Das Gilgamesch-Epos, auch Gischgimmasch, ist eine der ältesten überlieferten literarischen Dichtungen der Menschheit, und das berühmteste literarische Werk Altbabylons.
Das Epos wurde mit ca. 3600 Verszeilen auf 11 Tafeln in Ninive verfasst, die außer den Heldentaten des Königs Gilgamesch auch die weltweit verbreitete Erzählung von einer großen Sintflut beinhaltet. Die Figur des Utnapischtim scheint dabei genau der biblischen Figur des Noach zu entsprechen (Vergl. 1. Buch Mose (Genesis) Kapitel 6-9 und 11. Tafel Gilgamesch Epos). Das sumerische Epos von Gilgamesch wurde später auf einer 12. Tafel ergänzend hinzugefügt. Die 12. Tafel beinhaltet als einzige die Unterwelt-Mythe, in der König Gilgamesch zeitweilig als Richter gewirkt haben soll. Die Sagenbildung um den König Gilgamesch setzte bereits früh ein. Es hat ganz den Anschein, dass weitaus ältere Mythen an die Sagen mit historischem Hintergrund angehängt wurden.
Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Keilschriftdichtungen zum Gilgamesch-Epos in vier Sprachen geschrieben sind, und sie innerhalb des langen Zeitraumes vom 21. bis 6. Jahrhundert v. Chr. im Gebiet von Südbabylonien bis nach Kleinasien überliefert wurden.
Ein großer Teil der Tontafelfunde befinden sich im Museum für Vor- und Frühgeschichte in Berlin.
Der Bericht zeigt interessante Parallelen zur biblischen Aussage (Genesis, Kapitel 6), wonach sich Engel auf der Erde materialisierten und Beziehungen mit Menschenfrauen eingingen. Die dadurch gezeugten Kinder wurden die „Nephilim“ genannt. Sie (diese „Halbgötter“) waren für ihre übermenschliche Stärke und Schlechtigkeit bekannt. Es finden sich auch Entsprechungen im griechischen Götterhimmel mit seinen Titanen, Halbgöttern und den weltlichen Kindern des Zeus, die dieser nach Lust und Laune zusammen mit normal sterblichen Frauen zeugte.
Eine Erklärung für die Wesensanteile Gilgameschs könnte sein, dass sich die Wesenskomponenten Gilgameschs nicht auf seine Herkunft beziehen, wie zuweilen angenommen wird, sondern darauf, in welchem Umfang er den göttlichen Willen befolgt. Die Klage seines Volkes und die Erschaffung Enkidus durch die Götter erfolgten, da Gilgamesch nur zu zwei Dritteln den göttlichen Willen befolgte. Utnapischtim, der Vorfahre Gilgameschs und Verfasser des Sintflutberichtes, war vollkommen göttlich, denn er befolgte den göttlichen Willen Eas vollständig.
Da Gilgamesch rastlos nach dem ewigen, d. h. göttlichen Leben sucht, ist hier auch ein frühes faustisches Motiv zu erkennen.
Thomas Mann hat in seiner Tetralogie "Joseph und seine Brüder" (1933ff), der Bibelforschung seiner Zeit folgend, die unter anderem nach Vorlagen der biblischen Motive suchte, Elemente der Gilgamesch-Mythologie in die Josephs-Legende verwoben.
Hans Henny Jahnns Romanzyklus Fluss ohne Ufer (1949ff) basiert in wesentlichen Motiven auf dem Gilgamesch-Epos.
Eine moderne Interpretation des Mythos ist Stephen Grundys Roman "Gilgamesch" von 1998.
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