| Basisdaten | bgcolor="#FFFFFF" | Bundesland: | Bayern | bgcolor="#FFFFFF" | Bezirk: | Mittelfranken | bgcolor="#FFFFFF" | Stadt: | Nürnberg | bgcolor="#FFFFFF" | Fläche: | 2,26 km² | bgcolor="#FFFFFF" | Einwohner: | 24.027 (2003) | bgcolor="#FFFFFF" | Bevölkerungsdichte: | 10.639 Einwohner je km² | bgcolor="#FFFFFF" | Höhe: | 315 m ü. NN | bgcolor="#FFFFFF" | bgcolor="#FFFFFF" | Vorwahl: | 0911 | bgcolor="#FFFFFF" | Kfz-Kennzeichen: | N
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Vom in Gostenhof befindlichen Ludwigsbahnhof begann 1835 mit der Fahrt der Ludwigsbahn das Eisenbahnzeitalter. Das erste Gaswerk Nürnbergs wurde 1847 in Gostenhof errichtet. 1913 eröffnete an der selben Stelle das Volksbad.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der ländlich geprägte Vorort zu einer Handels- und Geschäftsvorstadt mit dichter Bevölkerung. Diese Entwicklung verdankte Gostenhof besonders jüdischen Hopfenhändlern. Generell war Gostenhof auch ein Zentrum der jüdischen Bevölkerung, von der 1910 ein Drittel in diesem Ort lebte.
Im 2. Weltkrieg blieb Gostenhof weitgehend unzerstört. Infolge der wenig attraktiven alten Bausubstanz und seiner innerstädtischen Lage ohne Grünflächen entwickelte sich Gostenhof wie viele andere deutsche Innenstadtbezirke zu einem Stadtteil, der überwiegend von sozial schwächeren und ausländischen Familien bewohnt wird. Die Bevölkerung Gostenhofs setzte sich 1997 aus über 40 Nationen zusammen, im Gostenhofner Kerngebiet sowie in der Bärenschanze beträgt der Ausländeranteil 2003 über 45%.
Gostenhof galt lange Zeit als Nürnberger Bronx, wie es beispielhaft in einem Song des Nürnberger Liedermachers und Ingenieurs Günther Stössel zum Ausdruck kommt. Seine Adaption des Klassikers House of the rising sun lautet nämlich Dou schdäihd a Haus in Gost'nhuf. Dank umfangreicher Sanierungsarbeiten hat sich das Image Gostenhofs jedoch inzwischen verbessert.
Der Justizpalast wurde von 1908 bis 1916 nach Plänen Hugo von Höfls errichtet. Das im Stil der Deutschrenaissance erbaute Gebäude schloß unmittelbar an das sog. Zellengefängnis an. Hier fanden die als Nürnberger Prozesse bekannten Verhandlungen gegen führende Personen des Nationalsozialismus statt.
Das 1951-1953 errichtete Plärrerhochhaus, eigentlich Geschäfts- und Werkstättengebäude der Städtischen Werke Nürnberg am Plärrer war mit 56 m Höhe bei seiner Eröffnung das höchste Gebäude Bayerns. Ab dem 5. Geschoss verjüngt sich der 15-geschossige Bau um 1 cm pro Stockwerk, um schlanker zu erscheinen. Das auskragende Flugdach bildet den markanten Abschluss des denkmalgeschützten Baus des Architekten Wilhelm Schlegtendal.
Das ebenfalls nach Plänen Wilhelm Schlegtendals 1961 erbaute Planetarium steht direkt neben dem Plärrerhochhaus. Besonders markant ist die Kuppel (18 m Durchmesser) des Projektionsraumes.
Mit dem Plärrer, einem großen Platz, befindet sich ein zentraler Verkehrsknotenpunkt Nürnbergs an der nordöstlichen Grenze Gostenhofs. Hier trifft der Ring um die Altstadt auf die wichtigste Straße nach Fürth, die Fürther Straße, sowie die Straßen nach Ansbach und Erlangen. Die beiden Nürnberger U-Bahn-Linien kreuzen sich hier, ebenso einige Straßenbahnlinien. Der Plärrer steht synonym für die alltäglichen Verkehrsprobleme im Berufsverkehr.
Die Fürther Straße wurde vor der Eingliederung Nürnbergs nach Bayern, als Nürnberg eine (verarmte) freie Reichsstadt war und Gostenhof zu Preußen gehörte, als repräsentative Allee von den Preußen gebaut. Auf der Trasse fuhr 1835 die Bayerische Ludwigsbahn. Folgt man der Straße, kann man viel Zeugnisse der Industrialisierung im 19. und 20. Jahrhundert ablesen.
Siehe auch: Eingemeindungen in die Stadt Nürnberg
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