| Wappen | Karte | bgcolor="#FFFFFF" | Karte_gorleben_in_deutschland.png | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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bgcolor="#FFFFFF" | Bundesland: | Niedersachsen | bgcolor="#FFFFFF" | Kreis: | Landkreis Lüchow-Dannenberg | bgcolor="#FFFFFF" | Verwaltungsgemeinschaft: | Samtgemeinde Gartow | bgcolor="#FFFFFF" | Fläche: | 21,25 km² | bgcolor="#FFFFFF" | Einwohner: | 661 (30. Juni 2005) | bgcolor="#FFFFFF" | Bevölkerungsdichte: | 31 Einwohner/km² | bgcolor="#FFFFFF" | Höhe: | 20 m ü. NN | bgcolor="#FFFFFF" | Postleitzahl: | 29475 | bgcolor="#FFFFFF" | Vorwahl: | 05882 | bgcolor="#FFFFFF" | Geografische Lage: | bgcolor="#FFFFFF" | Kfz-Kennzeichen: | DAN
| bgcolor="#FFFFFF" | Amtliche Gemeindekennzahl: | 03 3 54 007 | bgcolor="#FFFFFF" | Gliederung des Gemeindegebiets: | 2 Ortsteile | bgcolor="#FFFFFF" | Adresse der Gemeindeverwaltung: | Lüchower Str. 4 29475 Gorleben | bgcolor="#FFFFFF" | Website: | www.gorleben.de | bgcolor="#FFFFFF" | E-Mail-Adresse: | gemeinde@gorleben.de | |
Gorleben ist eine kleine Gemeinde in der Samtgemeinde Gartow im Landkreis Lüchow-Dannenberg im äußersten Nordosten von Niedersachsen. Die Region wird auch als Wendland bezeichnet.
Gorleben wurde 1360 erstmals durch Urkunde der Herrschaft zu Dannenberg (Elbe) erwähnt. Am Ort stand eine Festung. Der Name "Gorleben" leitet sich vermutlich aus "Goor" (Schlick; slawisch Gor jedoch "Berg") und "leben" (Erbe) ab.
Im „Abfalllager Gorleben“ (sog. "Fasshalle") werden zudem Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung zwischengelagert, die vor allem aus dem Betrieb der deutschen Atomkraftwerke, aber auch aus Forschung und Industrie stammen.
Unabhängig vom Standort stellt schon die grundsätzliche Festlegung auf Steinsalz als Wirtsgestein für ein Endlager einen Bewertungsschritt dar, der mögliche Alternativen wie Ton- oder Granitformationen, die in anderen Staaten für diesen Zweck favorisiert werden, von vorneherein ausklammert. Konkrete geologische Aufschlussbohrungen, die zum Zweck der Erkundung zwischen 1979 und 1999 durchgeführt wurden, ergaben dann tatsächlich bereits zu Beginn der 1980er-Jahre, dass eine Eignung des Gorleben-Rambower Salzstocks unter anderem wegen eines instabilen Deckgebirges und wegen Grundwasserkontakts zu verneinen ist. So liegt die „Gorlebener Rinne“, eine bis zu 320 Meter tiefe eiszeitliche Schmelzwasserrinne aus sandig-kiesigem, grundwasserführendem Material, genau über dem tektonisch nach oben aufgewölbten Hut des Salzstocks. Das dort ursprünglich vermutete Deckgebirge aus mehreren hundert Meter mächtigen oligozänen Tonschichten, das – im Sinne der Definition eines „Mehrbarrierensystems“ durch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) – eine Mindestvoraussetzung für eine mögliche Eignung des Salzstocks als Endlager wäre, ist in diesem Bereich so nicht vorhanden. Von unten sind diese Schichten durch den vertikal aufsteigenden Salzstock-Diapir und von oben durch eiszeitliche Abtragungen und Auffüllungen zerstört worden.
Auch wurde festgestellt, dass salzführendes Grundwasser sich sowohl seitlich als auch vertikal vom Salzstock in Richtung Oberfläche bewegt, so dass bei Kontakt mit hochradioaktivem Material eine Verseuchung der Biosphäre die Folge ist. Bei Grundwasserkontakt mit dem Steinsalz muss zudem mit Subrosionen, also der Bildung von Hohlräumen durch Salzablaugung gerechnet werden. In der Folge kann es zum Einsturz des Deckgebirges bis hin zur Bildung von Dolinen an der Erdoberfläche kommen. Für solche Vorgänge gibt es zahlreiche Beispiele über Salzstöcken in ganz Norddeutschland. Dazu zählt auch eine zehn Kilometer lange, tiefe Einbruchrinne über dem nordöstlichen Teil der Gorleben-Rambower Salzstruktur selbst; dort haben sich beispielsweise der 175 Hektar große Rudower See sowie der inzwischen vermoorte Rambower See gebildet.
Bei Standortvergleichen nach hydrogeologischen und geologischen Kriterien wurde Gorleben unter mehreren Salzstöcken als der am wenigsten geeignete eingestuft. Trotz dieser Erkenntnisse ist die weitere Erkundung, die von Kritikern als verdeckter Ausbau des Endlagers betrachtet wird, seit dem 1. Oktober 2000 lediglich ausgesetzt. Diese als Moratorium bezeichnete Unterbrechung soll nun der „Klärung konzeptioneller und sicherheitstechnischer Fragen zur Endlagerung“ dienen. Befürworter des Standortes Gorleben verlangen inzwischen eine Aufhebung des Moratoriums, um den Salzstock „weiter zu erkunden“; Gegner fordern einen Variantenvergleich mit mehreren Alternativstandorten in anderen Wirtsgesteinen, wie dies für große Planungsvorhaben sonst auch zwingend vorgeschrieben ist. Überdies halten sie die bisherigen Erkenntnisse über die örtliche geologische Situation längst für aussagekräftig genug, um Gorleben als ungeeignet für ein Atommüll-Endlager anzusehen.
Schon zu Beginn der Errichtung des Erkundungsbergwerkes – das vom früheren Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) einmal als ungenehmigter „Schwarzbau“ bezeichnet wurde – und des Zwischenlagers kam es zu Protesten der Bevölkerung und bundesweit von Atomkraftgegnern. Am 3. Mai 1980 wurde symbolisch die Republik Freies Wendland gegründet, indem am Erkundungsstandort ein Hüttendorf aufgebaut wurde. Der damalige Vorsitzende der Jugendorganisation der SPD (Jusos) und spätere Bundeskanzler Gerhard Schröder erklärte sich mit den Besetzern solidarisch. Die polizeiliche Räumung des Hüttendorfes erfolgte am 4. Juni 1980. Bis heute dauern aber die Proteste gegen Atomenergienutzung und die Entsorgungspläne an; sie erreichen ihren Höhepunkt beim jährlichen Transport mehrerer Castor-Behälter per Eisenbahn und zuletzt per Spezial-LKW quer durch Nordfrankreich und die Bundesrepublik Deutschland bis ins Zwischenlager. Dieser findet seit einigen Jahren meist im November statt und wird stets von einem riesigen Polizeiaufgebot begleitet.
Es gibt auch Befürworter und durch die Planungen Begünstigte am Standort Gorleben. Die Gemeinde Gorleben sowie die Samtgemeinde Gartow bekommen vom Land Niedersachsen jährliche „Ausgleichszahlungen“, so genannte „Gorleben-Gelder“. Auch die Atomenergiewirtschaft sowie große Teile der politischen Parteien CDU/CSU und FDP, darunter die CDU-Bundesvorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel und der niedersächsische FDP-Umweltminister Hans-Heinrich Sander, setzen sich für eine alternativlose weitere Erkundung und letztlich den Ausbau des Salzstockes Gorleben als nationales oder eventuell sogar internationales Endlager für hochradioaktiven Atommüll ein.
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