Die Golanhöhen (arabisch الجولان al-Dschaulān, hebräisch רמת הגולן Ramat HaGolan) sind ein dünn besiedelter, hügeliger Landstrich im Nahen Osten. Sie gehören völkerrechtlich zu Syrien, sind aber seit dem Sechs-Tage-Krieg 1967 von Israel besetzt und wurden 1980 annektiert.
Qunaitra.jpg im September 2001]] Die größte Stadt der Golanhöhen war das syrische Qunaitra, das von der israelischen Armee während des Sechstageskrieges zerstört wurde, bevor sie sich 1974 aus der Stadt zurückzog. Die Stadt wurde bis heute nur zu geringen Teilen wieder aufgebaut. Nach der Eroberung durch Israel wurde der Golan besiedelt; der israelische Hauptort ist Katzrin. Insgesamt wohnen auf den Golanhöhen etwa 17.000 jüdische Siedler in 33 Siedlungen und die gleiche Anzahl Drusen in einem kleinen Gebiet im Norden des Golan mit fünf Dörfern.
Landwirtschaftlich wird das Gebiet kaum genutzt, da die Böden sehr steinig sind und große Flächen vermint sind. Allerdings sind die Niederschläge vergleichsweise hoch; Israel bezieht einen großen Teil seines Trinkwassers indirekt (über den Jordan und den See Genezareth) von den Golanhöhen.
Allgemein bekannt wurde der Golan im 20. Jahrhundert mit der Eroberung durch Israel im Sechs-Tage-Krieg. Im Vorfeld hatte Syrien versucht, Teile des Wassers vom Golan direkt in den Yarmuk abzuleiten (wodurch es für Israel nicht mehr nutzbar gewesen wäre); außerdem waren Siedlungen am Fuß der Höhen wiederholt unter syrischen Beschuss geraten. Während der Eroberung wurde ein Großteil der ursprünglichen Bevölkerung vertrieben.
Zwar konnte Syrien Teile des Golans im Jom-Kippur-Krieg 1973 zunächst zurückerobern; diese Gebiete gingen jedoch im weiteren Verlauf der Kämpfe wieder verloren, die 1967 vorläufig von den Israelis eroberte Stadt Kuneitra blieb jedoch in syrischer Hand. Im folgenden Jahr schlossen Israel und Syrien ein Waffenstillstandsabkommen; außerdem wurde eine Pufferzone unter UN-Kontrolle (UNDOF) eingerichtet.
Seit 1981 hat Israel die Golanhöhen annektiert; diese Annexion wurde 1982 auf einer UN-Sondersitzung für nichtig erklärt, trotzdem ist es den Vereinten Nationen bislang nicht gelungen, Israel zum Abzug zu bewegen.
Nachdem 1999 Verhandlungen unter dem israelischen Premier Ehud Barak scheiterten, ist eine Einigung in naher Zukunft unwahrscheinlich. Die israelische Regierung unter Ariel Scharon kündigte Anfang Januar 2004 sogar an, in neuen Siedlungen weitere 900 Familien auf dem Golan ansiedeln zu wollen.
Siehe auch: Gazastreifen, Westjordanland
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