Gleitsegeln, Gleitsegelfliegen oder Paragleiten ist eine Luftsportart mit freifliegenden (d.h. ohne Verbindungsleine zum Boden), steuerbaren, aussteifungslosen Gleitsegeln ohne nähere Festlegung der Schirmart. Diese können nach deren Hauptverwendungszweck in Fallschirme (Flächenfallschirme!) und Gleitschirme unterteilt werden. Der Pilot sitzt beim Gleitsegeln in einem mit dem Gleitsegel verbundenen Gurtzeug. Gestartet wird mit offen ausgelegtem Schirm in der Regel durch Fußstart vom Berg.
Das heute meist synonym verwendete "Gleitschirmfliegen" enthält demgegenüber bereits eine Aussage zur Art des verwendeten Schirms und beschreibt somit i.e.S. "Gleitsegeln mit Gleitschirm", welches das "Gleitsegeln mit Fallschirm" (s.a. Bergfliegen) seit etwa 1985 wegen der zunehmenden Schirmspezialisierung weitgehend ersetzt hat.
In das Bewusstsein einer etwas größeren Öffentlichkeit drang "Slope Soaring/Gleitsegeln" erst in den 70-ern. Entscheidenden Anteil daran haben nicht zuletzt die bekannteren Veröffentlichungen von Dan POYNTER: Nachdem er 1970 im Parachutist Magazine einen Artikel über das "Slope Soaring". veröffentlicht hatte, beschrieb POYNTER es 1972 im "Parachute Manual" erneut und schildert es als Fallschirm-Test-Möglichkeit nach Reparaturen. 1973 erschien sein Buch "Hang Gliding", in dem er als ähnliche Sportart auch Paragliding beschreibt. 1974 propagiert er dann in einem Lehrbuch auch das Parasailing
Spätestens 1972 ist die Idee des Gleitsegelns auch in Deutschland und Österreich vertreten: Michael Melzer und Hans Ostermünchner verfolgten die Idee von Fallschirm-Fussstarts. Bei Starkwind flog Hartmut HUBER, der spätere Mitgründer von Parasail, von der Spungschanze in Kitzbühel. 1973 starteten Heinz Fischer und Volker Rademacher mit einem 7-zelligen PARASLED vom Tegelberg.
Eine besondere Bekanntheit erlangten 1978 die Franzosen Bosson, Betemps und Bohn, als sie mit Flächensprungfallschirmen erneut Fußstartversuche durchführten und anfangs der 80er wurden in den französischen Hochalpen in Mieussy bereits Wettbewerbe durchgeführt. Das sog. Bergfliegen mit geeigneten Sprungfallschirmen hatte sich von einem außergewöhnlichen Hobby einzelner Individualisten erstmals in eine etwas breitere sportliche Bewegung gewandelt, die auch für "Bergflieger" attraktiv wurde, die nicht ohnehin bereits schon Fallschirmspringer waren. Wegen der sehr geringen Gleitleistung der Fallschirme von max. 1 : 3 erfolgten Starts jedoch meist in steilem Gelände und Rinnen. Der Flug war im wesentlichen immer noch auf ein schnelles Hinabfliegen ins Tal begrenzt.
Parallel zum "Bergfliegen" entstand ab ca. 1980 mit der erneuten Entwicklung spezieller Schirme (wie die Flächenfallschirme nun allerdings ebenfalls auf Basis der zweiflächigen Mehrzeller von JALBERT) als eigenständige Sportart das Gleitschirmfliegen - fast so, wie es sich Barish schon 1965 vorgestellt hatte.
Anfangs wesentlich instabiler, aber kaum leistungsfähiger als entsprechende Sprungfallschirme, holten die neuen spezialisierten "Gleitschirme" in Punkto Sicherheit auf und begannen die zweckentfremdeten Fallschirme am Berg ab ca. 1985 durch bessere Gleitwinkel und wesentlich besseres Handling zu übertreffen.
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"Gleitsegeln".
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