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Giovanni Maria Lancisi (* 26. Oktober 1654 in Rom; † 20. Januar 1720 ebenda) war ein italienischer Mediziner und Naturforscher.

Lancisi studierte Medizin an der Universität Rom und wurde bereits im Alter von 18 Jahren zum Dr. med. promoviert. Er wurde 1688 von Papst Innozenz XI. als Leibarzt berufen und diente in dieser Funktion auch dessen Nachfolgern Innozenz XII. sowie Clemens XI..

Eine seiner wissenschaftlichen Leistungen sind Erkenntnisse zur Hygiene, die er insbesondere durch die konsequente Dokumentation epidemiologischer Beobachtungen gewann. Er hatte festgestellt, dass Fiebererkrankungen, die oft zum Tode führten, stark zurückgingen, als die Sümpfe rund um Rom trocken gelegte worden waren.

Daraus zog er 1717 in seiner Schrift De noxiis paludum effluvis den Schluss, dass Mücken und Moskitos als Überträger von Krankheitserregern wirkten, wobei er als übertragenes Agens „schädliche Stoffe“ annahm. Er setzte sich damit in Gegensatz zur damaligen Vorstellung, diese Krankheiten würden durch durch die Wirkung von mal aria, also „schlechter Luft“ ausgelöst.

Seine weitergehenden Erkenntnisse beziehen sich unter anderem auf Erkrankungen wie Grippe, Rinderpest und vor allem auf Malaria. Weitere wichtige Werke sind De subitaneis mortibus (1707) sowie De motu cordis et aneurysmatibus (1728).

Zusammen mit Luigi Ferdinando Marsigli veröffentlichte er 1714 ein Buch mit dem Titel Dissertatio de Generatione Fungorum ...., in dem beide der seit der Antike verbreitete Ansicht widersprechen, Pilze entstünden aus Fäulnis, wobei das Myzel ein Zwischenstadium zwischen verfaulenden Pflanzen und den Pilzen sei. Sie treten damit entschieden der seit der Antike bestehenden Vorstellung einer Urzeugung entgegen.

Mediziner (17. Jh.) | Mediziner (18. Jh.) | Italiener | Geboren 1654 | Gestorben 1720 | Mann

 

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