Die Goranen (auch Goraner, Selbstbezeichnung Goranci; von serbisch und mazedonisch гора/gora für Gebirge/Berg) sind Südslawen islamischen Glaubensbekenntnisses, die vornehmlich in der Gebirgsregion des südwestlichen Kosovo an der Grenze zur Republik Mazedonien und Albanien beheimatet sind.
Siedlungsgebiete
Die meisten Goranen leben in der Großgemeinde Dragash des Kosovo und zwar so gut wie ausschließlich im südlichen Teil. Allerdings ging nach dem Ende des Kosovo-Krieges - OSZE-Angaben zufolge - in ihrem Hauptsiedlungsgebiet die Zahl von 17.000 auf rund 10.000 zurück.
Es gibt auch einige Dörfer in Albanien und Mazedonien. Etwa 180 goranische Familien sollen in Mazedonien leben. Goranen leben außerdem in Serbien und anderen Teilen des früheren Jugoslawien, die Schätzungen für Belgrad gehen von über 5000 Goranen aus. Alles in allem dürfte es maximal etwa um die 20.000 Goranen geben.
Sprache
Die Goranen sprechen einen Übergangsdialekt zwischen den
torlakischen Dialekten des
Serbischen und den nördlichen Dialekten des
Mazedonischen, der viele türkische Lehnwörter enthält. Als Dialekt ist die Sprache der Goranen nicht schriftlich kodifziert. Als Schriftsprache bedienen sich die Goranen auch unter dem langjährigen Einfluss der staatlichen Behörden gewöhnlich des Serbischen, beherrschen aber oft auch das
Mazedonische; in jüngerer Zeit gab es innerhalb der goranischen Gemeinschaft Bestrebungen, das
Bosnische als Schriftsprache zu nutzen. Dies führt dazu, dass viele Serben und Mazedonier sie ihrer jeweiligen Ethnie zurechnen: Von Seiten der
Serben werden sie gewöhnlich als islamisierte Slawen serbischen Ursprungs, von Seiten der
Mazedonier hingegen als mazedonischen Ursprunges betrachtet.
Selbstdefinition und Status
Das Selbstbewusstsein als ethnische Minderheit ist eher fragil. In den sechziger Jahren rechneten sich viele Goranen der ethnischen Gruppe der Türken zu. 1971 wurde in Jugoslawien die Kategorie der
ethnischen Muslime als eigenes Staatsvolk geschaffen, in der die slawisch sprechenden Muslime zusammengefasst wurden. Zu ihr gehörten neben den Goranen die
Bosniaken,
Torbeschen und
Pomaken.
Die Goranen betrachten sich heute meist als eigenständige Volksgruppe. Im
Kosovo haben die Goranen den Status einer
anerkannten Minderheit und sind im Parlament mit einem Abgeordneten vertreten.
In der Vojvodina werden die Goranen als eigene Volksgruppe gezählt.
Weblinks
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