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Good Governance bezeichnet gute Governance, also ein gutes Steuerungs- und Regelungssystem einer politisch-gesellschaftlichen Einheit wie Staat oder Gemeinde.

Konzept


Das Konzept Good Governance entstand in den 1980er Jahren in den internationalen Finanz- und Entwicklungshilfeorganisationen wie Weltbank, IWF, UNDP (das Vereinte Nationen-Entwicklungsprogramm) und OECD als positive Umkehrung der negativen Erfahrung, die diese Organisationen in "Entwicklungsländern" damit gemacht hatten, dass finanzielle Hilfen keinen Effekt zu haben schienen. Hieraus schloss man auf eine Abwesenheit von Institutionen, Prinzipien und Strukturen, deren Gesamtheit als Governance bezeichnet wurde – und als "Good Governance", wenn sie besonders gut funktionierte. Eine einheitliche Definition des Begriffs Good Governance gibt es – selbst innerhalb der einzelnen Organisationen – nicht; zu den guten Prinzipien gehören aber häufig Begriffe wie Transparenz, Effizienz, Partizipation, Verantwortlichkeit, Marktwirtschaft, Rechtsstaat, Demokratie und Gerechtigkeit. Die Demonstration der Einrichtung bzw. Entwicklung von derartigen Institutionen, Prinzipien und Strukturen wurde bald zur Voraussetzung für weitere Zahlungen. In neuester Zeit wird der Begriff "Good Governance" auch im Rahmen von Konzepten zu Verwaltungsethik rezipiert und diskutiert.

Kritik


Nach Ansicht von Kritikern ist Good Governance kein ideologiefreies Konzept; vielmehr sei bereits im Ausdruck Governance eine Abwendung vom zentralen Steuerungsinstrument 'Staat' angelegt. Entstaatlichung und Ökonomisierung würden implizit als wünschenswert dargestellt. Kritiker aus den "Entwicklungsländern" sowie den Transformationsländern Zentral- und Osteuropas, die funktionierende, von Wirtschaft und Gesellschaft weitgehend unabhängige Staatsstrukturen für wichtig halten, sehen im Konzept der Good Governance daher auch eine Form von "neokolonialistischem Imperialismus" und Teil der negativen Globalisierung.

In den internationalen Sozialwissenschaften übertrug man den Begriff der Governance alsbald auf die "Erste Welt", also auf den "Westen". Auch hier sollte die darin eingeschlossene Entstaatlichung schon vom Ansatz her bemerkt werden. Allerdings wird - rein empirisch - das Wort Governance häufig oder sogar meistens nicht in irgendeinem definierten Sinne, sondern als modische Alternative zu "Government" (Regierung) verwendet.

Literatur


  • Good Governance: Erfolg und Versagen, Internationale Politik, Themenheft 8/2002.
  • Governance and Good Governance, Trames, Themenheft vol. 8, no. 4 (Winter 2004).
  • Klaus König/M. Adam (Hrsg.): Governance als entwicklungspolitischer Ansatz, Speyer 2001.
  • Klaus König: Verwaltete Regierung, Köln 2002.

Weblinks


Politischer Begriff | Verwaltungswissenschaft

Good governance

 

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