Der Glühkopfmotor ist ein selbstzündender Verbrennungsmotor mit innerer Gemischbildung und niedriger Verdichtung. Er arbeitet nach dem Zweitaktmotor-Verfahren mit Kurbelkasten-Vorverdichtung.
Der Glühkopfmotor zählt zu den ersten bekannten Vielstoffmotoren, da dieses Verbrennungsverfahren nahezu keine Ansprüche an Zündwilligkeit bzw. Klopffestigkeit des Kraftstoffes stellt.
Hinsichtlich der Einordnung zwischen Otto- oder Dieselprinzip wurde beim Glühkopfmotor zuweilen von einer dritten Art gesprochen, da er Merkmale beider Motorprinzipien in sich vereint.
Durch die niedrige Verdampfungsgeschwindigkeit dauert es relativ lange, bis ein zündfähiges Kraftstoff-Luft-Gemisch zur Verfügung steht. Dies erfordert eine sehr frühzeitige Einspritzung (ca. 130 Grad Kurbelwinkel vor OT) des Treibstoffes, viel früher als bei Dieselmotoren.
Alternativ gab es Bauformen mit separatem kleinem Benzintank und einer Zündkerze im Glühkopf, womit der Motor im Benzinbetrieb gestartet werden konnte. Nach Erreichen der Betriebstemperatur wurde auf Schwerölbetrieb umgeschaltet.
Bevor ein kalter Glühkopfmotor gestartet werden konnte, musste der Glühkopf durch Fremdheizung (Lötlampe) vorgewärmt werden.
Längere Leerlaufzeiten überstehen Glühkopfmotoren konstruktionsbedingt nicht, weil der Glühkopf mangels Wärmenachlieferung auskühlte und so der Motor einfach stehenblieb. Dieses Auskühlen konnte durch die Form des Glühkopfes (sog. Zündsack) und eine im Spritzwinkel verstellbare Einspritzdüse hinausgezögert bzw. verhindert werden.
Berühmtheit und seine breite Bekanntheit in der Bevölkerung bis heute erlangte der Glühkopfmotor durch den legendären Bulldog von der Fa. Heinrich Lanz in Mannheim.
Da die Glühkopfmotoren-Ära bereits Ende des 19. Jahrhunderts begann, waren diese Motoren schon fest etabliert, als die ersten Dieselmotoren aufkamen. Der große Vorteil gegenüber den Benzinmotoren war die Einfachheit des Systems, sowie die einfachere Lagerung der Kraftstoffe, die zudem ungefährlicher waren als Benzin. Zudem waren die Anforderungen an die Kraftstoffe, und damit zugleich die Kosten, wesentlich geringer. Schiffsmotoren etwa konten neben Schweröl verbrauchtes Motorenöl verbrennen, andere liefen mit leicht gereinigtem Rohöl.
Große Glühkopfmotoren werden aufgrund des systembedingt hohen Verbrauchs nur noch selten hergestellt. Im Modellbau gibt es für die Darstellung von Kleinstverbrennungsmotoren im Bereich bis etwa 30ccm Hubraum den sogenannten Glühkerzen- bzw. Glühzündermotor, die nach einem sehr ähnlichen Funktionsprinzip arbeitet.
Bekannte Hersteller von Glühkopfmotoren sind bzw. waren Schlüter, Landini, Lanz und viele andere.
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