Glühzündermotoren (auch einfach Glühzünder genannt) sind Verbrennungsmotoren mit äußerer Gemischbildung durch Vergaser in Hubkolbenbauweise, die keine gesteuerte Zündeinrichtung (Hochspannungszündmodule mit Zündspule, Verteiler und Zündkerze) besitzen. Sie können in Zweitakt- und Viertakt-Ausführung gebaut werden. Auch Wankel-Glühzünder werden hergestellt. Es gibt auch im Modellbau Zwei- und Viertaktmoten mit elektronischer Funkenzündung.
Ihr Einsatzbereich liegt nahezu ausschließlich im Modellbau. Flugzeug-, Auto-, Boots-, Traktoren-Modelle in größeren Maßstäben (beim Auto etwa Maßstab 1:10 und 1:8) werden mit Glühzündern ausgerüstet.
2-Takt-Glühzünder werden in einem Hubvolumen bis etwa 30ccm hergestellt. Im RC-Carbereich werden überwiegend 2 bis 6,5-cm³-Motoren eingesetzt. Motoren um 3 cm³ Hubraum arbeiten heute im Standard bis etwa 30.000 1/min; teilweise auch darüber. Flugmodelle haben Motoren zwischen 0,163 cm³ und 30 cm³, mehrzylindrige Motoren auch bis etwa 60 cm³. Hubschraubermotoren haben zwischen 5 und 15 cm³, Schiffsmodellmotore zwischen 3 cm³ und 15 cm³.
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Das Funktionsprinzip ähnelt dem Glühkopfmotor. Es handelt sich bei einem Glühzündermotor um einen Zweitakt- oder Viertaktmotor mit äußerer Gemischbildung, der jedoch ohne gesteuerte Zündung auskommt. Der Treibstoff entzündet sich an einer dauerhaft glühenden Drahtwendel, die mit Platin-Iridium beschichtet ist. Zum Startvorgang wird die Glühwendel elektrisch vorgeheizt.
Die Zweitakt-Ausführung (häufigste Bauform) ist meist ein schlitzgesteuerter Motor mit Kurbelkastenspülung, wobei die Einlassteuerzeit durch eine Einfräsung an der Kurbelwelle bestimmt wird und die Auslassteuerung durch den Kolben geschieht. Zur Leistungssteigerung wird auch häufig eine Schnürle-Umkehrspülung eingesetzt.
Als Treibstoff wird im Modellbau Methanol verwendet. Als leistungssteigernder Zusatz wird häufig Nitromethan verwendet, der bis etwa 35 % dem Methanol zugesetzt wird. Nitromethan hat zudem positive Auswirkungen auf die Zündwilligkeit und bewirkt einen ruhigeren Leerlaufbetrieb. DSC02380.JPG
Der Schmierstoff besteht heutzutage aus einem synthetischen Öl speziell für Glühzündermotoren. Früher wurde oft Rizinusöl verwendet, das jedoch gegenüber den modernen Ölen den Nachteil der Rückstandsbildung hat. Man erlaubt aber noch die Beimischung geringer Mengen Rizinusöl (bis etwa 3 %). Bei einigen Modellen ist Rizinusöl während des Einlaufvorganges vorgeschrieben. Als Gesamtölmenge im Kraftstoff sind 18 % üblich.
Bei Viertaktmotoren kann vor dem Betrieb Öl in das Kurbelgehäuse gefüllt werden. Während des Betriebes werden die Teile des Motors, die sich im Kurbelgehäuse befinden sonst nur durch das Öl geschmiert, das die Brennraumwände herab in das Kurbelgehäuse läuft, was unter normalen Bedingungen jedoch ausreicht.
Ein weiterer Faktor bei der Kühlung von Glühzündern ist das Kraftstoffgemisch und die Schmierstoffmenge im Kraftstoff. Glühzünder dürfen vom Gemisch her nicht an der Magergrenze (Lambda = 1) gefahren werden, da sie sonst überhitzen. Eine leicht fette Einstellung des (Lambda < 1) Gemisches verhindert dies. Ein höherer Ölanteil reduziert ebenfalls die Betriebstemperatur.
Bei den bis an die Grenze des machbaren hochgezüchteten 3,5 cm³ Motoren gibt es bereits Modelle mit über 2,25 kW. Tuningmaßnahmen erzielen (bei stark reduzierter Lebensdauer) noch wesentlich mehr. Prototypen und Einzelanfertigungen mit Turboaufladung existieren, werden aber nicht als Standard angeboten.
Bei Flugmodellen kann man auch Elektrostarter einsetzen, die mit einem Gummieinsatz axial auf die Propellernase gesetzt werden und den Motor damit starten, Handanwurf ist ebenfalls meist möglich. Reversierstarter oder auch fest angebaute Elektrostarter können angebaut werden. Zum Starten wird die Glühkerze mit einer Spannungsquelle von etwa 1,2V bis 2V verbunden, wobei der Stromfluss die Glühkerze stark erhitzt und so einen Start des Motors erst ermöglicht. Einige Sekunden nach dem Start kann die Spannung wieder weggenommen werden, die einzelnen Verbrennung lassen die Glühkerze weiter glühen. Automatische Glühvorrichtungen sind möglich, etwa um einen Motor ferngesteuert wieder anzulassen.
Die Zündung erfolgt über eine permanent glühende Glühkerze, sodass kein Zündzeitpunkt am Motor eingestellt werden kann. Er ist von Einflussgrößen abhängig, die außerhalb des Motors liegen. Das sind im wesentlichen
Methanol ist stark hygroskopisch, es zieht also Wasser aus der Umgebungsluft an. Dadurch ändert sich der Brennwert (der Kraftstoff altert). Bei Verwendung eines solchen Kraftstoffes kann eine geänderte Vergasereinstellung erforderlich werden. Der Alterungseffekt kann auch durch einen geringfügig erhöhten Nitromethan-Anteil kompensiert werden. Der Ölanteil hat ebenfalls einen Einfluss auf die Leistung des Motors. Je geringer er ist, desto besser ist die Verbrennung.
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