Girolamo "Hieronymus" Savonarola (* 21. September 1452 in Ferrara, Italien; † 23. Mai 1498 in Florenz, Italien) war ein italienischer Dominikaner und Bußprediger. Er erregte Aufsehen mit seiner Kritik am Lebenswandel des herrschenden Adels und Klerus.
Girolamo.Savonarola.jpg, um 1498]]
In Ferrara als Sohn einer adligen Familie geboren, studierte Savonarola zunächst Philosophie und Medizin. Mit 22 Jahren trat er jedoch in den Dominikanerorden von Bologna ein, um "nicht wie ein Tier unter Schweinen, sondern als vernünftiger Mensch" zu leben. Seinem ersten Auftreten als Bußprediger war zunächst wenig Erfolg beschieden, was sich jedoch schnell ändern sollte. Seine flammenden Reden gegen die Verkommenheit der herrschenden Schichten wurden von großen Teilen des Volks bejubelt. Die Massenwirkung, die er schließlich in Norditalien erzielte, wird oft mit der des rätselbehafteten Predigers Hans Böhm verglichen, der 1476 in Franken mit sozialrevolutionären Thesen ähnliche Anziehungskraft ausübte.
Als Savonarola mit dem 25. Juli 1492 das Sterbedatum von Papst Innozenz VIII. korrekt voraus sagte, war er auf dem Höhepunkt seiner Macht. Zum Verhängnis wurden Savonarola allerdings die offene Unterstützung durch König Karl VIII. von Frankreich und sein Kampf gegen Papst Alexander VI., der wesentlich machtbewusster agierte als sein Vorgänger Innozenz.
Unter dem Eindruck der Predigten Savonarolas vernichtete der Maler Botticelli etliche seiner Gemälde.
Ohne den Rückhalt König Karls, aber auch aufgrund der Opposition der Franziskaner in Florenz kam es dort schließlich zu einem Stimmungswandel, nachdem Savonarola schon 1497 von Papst Alexander VI. als "Häretiker, Schismatiker und Verächter des Hl. Stuhles" exkommuniziert worden war. Als der Papst von der Signoria, dem Magistrat der Stadt, unter Androhung des Interdikts für die ganze florentinische Republik forderte, Savonarola gefangen zu nehmen, wurde dieser von der aufgebrachten Menge aus dem Kloster geschleppt. Savonarola wurde eingekerkert, gefoltert und nach seinem Eingeständnis zum Tode verurteilt. Noch vor seiner Hinrichtung widerrief er seine Eingeständnisse wieder. Savonarola wurde schließlich mit zwei Mitbrüdern vor einer riesigen Menschenmenge zunächst gehängt und dann verbrannt.
Bis heute entzweit Savonarola die Gemüter. Von der Kirche wurde er bis heute nicht rehabilitiert, und gewiss war er ein Fanatiker, der sich zuletzt nicht nur in den Wirren der Machtpolitik, sondern auch seinen Utopien verloren hatte. Ihn als Häretiker zu bezeichnen ist jedoch schwer möglich. Mit seinem unablässigen Kampf gegen Wollust und Ausschweifung bis hin zur Agitation für die öffentliche Verbrennung von Sodomiten nahm er die katholische Lehre lediglich bei ihrem eigenen Wort.
Mann | Dominikaner | Römisch-katholischer Geistlicher (15. Jh.) | Märtyrer | Florentiner | Geboren 1452 | Gestorben 1498
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