Godzilla (jap. ゴジラ Gojira) ist ein unter anderem durch King Kong inspiriertes japanisches Filmmonster (jap. daikaijû ). Der turmhohe Dinosaurier, der sich normalerweise von Fischen ernährt und durch Atomtests geweckt wurde, ist bisher in 28 japanischen Filmen aufgetreten und hat eine ganze Reihe andere Monster wie zum Beispiel Mothra inspiriert. Der Name Gojira ist zusammengesetzt aus gorira (ゴリラ, jap. für "Gorilla") und kujira (鯨, くじら, jap. für "Wal").
In Deutschland kamen die Godzillafilme in den 70ern mit teilweise sinnentstellender Synchronisation ins Kino, die die marktschreierischen Verleihtitel in die Handlung zu integrieren suchten. Dabei wurden oftmals Frankenstein und King Kong in die Verleihtitel integriert, obwohl die entsprechenden Monster in der Regel nicht in den Filmen mitspielten. Während King Kong schlicht das zu dieser Zeit wohl bekannteste Synonym für amoklaufende Riesenmonster war - jedenfalls bekannter als Godzilla - , bezieht sich Frankenstein nur indirekt auf Mary Shelleys Romanfigur. Frankenstein, der Schrecken mit dem Affengesicht (Furankenshutain tai chitei kaiju Baragon), in dem ein 50 Meter hohes, atomar verstrahltes Frankenstein-Monster die Bucht von Tokyo verwüstet, war im Sommer 1967 so erfolgreich an den deutschen Kinokassen, dass nahezu alle folgenden Filme, die die japanischen Riesenmonster zum Thema hatten, entsprechend eingedeutscht wurden um an diesen Erfolg anzuknüpfen (sogar unter Verwendung des selben "Frankenstein"-Schriftzugs).
Tricktechnisch wurde in den Godzilla-Filmen mit Suitmation gearbeitet, was nichts anderes bedeutet, als dass ein Schauspieler die Rolle des Monsters in einem oft zentnerschweren Gummikostüm spielt. Die für die Filme charakteristischen Zerstörungsszenen von Städten wurden in detailliert ausgestatteten Modellen gedreht. Da mit der Suitmation eine eigene Ästhetik erreicht wird (die westliche, amerikanische Tricktechnik gewohnte Zuschauer oft als "billig" missverstehen), findet diese auch in den neueren japanischen Godzilla-Produktionen der 90er Jahre immer noch Anwendung, allerdings ergänzt durch zahlreiche Computereffekte.
1998 kam ein amerikanischer Godzilla-Film des deutschen Regisseurs Roland Emmerich (Visual Effects: Volker Engel) ins Kino, der eine völlig neue und andere Version der Riesenechse brachte. Die Handlung wurde von Tokyo nach New York City verlegt. Der Film war zwar ein kommerzieller Erfolg, wird aber von Fans des japanischen Godzillas nicht als Teil der Reihe akzeptiert (gebräuchlich ist daher unter Fans die Kurzform "GINO" für das Emmerich-Monster: "Godzilla In Name Only"). Der amerikanische Godzilla wurde unter Anderem auch im neusten japanischen Godzillafilm, Final Wars, parodiert. In einem Kampf zwischen dem echten und dem amerikanischen Godzilla (in diesem Film "Zilla" genannt) schleudert der echte Godzilla Zilla mit dem Schwanz in ein Gebäude und vernichtet ihn anschliessend mit seinem radioaktiven Strahl. Das Ganze wird, wie auch schon der Anfang des Trailers, von "We're all to blame" von der Band Sum41 untermalt.
Die insgesamt 28 japanischen Godzilla-Filme unterteilen sich in drei lose zusammenhängende Serien mit jeweils weitgehend voneinander unabhängiger Chronologie: 1954-74 (15 Filme), 1984-95 (7 Filme) und 1999-2004 (6 Filme). Nach Veröffentlichung des bislang letzten Beitrags, Final Wars, ließ die verantwortliche Produktionsgesellschaft Toho verlautbaren, dass es für mindestens zehn Jahre keinen weiteren Godzilla-Film geben würde.
Am 30. November 2004 bekam die Figur des Godzilla zu seinem 50. Geburtstag einen eigenen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.
Der erste Godzillafilm kann als Verarbeitung des verlorenen Kriegs und der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki interpretiert werden. Ist in diesem Film Godzilla als Symbol der Bombe ein böses Monster, änderte sich das im Laufe der Serie. In Filmen wie Befehl aus dem Dunkel (1964) wird Godzilla zum Beschützer Japans (bzw. der ganzen Erde) vor außerirdischen Invasoren. Er wird – so Georg Seeßlen – „vom großen Zerstörer zum großen Freund“. In den Serien der 1980er/90er und 2000er wird Godzilla wieder zu einem bösen Monster.
Godzilla gilt auch als Namenspatron des Mozilla-Projekts und diverser Nebenprodukte wie Bugzilla oder Chatzilla. Diese Nebenprodukte wurden von der japanischen Produktionsgesellschaft Toho (die der Eigner aller Rechte am Namen & Charakter Godzilla ist) äußerst argwöhnisch betrachtet.
Emmerichs Godzilla ähnelt physisch keinem der anderen Godzillas und ist eigentlich ein mutierter Leguan. Er wird in Godzilla - Final Wars vom letzten Godzilla getötet.
Hier eine Auflistung einiger weiterer Monster, die in den Godzillafilmen auftraten:
Godzilla - King Ghidrah, the three headed Monster (1964);
Godzilla's Revenge (1969);
Godzilla 2000 - Millennium (1999);
Godzilla x Megaguirus (2000);
Godzilla, Mothra, King Ghidorah - All Monsters out of Attack (2001);
Godzilla x Mechagodzilla (2002);
Godzilla x Mothra x Mechagodzilla (2003/ Sequel zum Film von 2002).
Als Beispiel hier nur der erste Teil (mit abweichendem Namen vom Original-Film):
Bei den weiteren DVD-Ausgaben wurden die Filmtitel größtenteils dem japanischen Originaltitel angepasst. Unter diesen Filmen kommt die ganze Millenium Filmreihe (1999-2004) in diesem Jahr auch in die europäischen Länder.
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