Der
Glatzer Schneeberg, auch
Grulicher oder
Spieglitzer Schneeberg (polnisch
Śnieżnik Kłodzki, tschechisch
Králický Sněžník) ist der höchste Berg (1.425 m ü.
NN) des
Glatzer Schneegebirges im westlichen Teil der
Ostsudeten. Die Staatsgrenze zwischen
Polen und
Tschechien führt über den Gipfel. Der Name des Berges wurde von der langen Winterperiode abgeleitet, denn der Berg ist in der Regel bis zu acht Monate im Jahr mit Schnee bedeckt. Der obere Teil des Berges ist von subalpiner Vegetation geprägt, die
Waldgrenze befindet sich etwa auf 1.200 m Höhe.
Geografie
Der Glatzer Schneeberg ist eine bedeutende europäische
Wasserscheide. Die in einer Höhe von 1.380 m am Südhang des Berges entspringende
March (
Morava) fließt über die
Donau zum
Schwarzen Meer, die
Glatzer Neiße (
Nysa Kłodzka) fließt über die
Oder in die
Ostsee und der
Liptovský potok erreicht über die
Elbe die
Nordsee. An der Wasserscheide liegt der Trójmorski Wierch ("Dreimeereberg", deutsch
Klapperstein, tschech.
Klepý), ein Seitengipfel des Schneebergmassivs (1.145 m ü.
NN).
Natur
Das tschechische Nationale Naturreservat Králický Sněžník wurde 1990 ausgerufen. Es nimmt eine Fläche von 1.694,67
Hektar ein. Zur Eingrenzung von störenden Einflüssen aus der Umgebung wurde außerdem eine Schutzzone mit einer Fläche von 1.371,24 Hektar festgelegt. Neben
subalpinen Bereichen mit
Knieholz und
Hochmooren findet man unterhalb der Waldgrenze Reste von
Urwald mit den dort typischen
Fichtenarten und
endemischen Pflanzen. Bedeutung hat das Reservat auch als
Vogelschutzgebiet.
Auf polnischer Seite gibt es seit 1981 den Śnieżnicki Park Krajobrazowy (Naturpark Glatzer Schneeberg), der sich auf 28.800 Hektar erstreckt und dessen besondere Schutzzone 14.900 Hektar umfasst, weshalb im Umkreis des Berges nach wie vor keine Skilifte gebaut werden dürfen und eine Erschließung der Region für den Wintersport nur eingeschränkt möglich ist. Auf dem Gebiet des Naturparks leben unter anderem Wildschweine, Dachse, Gemsen, Schwarzstörche, seltene Spechtarten und endemische Pflanzenarten.
Geschichte
Auf der
schlesischen Seite stand seit 1899 eine steinerne
Bergbaude mit Aussichtsturm, die 1973 wegen Baufälligkeit von der polnische Armee gesprengt wurde. Die Trümmer bilden heute den höchsten Punkt des Berges. Geschichtlich grenzen auf dem Gipfel das Königreich
Böhmen, die Markgrafschaft
Mähren und die
Grafschaft Glatz aneinander. Ein historischer Wappenstein markiert diese Stelle.
Lage und Umgebung
Der Glatzer Schneeberg befindet sich etwa 30 km südlich von
Kłodzko (
Glatz) und 30 km westlich von
Jeseník (
Freiwaldau). An seinem Fuße befinden sich die Ortschaften
Międzygórze (
Wölfelsgrund),
Kletno (
Klessengrund),
Velká Morava und
Staré Město (
Mährisch Altstadt).
Nach dem Abriss des Schutzhauses auf dem Gipfel ist heute die ehemalige
Schweizerei am Schneeberg (
Schronisko na Śnieżniku) unterhalb des Gipfels die einzige noch vorhandene
Bergbaude am Schneebergmassiv. Die erst nach dem
Zweiten Weltkrieg 1966 entdeckte
Jaskinia Niedźwiedzia (
Bärenhöhle) auf der Nordseite des Berges ist touristische Schauhöhle. Ein Stück unterhalb des Gipfels befindet sich die Felsgruppe
Vlaštovčí kameny - mit einem Blockmeer am Fuß.
Geologie
Die Gegend ist auch interessant aus der Sicht der
Geomorphologie. Geformt durch verwandelte Hügel (
Gneise und
Glimmerschiefer), teilweise befinden sich hier auch kristallisierte
Kalksteine,
Dolomit,
Amphobolit, amphobolitischer
Schieferstein,
Quarzite und Quarzitschiefer. Die Gegend unterhalb der Gipfel wurde durch
Gletscher geformt und es entstand im Laufe der Zeit eine interessante Landschaftsbildung unterhalb der Quelle der Morava, Steinmeere und weitere Steingebilde.
Wege zum Gipfel
- Günstigster Ausgangspunkt ist der Urlaubsort Międzygórze, von dort führt der Weg über die ehemalige Schweizerei zum Gipfelplateau.
- Von Kletno aus führt ein Weg über die Bärenhöhle zum Gipfel.
- Weitere Ausgangspunkte sind Staré Město und Velká Morava.
- Über den Berg führt auch der Europäische Fernwanderweg E3.
Weblinks
Berg in Polen | Berg in Tschechien | Eintausender
Králický Sněžník | Śnieżnik (góra)