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Speiseeis oder Glacé ist eine Süßspeise aus Flüssigkeiten wie Wasser, Milch und Sahne, Zucker, möglicherweise Eigelb und vielfältigen geschmacksgebenden Zutaten wie Früchten, Vanille, Kakao und anderen, die meist unter Aufschlagen oder Rühren zu einer Creme gefroren wird.
Zur Herstellung von Speiseeis werden zuerst die Zutaten (der Zucker meist flüssig als Läuterzucker, Früchte püriert und Sahne geschlagen) vermischt, dann wird die Masse unter ständigem Rühren gefroren, wodurch feine Luftbläschen in die Masse gelangen und die Eiskristalle klein bleiben. Einen cremigen Schmelz hat Speiseeis nur, wenn die Kristalle so klein sind, dass sie im Mund nicht fühlbar sind und sich sofort auflösen. Generell gilt: Je höher der Fettgehalt und je schneller das Rühren, desto feiner das Speiseeis.
Traditionell wird Speiseeis in einer Metallschüssel gefroren, die sich in einem Behälter mit einer Mischung aus zerstoßenem Wassereis und Kochsalz, der sogenannten Kältemischung, befindet. Durch die unter -10 °C kalte Mischung wird die Eismasse gefroren und kann zugleich gerührt werden. Heute gibt es auch für den Haushalt elektrisch betriebene Eismaschinen, die diese Aufgabe übernehmen.
Bei der heute überwiegenden industriellen Produktion wird grundsätzlich ähnlich verfahren; es werden jedoch häufig noch Hilfsstoffe wie Bindemittel, Emulgatoren, Stabilisatoren sowie Aroma- und Farbstoffe zugesetzt.
Eine spektakuläre Methode der Eisherstellung stammt aus der Molekulargastronomie: Wird der Eismasse unter leichtem Umrühren etwa ein Drittel ihres Volumens an flüssigem Stickstoff hinzugefügt, beginnt der Stickstoff zu kochen, während gleichzeitig die Eismasse gefriert. Nach etwa einer Minute ist das Eis fertig. Durch das schlagartige Einfrieren können sich keine großen, störenden Eiskristalle bilden.
Zuerst gab es geeiste Süßspeisen vermutlich im antiken China – die chinesischen Herrscher hatten große Eislager anlegen lassen. Dem Sorbet ähnelndes Speiseeis war aber auch in der europäischen Antike bekannt. Der griechische Dichter Simonides von Keos beschreibt es als aus Gletscherschnee mit Zutaten wie Früchten, Honig oder Rosenwasser bestehend. Belegt ist auch Alexander des Großen und Hippokrates' Vorliebe für Speiseeis. Die römischen Kaiser ließen sich durch Schnellläufer Schnee und Eis von den Apenninen zu seiner Herstellung bringen, der indische Kaiser Ashoka aus dem Himalaya.
Zwischenzeitlich in Europa wohl in Vergessenheit geraten, brachten die Kreuzfahrer das Rezept für Scherbet, eine Mischung aus Fruchtsirup und Schnee, die die Araber wiederum aus China kannten, zurück.
Ende des 13. Jahrhunderts beschrieb Marco Polo die Herstellung einer Kältemischung aus Schnee oder Wasser und Salpeter, die er in China kennengelernt hatte. Speiseeis aus Wasser und Fruchsaft oder -püree (Granita) wurde zu einer italienischen Spezialität, die im 16. Jahrhundert von Katharina von Medici (Caterina De Medici) nach Paris mitgebracht wurde. Das erste Eiscafé eröffnete der Italiener Franceso Procopio di Cultelli, ein Koch Ludwigs XIV., 1660 ebenfalls in Paris. Um 1700 wurde Speiseeis auch in europäischen Kaffeehäusern bekannt. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts schließlich erfand ein französischer Koch am Hof des englischen Königs das Milcheis. Auch die Eisbombe stammt aus dieser Zeit.
Die erste Speiseeismaschine wurde um 1790 in den USA erfunden, die erste Fabrik für Speiseeis begann in Baltimore 1851 ihre Produktion. Bis zur Erfindung der Kältemaschine durch Carl von Linde 1881 war man allerdings auf Stangeneis aus dem Winter, das in Eiskellern bis zum Sommer aufbewahrt wurde, und Kochsalz für die Kältemischung angewiesen. Lindes Kältemaschine brachte dann die technische Verfügbarkeit von Kälte und verhalf dem Speiseeis zum Durchbruch als Massenware.
Das Eis am Stiel wurde 1905 erfunden und 1923 patentiert.
In den zwanziger Jahren eröffneten in Deutschland allenthalben italienische Eisdielen. Dies war die erste größere Welle der durch Ausländer betriebenen Gastronomie.
Das Softeis wurde Mitte des 20. Jahrhunderts in Großbritannien erfunden. Ein Mitglied des Entwicklungsteams aus Chemikern und Lebensmitteltechnikern war Margaret Thatcher.
Im Jahr 2004 betrug der Pro-Kopf-Verbrauch an Speiseeis in Deutschland 7,4 Liter, 2005 waren es sogar 8,1 Liter.
Nach Grundzutaten und Zubereitungsart werden mehrere Eissorten unterschieden:
Problematisch in hygienischer Hinsicht war Softeis in den 70er und 80er Jahren: Zum einen fand ein wahrer Softeis-Boom statt, an dem sehr viele unerfahrene Jungunternehmer eine "Schnelle Mark" machen wollten und sich nicht mit hygienischen Vorschriften auskannten. Zum anderen wurde Softeis noch mit Ei hergestellt. Durch diese Kombination ist es dann häufiger zu Infektionen, insbesondere mit Salmonellen gekommen. Heutzutage enthält Softeis kein Ei mehr und die professionellen Softeismaschinen pasteurisieren den Softeismix.
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