 1999 ISBN 3829014481
    Klaus Honnef, Die subversive Kraft der Kunst

  • Gisela Vetter-Liebenow, Peter Pachnike: "Beautiful Children ", Einzelausstellung Gottfried Helnwein, Ludwig Galerie Schloss Oberhausen, Wilhelm-Busch-Museum Hannover, 2005

  • Stella Rollig, Thomas Edlinger, Nava Semel: "Face it", Einzelausstellung Gottfried Helnwein,
    Lentos Museum of Modern Art Linz, Christian Brandstätter Verlag, Wien 2006, ISBN 3-902510-39-0 Stella Rollig, Helnwein

  • Walter Koschatzky, Peter Gorsen, Klaus Hartung and H.C. Artmann: "Gottfried Helnwein - Arbeiten von 1970-1985" Albertina, Wien, 1985 Peter Gorsen, Helnwein

Weblinks


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