| Wissenschaftlicher Name
|
| Euproctis chrysorrhoea
|
| Linnaeus, 1758
|
Der
Goldafter (
Euproctis chrysorrhoea) ist ein
Schmetterling (
Nachtfalter) aus der
Familie der
Trägspinner (Lymantriidae).
Merkmale
Der Goldafter erreicht eine Flügelspannweite von etwa 30 bis 35 Millimetern und ist damit deutlich größer als der ihm ähnliche
Schwan (Euproctis similis). Am besten unterscheiden sich die beiden
Trägspinner durch die Ausdehnung des gelben Bereichs am Hinterleib (Afterbusch). Die Männchen weisen am Hinterleib ein rostrotes Ende auf, während die Weibchen einen breiteren rostfarbenen Bereich zeigen. Manche Individuen haben zusätzlich noch gelbbraune Borsten am Hinterleib. Die Oberseite beider Flügelpaare ist weiß ohne den schwarzen Fleck, den der Schwan aufweist.
Ähnliche Arten
Verbreitung
Man findet diese Art in ganz
Europa. Im Norden bis
Mittelschweden und
Südfinnland. Weiterhin im südwestlichen Mittelmeerraum und der
Iberischen Halbinsel bis
Russland im Osten. In
Nordamerika wurde die Art vor etwa 100 Jahren eingeschleppt.
Lebensraum
Die wichtigsten
Biotope stellen heute Parkanlagen und Obstgärten. Früher waren lichte Laubmischwälder das Heim des Goldafters.
Lebensweise
Dann legt das Weibchen ca. 200 Eier auf einen Haufen und verteilt zum Schutz vor Fressfeinden dann die Haare ihres Hinterleibes darauf. Das Gelege sieht nun aus wie ein
Baumschwamm und wird daher nicht sofort von
Vögeln entdeckt.
Von September bis Juni findet man die Raupen, die direkt nach dem Schlüpfen noch einige Zeit beisammen bleiben. Im Sommer weben sie Blätter mit einem 8 bis 10 Zentimeter großen, weißen, filzartigen Gespinst zusammen. Selbst nach dem frühjährlichen Schlüpfen kommen die Tiere immer wieder nach dem Fressen zu diesem Gespinst. Beim Fressen sondert diese Art Spinnfäden ab.
Die Raupen sind etwa 35 bis 40 Millimeter lang, grauschwarz gefärbt und mit einer rot-weißen Zeichnung versehen und besitzen eine lange Behaarung. Sie ernähren sich meist von Laubhölzern wie Eichen, Kirsch-, Pflaumen-, Äpfel- und Birnenbäumen.
Die Raupen überwintern gesellig in einem Winternest.
Flugzeiten
Die Tiere fliegen von Ende Juni bis Anfang August.
Schadwirkung
Die Art bevorzugt Bäume und Sträucher in der offenen Landschaft,
Alleebäume,
Solitärbäume sowie Obstbaume in Gärten und
Streuobstwiesen. Oftmals kommt es zum Kahlfraß, so dass der Goldafter als
Schädling angesehen wird. Eine Bekämpfung ist möglich durch das Abtrennen der Überwinterungsgespinste nach dem Laubfall oder Besprühen der Blätter mit
Bazillus thuringiensis-Präparaten im Jungraupenstadium, bevor die Gespinste dicht gesponnen werden.
Literatur
- Günter Ebert (Hrsg.): Die Schmetterlinge Baden Württembergs Band 4, Nachtfalter II (Bombycidae, Endromidae, Lemoniidae, Saturniidae, Sphingidae, Drepanidae, Notodontidae, Dilobidae, Lymantriidae, Ctenuchidae, Nolidae). Ulmer Verlag Stuttgart 1994. ISBN 3-800-13474-8
Weblinks
Trägspinner
Brown-tail | Bastaardsatijnvlinder