Als einen Glossator (aus der griechischen Glosse mit lateinischer Endung) bezeichnete man einen italienischen Rechtsgelehrten des 12. und der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts, vornehmlich in Bologna; Glossatoren versahen die Texte des Corpus Iuris Civilis (d.h. Quellen des antiken römischen Rechts) mit Erläuterungen (Glossen). Die bedeutendsten Glossatoren waren Irnerius, Azo und Accursius (Zusammenfassung der bisherigen Glossen zur Glossa ordinaria 1250). Ihr Werk wurde am Ende des 13. und im 14. Jahrhundert von den Postglossatoren – auch Kommentatoren oder Consiliatoren genannt – (besonders Cinus de Pistoia, Bartolus de Saxoferrato und Baldus de Ubaldis) fortgesetzt.
Auch im Bereich des mittelalterlichen Kirchenrechts gab es faktisch Glossatoren, die Dekretisten, d.h. diejenigen Juristen, die sich dem Studium des Decretum Gratiani widmeten, und die Dekretalisten, die eifrig die päpstlichen Dekretalen studierten. Von den Kanonisten sind besonders Huguccio, Tankred und Laurentius Hispanus zu nennen bei den Dekretisten; bei den Dekretalisten verdienen Bernardus von Pavia, Raimundus von Pennaforte und Johannes Andreae Erwähnung.
Das römische Recht wurde erst durch die Rezeption der Modernisierung durch die Glossatoren und Postglossatoren zum kontinentaleuropäischen Privatrecht.
siehe auch: Glossar, Marginalie, Mischna
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