| Wappen | Karte | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Wappen_gonsenheim.jpg | Lage der kreisfreien Stadt Mainz in Deutschland.png | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Basisdaten | - bgcolor="#FFFFFF" | Bundesland: | Rheinland-Pfalz | - bgcolor="#FFFFFF" | Kreis: | Kreisfreie Stadt | - bgcolor="#FFFFFF" | Stadtteil von: | Mainz | - bgcolor="#FFFFFF" | Geografische Lage: | - bgcolor="#FFFFFF" | Fläche: | 10,58 km² | - bgcolor="#FFFFFF" | Einwohner: | 20.196 (Stand: 09. Februar 2006) | - bgcolor="#FFFFFF" | Bevölkerungsdichte: | 1909 Einwohner/km² | - bgcolor="#FFFFFF" | Höhe: | 85 m (Rhein) über NN | - bgcolor="#FFFFFF" | Postleitzahlen: | 55124 (alt: 6500) | - bgcolor="#FFFFFF" | Vorwahlen: | 06131 | - bgcolor="#FFFFFF" | Kfz-Kennzeichen: | MZ | - bgcolor="#FFFFFF" | Gemeindeschlüssel: | 07 3 15 000 | - bgcolor="#FFFFFF" | Stadtteil: | einer von 15 Stadtteilen der Stadt Mainz | - bgcolor="#FFFFFF" | Adresse der Ortsverwaltung: | Pfarrstr. 1 55124 Mainz | - bgcolor="#FFFFFF" | Website: | www.gonsenheim-online.de/ | - bgcolor="#FFFFFF" | - | Politik | - bgcolor="#FFFFFF" | Ortsvorsteherin: | Sabine Flegel | - bgcolor="#FFFFFF" | Stärkste Fraktion: | CDU | |||
Die Geschichte von Gonsenheim reicht bis in die Späte Jungsteinzeit (2800 bis 2400 v.Chr.) zurück. Bedeutung als Siedlungsort gewann Gonsenheim mit der Gründung einer fränkischen Siedlung im 6. Jh. n.Chr., die sich vor allem aufgrund der für den Ackerbau günstigen Lage schnell weiterentwickelte. 1938 wurde Gonsenheim zwangseingemeindet und damit Teil von Mainz.
Heute ist Gonsenheim trotz seiner fast 70-jährigen Zugehörigkeit zu Mainz in Teilen immer noch dörflich geprägt. Es gibt neben dem alten Ortskern rund um St. Stephan und dem Renaissance-Rathaus die zu Beginn/Mitte des letzten Jahrhunderts entstandenen Villen- und Arbeiterviertel, das Hochhausviertel, das rund 6.000 Menschen Wohnraum bietet, das Gewerbegebiet "Am Hemel" und zu alledem noch reichlich Natur: Das botanisch deutschlandweit bedeutende Naturschutzgebiet "Großer Sand" und Teile des Lennebergwaldes, des größten zusammenhängenden Waldgebietes in Rheinhessen.
Trotz oder gerade wegen seiner Vielfältigkeit ist Gonsenheim reich an traditionellem Vereinsleben und modernen Festen und hat innerhalb von Mainz, ebenso wie viele der Nachbarvororte, eine eigene und ausgeprägte Identität.
Siedlungsspuren von Menschen in Gonsenheim lassen sich erstmals in die Späte Bronzezeit (Urnenfelderzeit, ca. 1200 bis 750 v.Chr.) datieren. Aus dieser Zeit gibt es gesicherte Siedlungsfunde im westlichen Gonsbachtal. Diese Siedlungsspuren datieren in die späte Urnenfelderzeit bzw. sogar schon in die frühe, ab 750 v. Chr. beginnende so genannte Ältere Eisen- oder Hallstattzeit. Mit der Hallstattzeit ist eine deutliche Zunahme der Siedlungen im Mainzer Stadtgebiet verbunden, so auch in Gonsenheim. Es wurden Siedlungsspuren sowohl der älteren wie auch der jüngeren Hallstattzeit gefunden, so z. B. am unteren Hang des Gleisbergs oder am Mühlweg.
In der Jüngeren Eisen- bzw. La-Tène-Zeit (ca. 450 v.Chr. bis 15 v.Chr.) scheint das Gonsbachtal nach derzeitigem Wissensstand wieder unbesiedelt gewesen zu sein. Es blieb einer keltischen Siedlung der späteren La-Tène-Zeit in Mainz-Weisenau vorbehalten, Keimzelle und Namensgeber für das römische Moguntiacum zu werden.
Nach dem Zusammenbruch des Limes in der Mitte des 3. Jh. n. Chr., spätestens ab dem 4./5. Jh. n. Chr. dürfte die römisch-keltische Landbevölkerung von Gonsenheim in die besser befestigte Stadt Moguntiacum geflohen sein.
Bereits 775 wurde Gonsenheim als "Gunsenheim" in einer Urkunde der Abtei Lorsch erstmals urkundlich erwähnt (Urkunde Nr. 1090 vom 30. Mai 775). Beurkundet wurde eine Schenkung eines gewissen Teurath, der dem Kloster Lorsch 5 Joch Ackerland und eine Wiese in der Gemarkung Gunsenheim überschrieb. Weitere, teils umfangreiche Schenkungen an verschiedene Klöster (u. a. Lorsch und Fulda) folgten, vor allem in der karolingischen Zeit, als Gonsenheim ein "Königsgut" war.
Gonsenheim entwickelte sich im Mittelalter kontinuierlich weiter. Obwohl es viele verschiedene Lehnsgüter vor allem kirchlicher Art in Gonsenheim gab, erlangten die Kurfürsten aus Mainz jedoch nie die Ortsherrschaft. Sie wurden allerdings als Landesherren anerkannt und besaßen damit einige Rechte wie etwa die hohe Gerichtsbarkeit, die Erhebung der Schatzung oder die Verpflichtung der Bürger zum Kriegsdienst. Die Herrschaft über den Ort übte der Dompropst aus, der wiederum Amtmänner (ab 1350 bürgerliche Beamte) bestellte. gonsenheim2.jpg | 1350 wurden erstmals die Gonsbachmühlen erwähnt. Von den acht Mühlen gehörten alleine vier zu Gonsenheim. Für das Jahr 1365 wurden für Gonsenheim ca. 160 Einwohner gezählt, eine für damalige Zeiten verhältnismäßig große Einwohnerzahl. 1401 wurde erstmals die Ortskirche "St. Stephanus" in einem Güterverzeichnis erwähnt. Der St. Petersstift Mainz besaß hier in direkter Nachbarschaft Weinberge. Über das Mittelalter bis in die Neuzeit wurde die Kirche St. Stephan immer weiter aus- und teilweise sogar komplett umgebaut, bis sie zu Anfang des 20. Jh. die heutige Größe erreichte, die ihr den Namen Rheinhessendom eintrug. Von St. Stephan ausgehend wuchs Gonsenheim im 16. Jh. vor allem längs der "langen Ortsstraße", der heutigen Mainzer Straße. Im Jahr 1615 wurde durch den Dompropst und späteren Mainzer Kurfürsten Georg Friedrich von Greiffenklau Volraths das Gerichts- und Rathaus erbaut. Der prachtvolle und repräsentative Renaissancebau mit Erker, Treppenturm und Rollwerkgiebel wurde zusammen mit der direkt benachbarten Ortskirche St. Stephan zum Zentrum von Alt-Gonsenheim.
Den 30-jährigen Krieg überstand der Ort relativ unversehrt. Für das Jahr 1665 werden ca. 400 Einwohner angegeben, die in nächsten Jahr ausbrechende Pestepidemie soll aber die Einwohnerzahl fast halbiert haben. Weitere Seuchen führten 1729 zur Einführung der 14 Nothelfer-Wallfahrt. Zusätzlich wurde eine Vierzehn-Nothelfer-Kapelle im Gonsenheimer Wald errichtet, die in der 1894/95 wiedererbauten Form auch heute noch wichtiger Teil der Gonsenheimer Kirchengeschichte ist.
Im Zuge kurmainzerischer Reformbemühungen in der Bildungs- und Schulpolitik erhielt Gonsenheim 1779 ein Schulhaus als Anbau zum Rathaus. Allgemein gilt das 18. Jh. für Gonsenheim und die Mainzer Vororte als eher friedliche Zeit, während dieser in Gonsenheim vor allem der Gartenbau (Gemüse- und Obstanbau) zu hoher Blüte gelangte und ein wichtiger Versorgungsfaktor für Mainz wurde. Mit der Französischen Revolution und dem Vordringen der französischen Revolutionsarmee unter General Custine 1792 brach allerdings gegen Ende des Jahrhunderts auch für die Gonsenheimer eine neue Zeit an.
Auch Gonsenheimer kämpften für Napoleon in der Grande Armée. Von 40 eingezogenen Gonsenheimern fielen 11 in Napoleons Kriegen. Überlebende Veteranen gründeten zum Andenken an diese Zeit einen Napoleonverein und setzten 1839 mit dem Napoleonstein in der „Pfarrer-Grimm-Anlage“ ein Veteranendenkmal.
1815 zählte Gonsenheim ca. 1.200, 1843 sogar ca. 2200 Einwohner. Der Ort gehörte nun - nach dem Rückzug der Franzosen im Januar 1814 und dem Wiener Kongress 1814/15- zu Rhein-Hessen und zum Großherzogtum Hessen-Darmstadt. Die konservative Politik des Großherzogtums stand bald im Gegensatz zu den seit der französischen Zugehörigkeit eher liberal geprägten Rheinhessen. In Gonsenheim führte dies zu einer aktiven Rolle in der Märzrevolution 1848/49. Im Gasthaus "Zum Goldenen Stern" agierten zwei der bedeutendsten Köpfe der Mainzer Liberalen: Dr. Ludwig Bamberger und Dr. Franz Heinrich Zitz. Zusammen mit einem Rheinhessischen Freikorps zogen unter ihrer Führung auch Gonsenheimer "Freiheitsmänner" in den Kampf in die benachbarte (bayerische) Pfalz. Am 14. Juni 1849 unterlag das Korps allerdings im Kirchheimbolandener Schlossgarten den überlegenen preußischen Kräften unter dem späteren Kaiser Wilhelm I. gonsenheim10.jpg Ungeachtet dieser turbulenten Zeiten wuchs Gonsenheim als Ort weiter, wenn auch nicht so stark wie die Arbeitervororte Weisenau und Mombach. Der Entstehung der "Hinteren Grabenstraße", folgte die der "Finther Straße", "Palmen" und der "Unteren Mombacher Straße". 1866 vernichtete ein Großbrand die alten Glocken von St. Stephan aus dem 16. und 17. Jh.. Gleichzeitig endete eine Cholera-Epidemie, die 10 % der Bevölkerung getötet hatte. 1870/71 zogen wieder Gonsenheimer in den Krieg: Im Deutsch-Französischen Krieg fielen von den 59 Gonsenheimer Soldaten 5 Männer.
Endgültig in die Neuzeit kam Gonsenheim 1871 mit der Eröffnung der Ludwigsbahn (Mainz-Alzey) und der Anbindung an das Eisenbahnnetz. 1892 wurde zudem die Dampfbahn von Mainz über Gonsenheim nach Finthen eröffnet. Anfang des 20. Jh. erhielt Gonsenheim auch Gas- und Wasserleitungen und eine Kanalisation. Gas- und Wasserwerke entstanden, die elektrische Straßenbahn hielt 1907 im Anschluss an die Mombacher Linie Einzug. Elektrischen Strom bekam Gonsenheim 1910. 1909 errichtete der Flugpionier Jakob Goedecker (1882-1957) in Gonsenheim eine Flugzeugfabrik. Flugplatz und Flugzeughalle befanden sich damals am Großen Sand, einem idealen Fliegergelände.
Die Bevölkerung wuchs langsam aber konstant von ca. 4.880 Einwohnern 1905 auf ca. 6.200 Einwohner im Jahr 1920. Da auch in Gonsenheim wie im Nachbarort Mombach Arbeiter protestantischen Glaubens zuzogen, wurde 1903 am Ende der „Breiten Straße“ eine evangelische Kirche erbaut.
1895 avancierte Gonsenheim mit der Stationierung des Nassauischen Feld-Artillerie-Regiments Nr. 27 zum Garnisonsort. Über viele Jahre hinweg gab es im Großen Sand die so genannten Kaisermanöver oder -paraden, das letzte Mal 1913. Kaiser Wilhelm II. nahm diese ab, wenn er in Wiesbaden zur Kur anwesend war. 1937 wurde die Kathen-Kaserne fertig gestellt.
Am 1. April 1938 wurde Gonsenheim schließlich aus militärpolitischen Gründen nach Mainz eingemeindet. Die weit über 1000-jährige Geschichte als eigenständiges Dorf im Vorfeld von Mainz ging somit zu Ende, obwohl sich Gonsenheim und die Gonsenheimer auch fast 70 Jahre später noch einiges von diesem Erbe bewahren konnten.
Im 2. Weltkrieg wurde Gonsenheim mehrfach bombardiert, die Zahl der zivilen Opfer betrug fast 600 Einwohner. Am 21. März 1945 endete für Gonsenheim die Zeit des Nationalsozialismus, die amerikanischen Streitkräfte marschierten ein. Da Gonsenheim in der unmittelbaren Nachkriegszeit zur französisch besetzten Zone gehörte, hatte der Ort von 1946-48 eine französische Besatzung. Ab 1949 wurden wieder amerikanische Streitkräfte stationiert die fast 50 Jahre in Gonsenheim bleiben sollten. Diese übernahmen die 1938 gebaute Kathen-Kaserne, die fortan unter dem Namen "Lee Barracks" firmierte. Amerikanische Soldaten, ihre Familien und ihre Wohnsiedlungen sowie das an der Grenze zu Mombach gelegene "Panzerwerk" sollten für die nächsten Jahrzehnte das Gonsenheimer Ortsbild mit prägen.
Im Laufe der Nachkriegszeit ging die ursprünglich dominierende Landwirtschaft in Gonsenheim immer mehr zurück. Dafür entstand mit dem Gewerbegebiet "Am Hemel" ein neuer, wirtschaftlich lebendiger Gonsenheimer Ortsteil, an dem sich mehr und mehr Vertreter von Dienstleistung, Handwerk und Industrie ansiedelten.
Ende der 60er Jahre wurde im Rahmen des Autobahnausbaues rund um Mainz (A 60, der so genannte Mainzer Ring) die A 643 quer durch das Naturschutzgebiet Großer Sand (Mainz) gebaut. Sie stellte den Autobahnanschluss in Richtung Rhein nach Wiesbaden her. 1972/73 wurde zunehmend Mainzer Wohnraum in die Außenbezirke verlegt, so auch nach Gonsenheim. Es entstanden die Hochhäuser in der Elsa-Brändström-Straße, die Wohnraum für 6000 Menschen aufwiesen, gleichzeitig aber auch der "soziale Brennpunkt" Gonsenheims werden sollten. Aus verwaltungstechnischen Gründen trat Gonsenheim 1989 die Bezirke Hartenberg und Münchfeld ab, die zu einem eigenen Mainzer Stadtteil Hartenberg-Münchfeld wurden.
Nach dem Abzug der amerikanischen Streitkräfte in den 90er Jahren wurden größere Flächen, vor allem im Bereich der ehemaligen "Lee Barracks" frei. Das bislang letzte größere Gonsenheimer Projekt dort, der Wohnpark "Am Gonsenheimer Sand", sorgte für Wohnraum für weitere 4000 Menschen.
Seit den Wahlen zum Ortsbeirat 2004 sind folgende Parteien im Ortsbeirat vertreten:
Ortsvorsteherin ist Sabine Flegel (CDU)
Stellvertreter: 1. Wolfgang Oepen (FDP) 2. Mathias Huber (CDU)
Die Namensentwicklung des Ortsnamens Gonsenheim:
1 (1989 gibt Gonsenheim den Hartenberg und das Münchfeld als eigenständigen Stadtbezirk ab)
Am Standort "Bruchspitze" ist außerdem noch der Fachbereich III der Fachhochschule Mainz mit den wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen vertreten. Im Studienangebot des Fachbereich III finden sich folgende Studiengänge:
mit jeweils vielfältigen Studienschwerpunkten sowie eine Reihe von Teilzeit- und Weiterbildungsstudiengänge wie Masterstudiengänge oder Berufsintegrierende Studienmöglichkeiten.
Ebenfalls vertreten ist die Volkshochschule Mainz mit ihrer Außenstelle Gonsenheim.
Die folgende Liste zeigt lediglich eine Auswahl der Gonsenheimer Vereine und Gruppierungen:
Gonsenheim bietet heute einen breiten gastronomischen Querschnitt an. Neben gutbürgerlicher Küche findet man Restaurants, Gaststätten und Imbiss-Stuben mit indischer, griechischer, italienischer, spanischer, türkischer, asiatischer und mediterraner Küche. Zunehmend entdeckt auch die gehobenere Gastronomie die Bedeutung Gonsenheims in direkter Nähe zur Mainzer Innenstadt.
Das alle zwei Jahre stattfindende Parkfest, welches 2003 zum ersten Mal stattfand, hat das frühere Rathaus- und Höfefest in der Mainzer Straße abgelöst. Das Parkfest, bei dem sich die meisten Vereine und Gruppierungen Gonsenheims beteiligen, findet in der Pfarrer-Grimm-Anlage sowie in der benachbarten Kirchstraße statt. Ebenfalls zur Tradition geworden ist der Adventsmarkt am 1. Adventswochenende, getragen von Gonsenheimer Vereinen, Gruppierungen, Schulen und Kindergärten an gleicher Stelle. Zu diesen "offiziellen" Veranstaltungen kommen noch die Straßenfeste verschiedenster Gonsenheimer Straße und deren Anwohner, so z. B. in der Engelstraße oder der Elsa-Brändström-Straße mit ihren Hochhausquartieren.
Gonsenheimer Fassenachtvereine haben eine große Tradition. Der älteste Verein ist der C.V. Kleppergarde 1877 e.V. Gonsenheim. Ursprünglich von Gonsenheimer Landwirten und Fuhrleuten als "Sparverein Kleppergarde" gegründet, nannte sich der Verein 1952 zum 75-jährigen Vereinsjubiläum um. Der zweitälteste und größte Fassenachtsverein vor Ort ist der Gonsenheimer Carneval Verein 1892 e.V. (GCV). Der ursprüngliche Gründungsname lautete auch hier "Spar- und Karnevalsverein Schnorreswackler". Der GCV ist einer der vier Vereine, welche die Fernsehsitzung "Mainz bleibt Mainz" tragen. Der GCV heißt auch Schnorreswackler: Die Gründungsväter im Jahre 1892 hatten allesamt in bester wilhelminischer Tradition prächtige Schnurrbärte (umgangssprachlich: Schnorres), welche laut zeitgenössischen Aussagen im Eifer des Gefechtes in der Kampagne durchaus heftig in Bewegung geraten konnten. 1946 entstand aus Mitgliedern der Gonsenheimer Turngesellschaft 1899 (TGS 1899) heraus die Gruppe der Gonsbachlerchen rund um Joe Ludwig und Herbert Bonewitz. Ab 1953 auch im Fassenachtsgeschehen des GCV aktiv, waren die Gonsbachlerchen durch über 1500 Auftritte bundesweit sehr bekannt.
Da der GCV keine eigene Garde hat, kooperiert der Verein mit der 1953 gegründeten Gonsenheimer Füsilier-Garde im Rahmen der so genannten "Närrischen Achse". Die über 700 Mitglieder umfassende Garde (die größte eigenständige Garde in Mainz) weist alles auf, was zur Mainzer Saal- und Straßenfassenacht aufgeboten werden kann: Offiziers- und Amazonencorps, ein moderner Musikzug, großes Reitercorps, Fahnen- und Majorettencorps, Kadettencorps, eine Ehrenlegion sowie Gardeballett, Showdance und Kinderballett. Gardeuniform und Regimentsfahne lehnen sich wage an das historische Vorbild, dem ehemaligen Hessen-Kasseler-Füsilier-Regiment Nr.80, das im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 in Gonsenheim stationiert war, an. Der Gardemarsch der Füsiliergarde ist der alte Gardemarsch des bis zum 1. Weltkrieg in Mainz stationierten Infanterie-Regiment Nr.117.
Ein Jahr nach dem "Spar- und Karnevalsverein Schnorreswackler", 1893, wurde der Carnevalverein Eiskalte Brüder gegründet. Laut Überlieferung fand die Gründungssitzung im Winter im Hinterzimmer einer Gonsenheimer Gastwirtschaft statt - mit nicht funktionierendem Ofen. Der Vereinsname war somit schnell geboren. Besonders am Herzen liegt den Eiskalten Brüdern der lokale Bezug zu Gonsenheim, der sich besonders in der beliebten Sitzung "Alt Gunsenum" ausdrückt.
Bereits vor dem 2. Weltkrieg bildete das katholische kirchliche Umfeld den Nährboden für vielfältige fastnachtliche Aktivitäten. So entstanden aus der Marianischen Kongregation heraus Fastnachtssitzungen im kleinen gesellschaftlichen Rahmen. Nach Verboten in der NS Zeit wurde die Tradition in den 50er Jahren in der Gaststätte Sängerheim und seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts in der großen Turnhalle fortgesetzt. Seit Anfang der 80er Jahre findet jährlich die traditionelle Pfarreifastnacht als ökumenische Sitzung der 3 Gonsenheimer Pfarreien St. Stephan, St. Petrus Canisius und der ev. Gemeinde statt. In diesen Sitzungen wurde die erste intensive Nachwuchsarbeit betrieben aus der viele Gonsenheimer Fastnachtsgrößen wie GCV Ballett, und vielerlei Aktive des GCV und der Füsiliergarde erwuchsen.
Offensichtlich wurden die napoleonischen Feldzüge, an denen ca. 40 junge Gonsenheimer teilnehmen mussten, von den zurückgekehrten Veteranen im nachhinein nostalgisch verklärt und blieben, inklusive dem Andenken an die gefallenen Waffenbrüder, in positiver Erinnerung
Ein weiteres Kriegerdenkmal, das allgemein der Gefallenen der Weltkriege gedenkt, befindet sich einige Meter entfernt an der Breiten Straße, Ecke Juxplatz.
Der Lennebergwald zeichnet sich durch relativ sandigen Boden und damit verbunden einer gewissen Trockenheit sowie hohen Bodentemperaturen aus. Der sandige Boden hält auch nur wenig Nährstoffe bereit. Dies begünstigt vor allem Kiefern und Eichen sowie eine typische Trockenrasenflora, die auch teilweise im Naturschutzgebiet "Mainzer Sand" wiederzufinden ist. In seiner Form ist der Lennebergwald eher untypisch in Deutschland, wo Buchenmischwälder vorherrschen. Aufgrund seiner ökologischen wie botanischen Bedeutung ist der gesamte Lennebergwald vom Land Rheinland-Pfalz unter Naturschutz gestellt worden.
Der Lennebergwald bietet der umgebenden Bevölkerung eine Vielzahl von Möglichkeiten. Es wird geschätzt, dass jedes Jahr rund eine Million Menschen mit insgesamt 90.000 Hunden den Lennebergwald zu Erholung aufsuchen. Es gibt ausgewiesene Wander- und Reitwege und Sportpfade sowie Strecken für Jogger, Nordic Walker und Mountainbiker. Grillhütten werden vom zuständigen Forstamt betreut, das auch über den Wald und seine Flora und Fauna informiert.
Der Mainzer "Große Sand" wurde erstmals unter Napoleon als Gelände für ein fünfstündiges prachtvolles Militärmanöver genutzt (welches die Gonsenheimer sehr beeindruckt hatte). Weitere Kaiserparaden und -manöver folgten vor allem unter Kaiser Wilhelm II., der hier von 1898 bis 1913 jährlich zum Manöverbesuch weilte. Im beginnenden 20. Jh. wurde der Große Sand auch als Flugplatz genutzt. Vor allem Jacob Goedecker, Flugpionier und Flugzeugkonstrukteur, hatte hier seine Fabrik und Testgelände. 1909 landete hier Graf Zeppelin mit seinem Luftschiff.
Bereits 1938 wurde das Gelände unter Naturschutz gestellt, 1994 kam das bis dahin von der US-Army intensiv für Militärmanöver genutzte Gebiet "Mainzer Sand II" hinzu, ebenso der angrenzende Gonsenheimer Wald. Der Große Sand ist für Besucher nur auf einem freigegebenen Rundwanderweg, teilweise auf Holzbohlen über dem Erdboden, zugänglich. Trotzdem ist dieses Gebiet heute mit seiner äußerst seltenen Sandflora stark gefährdet, es wird ein Rückgang vieler Arten verzeichnet. In den vergangenen Jahrzehnten ist das Gebiet des Großen Sandes sukzessive geschrumpft, große Teile wurden zur Wohnbebauung oder für die Anlage von Tennisplätzen freigegeben. Es ist ungeachtet der Schutzmaßnahmen fraglich, ob das verbliebene kleine Stück überlebensfähig ist.
Von der vielfältigen Flora des "Großen Sands" sei an dieser Stelle nur eine kleine Auswahl der seltensten Pflanzen wiedergegeben:
Der Gonsbach zieht sich durch den ganzen südlichen Ortsteil. Von Finthen her kommend, schlängelt sich der kleine Bach quer durch die Kleingartenanlagen und Gemüsefelder im vorderen Gonsbachtal, durch den alten Ortskern und unterhalb der Kanonikus-Kir-Realschule entlang Richtung Mombach und Neustadt. Einige der alten Mühlengebäude entlang des Gonsbachs sind immer noch zu sehen wie z. B. die Kriegersmühle oder die Schneidersmühle. An der sog. Gemarkungsgrenze zu Finthen liegt die Wildbachbrücke, ehemals Zugang zur Königsmühle, eines der wenigen mittelalterlichen Bauwerke im Bereich.
Nachdem der Wildpark gegen Ende des letzten Jahrhunderts eigentlich erweitert und unter modernen ökologischen und tierhalterischen Aspekten neu geplant werden sollte, steht mittlerweile aufgrund der angespannten Finanzlage der Stadt Mainz die Schließung des Parks zur Diskussion. Zur Erhaltung des Gonsenheimer Wildparks, der pro Jahr mehrere hunderttausend Menschen anzieht, hat sich im Herbst 2002 der Förderverein Wildpark Mainz-Gonsenheim e. V. gegründet, dessen Arbeit bereits erste Erfolge aufweisen kann.
Über seine Zeit in Gonsenheim schrieb Carl Zuckmayer auch in seiner Autobiographie "Als wär's ein Stück von mir".
Im Ersten Weltkrieg kamen viele Doppeldecker der neuen deutschen Fliegerstreitkräfte aus Goedeckers Fabrik. Nach dem Ersten Weltkrieg stagnierte Goedeckers Fabrik, da die französischen Besatzungsmacht seine Arbeit stark einschränkte. 1957 starb Jacob Goedecker. Ein Gedenkstein an der Elbestraße in Gonsenheim (in Höhe der Canisiuskirche) erinnert an den Flugpionier und seine Arbeit am Großen Sand, der sich damals bis in dieses Gebiet erstreckte.
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"Mainz-Gonsenheim".
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