GLARE ist eine neuartige Werkstoffkombination, die aus vielen, jeweils nur wenige Zehntel Millimeter dicken Schichten besteht. Diese Schichten bestehen abwechselnd aus Aluminium und einem Glasfaserlaminat (glasfaserverstärkter Kunststoff) und werden unter Druck verklebt.
Das Wort GLARE ist ein Akronym und steht für "glass-fibre reinforced aluminium". Es wurde speziell für den Flugzeugbau entwickelt und erstmals großflächig beim Airbus A380 eingesetzt, bei dem große Teile der oberen Außenhülle aus GLARE bestehen.
Der Vorteil gegenüber Aluminium - bislang der Standardwerkstoff im Flugzeugbau - liegt in dem guten Durchbrand- sowie Einschlagverhalten. Daher wird es vor allen Dingen im oberen Rumpfbereich, auf der Flügelunterseite sowie im Nasenbereich des Seitenleitwerks und im Cockpitbereich eingesetzt. Ein weiterer Vorteil gegenüber Aluminium ist sein Verhalten gegenüber Rissen. Risse werden durch die Glasfaserschichten "überbrückt", so dass die Rissgeschwindigkeit mit zunehmender Risslänge abnimmt, während beim Aluminium die Rissgeschwindigkeit stark zunimmt. Die Dichte von GLARE liegt in etwa bei der des im Flugzeugbau üblichen Aluminums, kann aber je nach Schichtdicke etwas schwanken.
Nachteilig ist der reduzierte E-Modul, er liegt beim GLARE bei ca. 57000 MPa (E-Modul Aluminium ca. 73000 MPa). Aufgrund der geringeren Steifigkeit kann Flattern bzw. Schwingen auftreten. Auch der Preis ist ein Nachteil: GLARE kostet etwa sechsmal so viel wie Aluminium, welches sich zudem einfacher verarbeiten lässt. Bei der Montage von GLARE muss nämlich besonders darauf geachtet werden, dass sich die einzelnen Schichten nicht voneinander lösen (delaminieren) oder sich beim Bohren Späne zwischen die Glasfaser- und Aluminiumschichten drücken.