Giulio Andreotti (* 14. Januar 1919 in Rom) ist ein italienischer Politiker, ferner Journalist und Bestsellerautor.
Giulio Andreotti.jpgEr gehörte den Christdemokraten (Democrazia Cristiana; DC) an. Andreotti war insgesamt an 33 Regierungen (von 59 nach 1945, Stand 2004) beteiligt und dabei siebenmal italienischer Ministerpräsident. Dabei stellte er den Rekord der kürzesten und der zweitkürzesten Amtperiode mit 8 bzw. 10 Tagen auf. Er wurde vom italienischen Parlament zum Senator auf Lebenszeit ernannt.
G7 leaders 1978.jpg, Jimmy Carter, Helmut Schmidt und Valéry Giscard d’Estaing auf dem G7-Gipfel in Bonn 1978.]]Nach einem Studium der Rechtswissenschaften war er seit 1944 enger Mitarbeiter des späteren Ministerpräsidenten Alcide De Gasperi. 1946 wurde er Mitglied der verfassungsgebenden Versammlung. 1947 wurde er erstmalig zum Mitglied der Deputiertenkammer gewählt. Dort war er 1968 Fraktionsvorsitzender der DC, sowie 1979 bis 1983 Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten.
Wichtigste Ministerämter:
Italienischer Ministerpräsident:
Im April 2006 bewarb sich Andreotti für das noch regierende Parteienbündnis Casa delle Libertà von Ministerpräsident Berlusconi um das Amt des Senatspräsidenten. Er erhielt im ersten Wahlgang 140 Stimmen und damit nicht die erforderliche absolute Mehrheit; jedoch fiel auch sein Gegenkandidat Franco Marini von den Linken mit 157 Stimmen durch.
Andreotti Sinatra Nixon.jpg und Richard Nixon]]Unstrittig ist, dass Andreotti in seiner Zeit als führender italienischer Politiker Kontakte zur Mafia hatte. So traf er sich 1987 mit Salvatore Riina, dem damals mächtigsten sizilianischen Mafioso, der seit eineinhalb Jahrzehnten flüchtig war und für etwa 1000 Morde verantwortlich sein soll.
Andreotti gilt als prominentestes Symbol der Verstrickung der italienischen Nachkriegspolitik und besonders der Democrazia Cristiana mit organisiertem Verbrechen und anderen dunklen Geschäften und der daraus folgenden Ausbeutung des Staates für private Interessen.
Mann | Italiener | Ministerpräsident (Italien) | Geboren 1919 | Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem
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