| Wappen | Karte |
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| Wappen Gotha.jpg | Karte_gotha_in_deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Thüringen |
| Landkreis: | Landkreis Gotha |
| Höhe: | 330 m ü. NN |
| Fläche: | 69,52 km² |
| Einwohner: | 47.045 (30. Juni 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 677 Einwohner je km |
| Postleitzahl: | 99867 |
| Vorwahl: | 03621 |
| Kfz-Kennzeichen: | GTH |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 67 029 |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Hauptmarkt 1 99867 Gotha |
| Website: | www.gotha.de |
| Oberbürgermeister: | Knut Kreuch (SPD) |
Gotha liegt am Nordrand des Thüringer Waldes und an der Autobahn-/Eisenbahnhauptverbindung Leipzig-Frankfurt am Main.
Angrenzende Gemeinden sind im Norden Bufleben, Goldbach und Remstädt, im Osten Friemar, Seebergen und Tüttleben, im Süden Emleben, Günthersleben-Wechmar und Leinatal und im Westen Trügleben, Aspach (Thüringen) und Hörselgau. Sämtliche Gemeinden gehören zum Landkreis Gotha.
Gotha wurde erstmalig im Breviarium Lulli als villa gotaha (=gutes Wasser) erwähnt. Aus dieser Urkunde leiten viele Orte des hessisch-thüringschen Raumes ihre Ersterwähnung her. Daher datiert man die Gründung auf 775. Die Beziehungen zur Abtei Hersfeld dürften auch Grund für die Übernahme des Stadtheiligen St. Gothardus (siehe Wappen), eines ehemaligen Abtes von Hersfeld, später Bischof von Hildesheim, gewesen sein. Eine ältere Siedlung ist jedoch anzunehmen. Im Gebiet von Gotha wurde, archäologisch nachgewiesen, bereits seit langem gesiedelt.
Gotha entwickelte sich als Marktort an der Kreuzung der Via Regia bzw. Hohen Straße (West- Ost-Richtung) und einer Verbindung von Mühlhausen über Bad Langensalza zu einem alten Übergang über den Thüringer Wald in Nord-Süd-Richtung bei Oberhof. Sie lag im Schutz der Burg Grimmenstein, einer Festung der Ludowinger. Über längere Zeit war der Waidhandel Basis eines gewissen Wohlstandes. 1369 wurde unter Landgraf Balthasar von Thüringen der Leina-Kanal angelegt, eine auch heute noch betriebene Wasserversorgung über mehr als 12 km. Die starke Festung Grimmenstein wurde im Ergebnis der Grumbachschen Händel geschleift. Im 17. Jahrhundert wurde Gotha Residenz des aufgeklärten, protestantischen Herzogtums Sachsen-Gotha (seit 1826 Sachsen-Coburg und Gotha). Die Herzöge schufen einen in Verwaltung, Wirtschaft und Finanzen vorbildlichen Staat. Ergebnisse waren auch eine erste Schulpflicht für Mädchen und Jungen, die Wirkung des Pädagogen Andreas Reyher (Gothaer Schulmethodus als erste Schulordnung) und der Beginn naturwissenschaftlicher Sammlungen. Das Hoftheater (heute Ekhof-Theater, zu Ehren seines Mitbegründers Conrad Ekhof) wurde in einen Ballsaal des Schlosses eingebaut und wirkte als erste Bühne mit fester Truppe noch lange in die Entwicklung der deutschen Theatergeschichte.
Die verschiedenen Interessen der Herzöge begründeten den Ruf als eine Stadt der Naturwissenschaften und Künste. So war es möglich, dass namhafte Wissenschaftler und Künstler an den Hof gezogen wurden (siehe Liste Persönlichkeiten). Unter Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg wurde die Schlossbefestigung aufgehoben. Ein Park nach englischem Vorbild entstand. Aus seiner privaten Schatulle wurde eine moderne Sternwarte finanziert, die nach testamentarischem Wunsch als sein einziges Denkmal erhalten werden sollte. 1785 wurde der geographische Verlag Justus Perthes gegründet, in dem auch der Gothaer Adelskalender (Der Gotha) erschien. Ernst-Wilhelm Arnoldi begründete durch die Gothaer Feuerversicherungsbank 1820 (heute: Gothaer Allgemeine Versicherung AG in Köln) und die Lebensversicherungsbank 1827 (heute: Gothaer Lebensversicherung AG in Göttingen) das moderne Versicherungswesen der "Versicherung auf Gegenseitigkeit", aus denen der heutige Konzern Gothaer Versicherungsbank VVaG in Köln entstand. 1847 erfolgte der Anschluss an das Eisenbahnnetz (zunächst die Strecke Leipzig - Frankfurt (Main). Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha vertrat konsequent die preußische Einigungspolitik. Als Fürsprecher bzw. Protektor der Sänger, Turner, Schützen, Jäger und studentischen Burschenschaften erlangte er eine gewisse Popularität. 1849 fand in Gotha das Nachparlament statt. Aus liberaler Überzeugung wurde eine fortschrittliche Verfassung zugelassen und verkündet, die "gesamtdeutsche" Kongresse wie die Gründung des Deutschen Schützenbundes 1861 oder die Vereinigung der Arbeiterparteien von Ferdinand Lassalle und August Bebel zur "Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands", der späteren SPD, ermöglichten. Auf der Grundlage des Schulgesetzes des Großherzogs Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha, § 41, entstand durch August Köhler (Pädagoge) eine Ausbildungsstätte erstmalig auch für Lehrerinnen und Kindergärtnerinnen. Köhler gründete 1863 den "Deutschen Fröbelverein" für Thüringen, aus dem 1872 der "Allgemeine Fröbelverein" und ein Jahr später, 1873, der "Deutsche Fröbelverband" hervorging. 1878 wurde in Gotha das erste deutsche Krematorium gebaut.
Begünstigt durch die guten Verkehrsbedingungen entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Standort des Maschinenbaus, der Druckindustrie und der Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoffe. Schon früh wurde die Fliegerei als sich rasant entwickelnder Zweig erkannt (Fliegerstadt Gotha). 1910 entstand in Gotha am Südhang des Kleinen Seebergs ein Flugplatz mit Luftschiffhallen, ein Militärflugplatz und ein Betrieb begann bereits vor dem 1. Weltkrieg mit der Herstellung von Flugzeugen. Die als GOTHAS bekannten Bombenflugzeuge führten die ersten Luftangriffe auf eine Großstadt (London) aus. Nach der Niederlage im Krieg und der Abdankung des Herzogs im Rahmen der Novemberrevolution kam es zu einer politischen Radikalisierung, die 1920 (Kapp-Putsch) und 1923 (Reichsexekution) zu bewaffneten Kämpfen führte. Mit Beginn der Wiederbewaffnung wurde die Flugzeugproduktion in der Gothaer Waggonfabrik wiederaufgenommen. Außerdem wurde ein Kampfgeschwader der Luftwaffe aufgestellt. Bei Annäherung amerikanischer Verbände 1945 wurde durch den Stadtkommandanten Josef Ritter von Gadolla durch ein Kapitulationsangebot eine weitere schwere Zerstörung der Stadt und unnötige Verluste verhindert. Im Juli wurde entsprechend alliierter Vereinbarungen die amerikanische Besatzung durch sowjetische Truppen ersetzt. Gotha wurde Teil der SBZ.
Nach der Verwaltungsreform in der DDR war Gotha Kreisstadt im Bezirk Erfurt. Nach Demontage und Wiederaufbau blieb das Profil der Stadt als Industriestadt (insbesondere Fahrzeugbau, Druckereien (insbes. Kartographie), Gummiindustrie, Lebensmittel) erhalten. An die Tradition als nichtuniversitäres Bildungszentrum von überregionaler Bedeutung (gesamte DDR) konnte angeknüpft werden (Fachschulen für Finanzen, Transport- u. Betriebstechnik, Bauwesen, Ingenieurpädagogen, Kindergärtnerinnen und Krankenschwestern). Außerdem blieben die Museen (Schloss-, Regionalkunde-, Naturkundemuseum), die Landes- und Forschungsbibliothek, Archive und wichtige Sehenswürdigkeiten erhalten, obwohl auch hier teilweise "Auslagerungen" durch die Besatzungstruppen erfolgten. Mit Studenten wurde teilweise eine Bevölkerungszahl von ca. 60.000 Einwohnern erreicht.
Die Wende wurde in Gotha aktiv durch eigene "Montagsdemonstrationen" ausgehend von Friedensgebeten herbeigeführt. Höhepunkt war der Auftritt von Willy Brandt auf dem Hauptmarkt vor Tausenden Zuhörern und die friedliche Besetzung der Kreisdirektion der Staatssicherheit.
Am 1. Juli 1994 wurden Boilstädt und Uelleben eingemeindet.
Im Jahre 1975 erreichte die Bevölkerungszahl der Stadt Gotha mit fast 60.000 ihren historischen Höchststand. Inzwischen ist die Einwohnerzahl jedoch wieder gesunken. Seit der Wende in der DDR hat die Stadt wegen der hohen Arbeitslosigkeit und dem Geburtenrückgang bis 2005 etwa 10.000 Einwohner verloren.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bei 1818 handelt es sich um eine Schätzung, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die "Ortsanwesende Bevölkerung", ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1966 auf die "Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung". Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
| Jahr | Einwohner | - | 1818 | 12.000 | - | 1. Dezember 1834 ¹ | 13.155 | - | 3. Dezember 1861 ¹ | 16.600 | - | 3. Dezember 1864 ¹ | 18.000 | - | 3. Dezember 1867 ¹ | 19.100 | - | 1. Dezember 1871 ¹ | 20.600 | - | 1. Dezember 1875 ¹ | 22.900 | - | 1. Dezember 1880 ¹ | 26.525 | - | 1. Dezember 1885 ¹ | 27.802 | - | 1. Dezember 1890 ¹ | 29.134 | - | 2. Dezember 1895 ¹ | 31.700 | - | 1. Dezember 1900 ¹ | 34.651 | - |
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| Jahr | Einwohner | - | 1. Dezember 1905 ¹ | 36.893 | - | 1. Dezember 1910 ¹ | 39.553 | - | 1. Dezember 1916 ¹ | 36.256 | - | 5. Dezember 1917 ¹ | 36.102 | - | 8. Oktober 1919 ¹ | 39.500 | - | 16. Juni 1925 ¹ | 45.780 | - | 16. Juni 1933 ¹ | 47.848 | - | 17. Mai 1939 ¹ | 54.830 | - | 1. Dezember 1945 ¹ | 55.528 | - | 29. Oktober 1946 ¹ | 57.639 | - | 31. August 1950 ¹ | 57.414 | - | 31. Dezember 1955 | 57.809 | - |
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| Jahr | Einwohner | - | 31. Dezember 1960 | 56.278 | - | 31. Dezember 1964 ¹ | 57.192 | - | 1. Januar 1971 ¹ | 57.010 | - | 31. Dezember 1975 | 58.761 | - | 31. Dezember 1981 ¹ | 57.573 | - | 31. Dezember 1985 | 57.591 | - | 31. Dezember 1988 | 57.365 | - | 31. Dezember 1990 | 54.525 | - | 31. Dezember 1995 | 51.505 | - | 31. Dezember 2000 | 48.376 | - | 31. Dezember 2004 | 46.205 |
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Der Hauptschild des Wappens besteht aus zwei Feldern, das obere Feld in Gold, das untere Feld ist vierfach von Schwarz und Rot geteilt.
Auf der Herzstelle des Hauptschildes befindet sich der Heilige Gotthard im Bischofsornat, auf der mit Löwenköpfen und -beinen verzierten goldenen Kathedra sitzend. Der Thronsessel ruht auf einem Podest in Weiß.
Über der purpurnen Kasel trägt er das weiße Pallium mit dem über die Brust herabhängenden Streifen, auf dem vier schwarze Kreuze eingewebt sind.
Die auf dem vom Heiligenschein umgebenen Haupte des Bischofs aufgesetzte Mitra ist mit liturgischen Attributen versehen; in der rechten Hand hält er den Krummstab, in der Linken einen Kodex, die Bibel.
Im Oberfeld des Hauptschildes sind dargestellt: Eine über der Gestalt des Heiligen schwebende fünftürmige rote Mauerkrone und der Duktus des Schutzpatrons; in drei Zeilen stehen rechts die Buchstaben S. GOTE, links die Buchstaben HARDVS (S. Gotehardus).
(Auszug aus der Hauptsatzung der Stadt Gotha, §3 Wappen, Flaggen, Dienstsiegel)
Wahrzeichen von Gotha ist das Schloss Friedenstein mit Schlosspark und begehbarer Kasematte. Im Westflügel des Schlosses befindet sich das Ekhof-Theater als ältestes vollständig erhaltenes Schlosstheater der Welt mit originaler barocker Bühnenmaschinerie. Im Schlosspark befindet sich das Naturkundemuseum u. a. mit einer Ausstellung zu Ursauriern.
Direkt vom Schloss aus gelangt man entlang der Wasserkunst in die historische Altstadt und zum Rathaus. Ausgehend vom Hauptmarkt erblickt man schon die Stadtkirche St. Margarethen auf dem Gothaer Neumarkt.
Weitere Sehenswürdigkeiten Gothas sind die Orangerie am Rande des Schlossparkes und die Thüringerwaldbahn, mit der man auch zur Pferderennbahn auf dem Boxberg in nur einer viertel Stunde gelangt.
Gotha besitzt außerdem das älteste Krematorium Europas und das Maria-Magdalenenhospital.
Die ehemalige Gaststätte Tivoli Gotha ist das Gründungshaus des unmittelbaren Vorläufers der SPD (mit Ausstellung). In Gotha ist des weiteren die Gründungsstätte des Deutschen Schützenbundes mit dem denkmalgeschützten Schützenhof erhalten.
Das Gothardusfest ist ein alljährlich an einem Wochenende um den 5.Mai (Todestag des St.Gothardus) stattfindendes Fest der Stadt Gotha. Es setzt damit eine mittelalterliche Tradition, die bereits 1442 in einer Schützenordnung beurkundet ist, fort. Dabei kann man an 3 Tagen die unterschiedlichsten Veranstaltungen und Events erleben. So wird beispielsweise zu Beginn des Festes an einem Freitag ein großes Höhenfeuerwerk an der Orangerie veranstaltet und die Wasserkunst wird nach winterlicher Pause wieder in Betrieb genommen. Des Weiteren findet am darauffolgenden Tag traditionell ein Festumzug statt, bei dem sich Vereine aus und um Gotha dem Publikum vorstellen können. "Hauptakteure" des Gothardusfestes sind selbstredend Gothardus selber und der Landgraf Balthasar, die jedes Jahr von Personen gespielt werden.
Gotha verfügt über Eisenbahnanschluss durch die Deutsche Bahn (Haltepunkt der IC-Linie Düsseldorf - Hamm - Kassel - Halle (Saale) - Berlin. Folgende Eisenbahnlinien des Landes Thüringen verkehren auch in Gotha.
Stand 2006.
Siehe auch: Bahnstrecke Bebra–Erfurt
Die Stadt und ihr engeres Umland verfügen über ein Straßenbahnsystem, zu dem auch die Thüringerwaldbahn gehört.
Sonderlandeplatz Gotha-Ost (Flugsportverein Gotha e. V.); der nächste Flughafen ist der Flughafen Erfurt ca. 20 km entfernt
Durch Herzog Ernst dem Frommen wurde im 17. Jahrhundert die Schulpflicht für Fünf- bis Zwölfjährige eingeführt und das Gothaer Gymnasium gegründet. Heute besitzt Gotha 7 Grundschulen, 4 Regelschulen, 1 Gesamtschule, 4 Gymnasien, eine Fachschule und eine Fachhochschule, außerdem Förderschulen, die Volkshochschule und Musikschulen.
Ort in Thüringen | Ehemalige deutsche Landeshauptstadt | Ehemaliger Residenzort in Thüringen | Landkreis Gotha
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