Glauburg_Karte.png Der Höhenrücken des Glaubergs (Höhe 271 m über NN) am Ostrand der Wetterau ist ein Basaltausläufer des Vogelsberges in Hessen. Er liegt zwischen dem Zusammenfluss von Nidder und Seemenbach und gehört zur Gemeinde Glauburg. Im Südwesten vorgelagert ist ihm das Enzheimer Köpfchen. Nach Nordwesten fällt er steil ins Niddertal ab, im Süden zieht sich vom Bergfuß eine gegliederte Hochfläche zum 2 km entfernten Seemenbach hin.
Durch seine natürlichen Gegebenheiten ist der Glauberg für eine Besiedlung und Befestigung hervorragend geeignet: Seine Höhe überragt das Umland um 150 m und bildet ein fast ebenes Plateau von über 800 m Länge und 80 m bis fast 200 m Breite. Auf der Hochebene liegt ein kleiner Weiher, der nicht von einer Quelle gespeist wird, sondern vom abfließenden Oberflächenwasser gebildet wird. Er führte bis zu Sprengarbeiten nach dem letzten Krieg auch in trockenen Hochsommern stets Wasser.
Die Fürstengräber dreier keltischer Krieger aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. belegen die gehobene Stellung der Verstorbenen. Die Gräber zählen zu den prachtvollsten, die aus frühkeltischer Zeit bekannt sind. Eine weitere Sensation war die Entdeckung einer lebensgroßen Steinfigur eines Kriegers. Die bis auf die Füße vollständig erhaltene Krieger-Stele (Statue) ist mit einer haubenartigen Kopfbedeckung in Form eines Mistelblattes versehen. Da die Mistel bei den Kelten eine wichtige kultische Bedeutung besaß, mag dies auf die Rolle des Fürsten als oberster Priester hinweisen. Diese Figur des „Keltenfürsten vom Glauberg“ ist bislang der bedeutendste Fund keltischer Kultur in Hessen. Fragmente von drei weiteren Statuen, die der ersten en detail gleichen wurden ebenfalls gefunden.
Die bedeutendsten Fundstücke dieser Gräber sind ein goldener Halsreifund und eine keltische Schnabelkanne. Die Funde können im hessischen Landesmuseum in Darmstadt besichtigt werden.
Die orginalgroße Kopie der Statue kann im Heimatmuseum in Glauburg besichtigt werden.
Für die Zukunft ist die Errichtung eines Keltenmuseums am Glauberg geplant.
Ein frühkeltischer Fürstengrabhügel am Glauberg im Wetteraukreis, Wiesbaden 1996, ISBN 3-8982-2129-6
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