Gland ist eine politische Gemeinde (Commune) im District de Nyon des Kantons Waadt in der Schweiz.
Die Fläche des 8.3 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt am Nordwestufer des Genfersees. Der Gemeindeboden erstreckt sich vom Seeufer über den flachen Uferrandstreifen nach Norden über die Ebene bis an den Jurafuss. Hier wird mit 470 m ü. M. der höchste Punkt von Gland erreicht. Die nordöstliche Grenze bilden der zumeist kanalisierte Lavasson und – unterhalb seiner Mündung – die Dullive, die mit einem kleinen Aufschüttungskegel in den Genfersee mündet. Die südwestliche Grenze verläuft entlang der Promenthouse, die mit zahlreichen Mäandern durch eine Talniederung fliesst. Ganz im Süden reicht das Gemeindegebiet auf den Schwemmkegel, den die Promenthouse mit dem im Jura erodierten Material bei ihrer Mündung in den Genfersee gebildet hat. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 37 % auf Siedlungen, 14 % auf Wald und Gehölze, 48 % auf Landwirtschaft und etwas weniger als 1 % war unproduktives Land.
Zu Gland gehören die Siedlungen La Lignière (403 m ü. M.) und La Dullive (380 m ü. M.) westlich des gleichnamigen Baches sowie einige Gehöfte. Nachbargemeinden von Gland sind Prangins, Vich, Begnins, Luins und Dully. Über dem Genfersee grenzt Gland an Frankreich.
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1764 | 324 |
| 1850 | 425 |
| 1900 | 676 |
| 1950 | 1180 |
| 1960 | 1545 |
| 1970 | 2404 |
| 1980 | 4906 |
| 1990 | 7109 |
| 2000 | 9663 |
In den letzten Jahrzehnten hat sich das ehemalige Weinbauerndorf zu einer Wohngemeinde entwickelt. Neue Quartiere entstanden vor allem in Richtung Genfersee, während die Industrie- und Gewerbezonen vorwiegend in Autobahnnähe und im Südwesten der Gemeinde anzutreffen sind. Da Gland etwa in der Mitte zwischen Lausanne und Genf liegt, gibt es auch viele Erwerbstätige, die in diesen Städten ihrer Arbeit nachgehen. Gland hat sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Wohnort für die Prominenz entwickelt. So hat sich u.a. Michael Schumacher auch hier niedergelassen. Seine neue Villa (ca. 40 Mio €) soll das teuerste Wohnhaus der Schweiz sein.
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 994 unter dem Namen Villa Glannis. Später erschienen die Bezeichnungen Glant (1179), Glans (1202), Glanez (1344) und 1386 der heutige Name. Gland gehörte seit dem Mittelalter zur Herrschaft Prangins, aber auch die Abtei Romainmôtier und die Herren von Gingins hatten Besitz im Dorf.
Mit der Eroberung der Waadt durch Bern im Jahr 1536 kam Gland unter die Verwaltung der Vogtei Nyon. 1673 wurde Marcins, das bis dahin eine selbständige Gemeinde bildete, mit Gland vereinigt. Der Ort nahm im 18. Jahrhundert viele hugenottische Flüchtlinge auf. Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime gehörte Gland von 1798 bis 1803 während der Helvetik zum Kanton Léman, der anschliessend mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. 1798 wurde es dem Bezirk Nyon zugeteilt.
In den 1930er Jahren wurde zwischen dem Genferseeufer und dem Jura eine Panzersperre errichtet. Die besondere Form der Betonblöcke erinnert an die Toblerone-Schokolade, weshalb die Sperre den Namen La ligne des Toblerones (Tobleronen-Weg) bekam. Entlang dieser Sperre führt heute der Lehrpfad Sentier des Toblerones.
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