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Gorzów Wielkopolski * (deutsch Landsberg an der Warthe) ist einer der beiden Verwaltungssitze des polnischen Verwaltungsbezirks Woiwodschaft Lebus.

Polnische Namensgebung


Der polnische Name bedeutet wörtlich übersetzt Großpolnisch Bergen (Góra: Berg). Die Namenserweiterung Großpolen bezieht sich dabei nicht auf den Verwaltungsbezirk (Woiwodschaft) Großpolen. Sie nimmt vielmehr Bezug auf die historische Region "Großpolen" und ersetzt damit den bis 1945 bestehenden Bezug zu der Region Brandenburg, zu welcher die Stadt zuvor gehörte. Historische Landschaften waren für viele Woiwodschaften Namensgeber, wenngleich die Grenzverläufe der Verwaltungsbezirke ausnahmslos von denen der ursprünglichen Regionen abweichen. So gehört Gorzów zur Woiwodschaft Lebus, aber zur historischen Landschaft Großpolen.

Geografische Lage


Die Stadt liegt im westlichen Teil Polens am Fluss Warthe, rund 65 km nordöstlich von Frankfurt (Oder) und 120 km nordwestlich von Posen. Zum Grenzübergang nach Deutschland bei Küstrin sind es etwa 50 km. Nördlich und südlich erstrecken sich weitläufige Waldgebiete.

Geschichte


Nachweislich war das Gebiet des späteren Landsberg bereits frühgeschichtlich besiedelt. Im Jahre 1257 wurde Landsberg von Siedlern aus dem Gebiet der heutigen Länder Brandenburg, Niedersachsen und Westfalen nach Brandenburger Recht gegründet und gehörte zum niederdeutschen Sprachgebiet. Sie sollte als Bollwerk gegen die nahe gelegene polnische Grenzfestung Zantoch dienen. Bis in das 16. Jahrhundert trug die Stadt den Namen Neu-Landsberg. Im 13. Jahrhundert wurde die Marienkirche erbaut. 1321 wurde die Stadt mit Stadtmauern und Toren gesichert. Im 14. Jahrhundert hatte sich Landsberg zum wirtschaftlichen Zentrum seines Umlandes entwickelt, für 1360 wird die Stadtschule erstmals erwähnt. Während des Dreißigjährigen Krieges wurden alle Vorstädte zerstört. Danach entwickelte sich Landsberg zu einem bedeutenden Umschlagplatz im Handel mit dem benachbarten Polen. Im 18. Jahrhundert sorgte die Etablierung des Tuchmacherhandwerks und des Wollhandels für einen weiteren Aufschwung.

Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress gehörte Landsberg/Warthe seit 1818 zum gleichnamigen Kreis im Regierungsbezirk Frankfurt in der preußischen Provinz Brandenburg, seit 1939 Mark Brandenburg. Seit 1857 war Landsberg an die Preußische Ostbahn angeschlossen und erlebte dadurch erneut einen wirtschaftlichen Aufschwung. 1892 wurde die Stadt aus dem Landkreis ausgegliedert und erhielt den Status eines Stadtkreises. Die Verwaltung des Landkreises blieb jedoch weiterhin in der Stadt. In den 1920er Jahren setzte sich die Bezeichnung „Landsberg (Warthe)“ durch.

Im Zweiten Weltkrieg schrieb Gottfried Benn in der Kaserne unter anderem den Roman des Phänotyp (1943). Im Frühjahr 1945 wurde die Stadt durch die Rote Armee erobert. Die bisherige Landsberger Bevölkerung wurde am 6. März 1946 enteignet und, soweit nicht im Krieg geflohen, vertrieben bzw. bis 1949 zwangsausgesiedelt. Die an ihre Stelle getretene neue Stadtbevölkerung stammt überwiegend aus Zentralpolen und dort vor allem aus der bisherigen Region Großpolen.

Sehenswürdigkeiten


Dom Gorzow Wielkopolski.jpg Swinster heute Gorzow Wielkopolski.jpg

Verkehr


Der innerstädtische Verkehr in Landsberg wurde ab 29. Juli 1899 durch elektrische Straßenbahnen der Elektrizitäts-Werk und Straßenbahn AG Landsberg (Warthe) bedient.

Persönlichkeiten


Städtepartnerschaften


Weblinks


Ort der Woiwodschaft Lebus

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