Ein Gottesdienst ist eine religiös motivierte Zusammenkunft von Menschen mit dem Zweck, mit einer Gottheit in Verbindung zu treten, mit ihr Gemeinschaft zu haben oder Opfer zu bringen bzw. eine auferlegte religiöse Pflicht zu erfüllen. Sie kann in einer eigens vorgesehenen Räumlichkeit (Gotteshaus, Kirche, Synagoge, Moschee, Pagode, Tempel, Königreichssaal etc.) stattfinden, wie auch im häuslichen Bereich oder in der Natur. Im Deutschen ist der Begriff ursprünglich die Wiedergabe des lateinischen Begriffes Kult.
Oft folgt ein Gottesdienst einem ritualisierten, durch Traditionen überlieferten Ablauf, es werden aber auch spontane und wenig strukturierte Zusammenkünfte mit der entsprechenden Zielsetzung als Gottesdienst bezeichnet.
Ravensburg Evangelische Stadtkirche innen.jpg | RigaMHimmelfahrt.JPG | Gottesdienste_Ilmenau.JPG) die Gottesdienstzeiten an, falls diese unterwegs an einem solchen teilnehmen möchten.]]
Schon im 2. Jahrhundert kommt es zu einer liturgischen Ausbildung der gottesdienstlichen Zusammenkünfte. Justin der Märtyrer († 165) zum Beispiel beschreibt einen christlichen Gottesdienst mit Leseordnung, Predigt, Fürbittegebet und Abendmahlsfeier. Daraus entwickeln sich mit der Zeit besondere priesterliche Ämter, die schließlich zu einer Trennung der Gemeinde in „Geistliche“ und „Laien“ führt. Die Architektur der gottesdienstlichen Räume spiegelt diese Trennung; der Altarraum - durch einen Lettner vom Rest des Kirchenraumes getrennt - ist den Geistlichen vorbehalten, während die anderen Gemeindemitglieder immer mehr zu Zuschauern und Zuhörern des gottesdienstlichen Geschehens wurden. Andere spätantike und frühmittelalterliche Sonderformen (Stationsgottesdienst) leben heute in Prozessionen fort.
Die Reformation versuchte diese Entwicklung rückgängig zu machen. Der linke Flügel der Reformation (Täufer) und freikirchlichen Bewegungen der Neuzeit (zum Beispiel Baptisten) hoben die gottesdienstliche Trennung zwischen Geistlichen und Laien vollends auf. Auch das Zweite Vatikanische Konzil der römische-katholischen Kirche wies dem Laien wieder einen aktiven Platz im Gottesdienstgeschehen zu. In den orthodoxen Kirchen wurde diese Rückbesinnung auf den urchristlichen Gottesdienst allerdings nicht nachvollzogen.
Die Zahl der Teilnehmer am sonntäglichen Gottesdienst nimmt in der Bundesrepublik Deutschland ab und betrug nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) im Jahr 2003 nur noch 3,98 Millionen Menschen gegenüber 6,19 Millionen Teilnehmer im Jahr 1990. Interessant ist, dass das Interesse an Religion bei jüngeren Menschen (zwischen 14 und 29) wieder leicht ansteigt. Hier sind auch geografische Unterschiede zu nennen: In den USA sowie in einigen Teilen Europas (z. B. Polen, Italien) ist der Besuch des sonntäglichen Gottesdienstes noch eine Selbstverständlichkeit.
Formen des römisch-katholischen Gottesdienstes sind:
Die lutherischen Kirchen orientieren sich bis heute an diesem Verständnis und an der Sprache Martin Luthers, so dass in ihnen sowohl von Gottesdiensten als auch von Messen gesprochen wird. Gottesdienste werden in allen ihren Elementen - Bibellesungen, Gebete, Predigt, Gesänge, Bekenntnisse - grundsätzlich nur in den Landessprachen gefeiert; Ausnahmen gelten lediglich für die feststehende liturgischen Gesänge - Gloria patri, Kyrie, Gloria, Sanctus, Agnus Dei -, die zuweilen in ihrer altkirchlichen Form und Sprache angestimmt werden, sowie für neueres Liedgut, das auch in sprachlicher Hinsicht oftmals bestimmten Trends folgt und derzeit oft englische Texte aufweist.
Die unterschiedlichen Teile des Gottesdienstes - Sündenbekenntnis/Beichte, Eingangsliturgie, Verkündigung, (Taufe,) Abendmahl, Sendung - haben grundsätzlich das gleiche Gewicht. Je nach Situation können sich Verschiebungen ergeben. Traditionellerweise werden Verkündigung (mit Bibellesungen, Predigt und Glaubensbekenntnis) und Abendmahlsfeier besonders gewichtet.
Der Gottesdienst besteht aus Gebeten, Liedern, Psalmen sowie dem Kaddisch. An Samstagen und Feiertagen, in einigen Gemeinden auch montags und donnerstags, erfolgt morgens eine öffentliche Lesung aus der Torarolle; an Jom Kippur noch zusätzlich nachmittags. Die Tora steht dann im Zentrum des Gottesdienstes. Die Gottesdienstordnung ist je nach Richtung und Gemeinde verschieden.
Das Freitagsgebet (Cuma Salah), das nur in der Gemeinschaft in der Moschee stattfinden kann, ist eine Entsprechung zum christlichen und jüdischen Gottesdienst.
Seit den Puranas begann eine neue Phase des Hinduismus: die Bhakti, die liebende Hingabe an einen persönlichen Gott wurde für viele Hindus zum wichtigsten Element der Religiosität. Die populärste Form der Gottesverehrung ist die Anbetung Gottes in einem Bild oder einem Emblem im Rahmen einer Puja (Zeremonie), die oft im häuslichen Rahmen stattfindet. Der Gläubige kann sich selbst aussuchen, in welcher der vielen Formen er das Göttliche verehren möchte, wenngleich Familientraditionen hierbei eine Rolle spielen. Der Priester folgt in einer formellen Puja einem strengen Ritus, der meist in den Veden seine Grundlage hat. Im hinduistischen Tempel bietet sich ebenfalls die Möglichkeit zum Gottesdienst, jedoch ist dieser weniger formalisiert. Anfang und Ende sind offen, jeder Tempel entwickelt seinen eigenen dramaturgischen Ablauf. Zentraler Aspekt ist stets das Darshan (Gottesschau). Fromme Hindus gehen in den Tempel um die Sicht Gottes durch ein Symbol oder eine Statue, in der die geistige Anwesenheit Gottes angenommen wird, zu erlangen. Meist ist der Besuch im Tempel mit einer Opfergabe verbunden.
Gottesdienst | Worship | diservo | Богослужение христианское
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