Gilles Villeneuve (* 18. Januar 1950 in Berthierville, Québec (Kanada); † 8. Mai 1982 in Leuven (Belgien)) war ein kanadischer Autorennfahrer und Vater des Formel-1-Weltmeisters Jacques Villeneuve.
Nachdem er die Formel Atlantik gewonnen hatte, fuhr er 1977 sein erstes Formel 1 Rennen in Silverstone. Er fuhr nur ein Rennen für McLaren, bevor er schon beim Großen Preis von Kanada 1977 erstmals im Ferrari saß.
Schon bei seinem zweiten Rennen für Ferrari in Fuji/Japan wurde er in einen schweren Unfall mit Ronnie Peterson verwickelt, als sein Ferrari über den Tyrrell des Schweden flog und zwei Fotografen tötete, die sich innerhalb der Sicherheitszone aufhielten. Kurze Zeit vor diesem Rennen bekam er aber schon einen neuen Vertrag von Ferrari, weil sich Niki Lauda in Richtung Brabham-Team und Bernie Ecclestone verabschiedete. Für Ferrari sollte Villeneuve alle weiteren Formel-1-Rennen seiner Karriere bestreiten.
In seiner kurzen Formel-1-Karriere gewann Gilles Villeneuve sechs Grand Prix. 1982 starb er bei einem Trainingsunfall in Zolder. Er lief kurz vor Ende des Abschlußtrainings in einer schnellen Runde auf den vor ihm fahrenden Jochen Mass auf, der sich in einer Auslaufrunde befand. Villeneuve entschied sich, Mass zu überholen. Dieser versuchte jedoch die Spur zu wechseln, um Villeneuve die Ideallinie frei zu machen. Mit etwa 270 km/h berührte der rechte Vorderreifen des Ferraris den linken Hinterreifen des March. Der Ferrari von Villeneuve stieg in die Luft und zerbarst beim mehrfachen Aufprall. Der Kanadier wurde mit dem Sitz samt der Sechspunkt-Sicherheitsgurtverankerung aus dem Cockpit geschleudert und prallte in einen Fangzaun. Trotz sofortiger Hilfe war Gilles Villeneuves Leben nicht mehr zu retten. Er wurde zwar noch in das Uniklinikum Leuven überführt, von wo aus am Abend nur noch der Tod des 32jährigen Formel 1-Piloten bekanntgegeben wurde. Mass blieb unverletzt.
Gilles Villeneuve gilt bis heute als der charismatischste Pilot von Ferrari. Legendär bleibt bis heute sein Duell mit Arnoux am 1. Juli 1979 beim Grand Prix von Frankreich in Dijon, das jedem Formel-1-Fan das Herz höher schlagen lässt. Unvergessen auch sein letzter Grand-Prix-Sieg beim Rennen am 21. Juni 1981 in Jarama, als er fast das ganze Rennen seine Konkurrenten Laffite, Watson, Reutemann und de Angelis in Schach hielt.
Man sagt, dass Enzo Ferrari ihn geliebt habe wie einen eigenen Sohn. Angeblich hat Enzo persönlich nach dem Tod von Gilles Villeneuve verfügt, dass Ferrari so lange mit der Glücksnummer 27 fahren werde, bis ein Ferraripilot mit dieser Nummer Weltmeister werde. Es ist allerdings keinem gelungen. In der Saison 1990 wechselte der Weltmeister Alain Prost zu Ferrari und Ferrari trat dementsprechend mit den Startnummern 1 und 2 an. Im selben Jahr gelang es Ayrton Senna da Silva den Weltmeistertitel mit der Startnummer 27 zu gewinnen, allerdings mit McLaren-Honda.
Gilles Villeneuves Sohn Jacques Villeneuve trat in seine Fußstapfen und wurde ebenfalls Autorennfahrer. Jacques Villeneuve (benannt nach Gilles Bruder) wurde 1995 mit der Nummer 27 CART-Meister und gewann als damals jüngster Pilot die "500 Meilen von Indianapolis". Den größten Triumph feierte er aber 1997, als er Formel-1-Weltmeister wurde.
Gilles Bruder Jacques Villeneuve (* 4. November 1953 in Saint-Jean-sur-Richelieu, Chambly, Québec (Kanada)) versuchte 1981 zweimal (Montreal und Las Vegas) vergeblich sich für einen Grand Prix zu qualifizieren.
Alle Formel-1-Siege von Gilles Villeneuve:
1978:
Beide Pole Positions von Gilles Villeneuve:
1979:
Mann | Formel-1-Rennfahrer (Kanada) | Kanadier | Geboren 1950 | Gestorben 1982
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