Die Gigantengräber sind die größten Kultanlagen des pränuraghischen Sardinien. Wie die großen Felsengräber sind sie Monumente der Vorläuferkultur der Nuragher, der Bonnanaro-Kultur. Die in Sardu Tumbas de sos zigantes und auf italienisch Tomba dei giganti genannten Anlagen sind Megalith
Das herausregende Element der ersten Generation der Gigantengräber ist zweifellos die phallische, bis zu 4 m hohe Portalstele im Zentrum der Exedra. Einzig in ihrer Art, haben die Exedren der 321 bekannten Anlagen (nach Provinzen: Cagliari 91, Nuoro 187, Sassari 43) einerseits gewisse Ähnlichkeiten mit den irischen Court tombs, den schottischen Clyde tombs und andererseits mit denen maltesischer Tempel.
Ausgangspunkt des Baus von Gigantengräbern scheint der U-formige Dolmen S'ena e Sa Vacca bei Olzai, in der Prov. Nuoro (NU) zu sein. Baulich treten die Gigantengräber zwei Varianten auf. Einmal mit Portalstelen, ähnlich wie die großen Felsengräber die z. T. ihre Portalstelen imitieren. der Typ, der sich in Li Loghi, Coddu Vecchiu, Prov. Sassari (SS) oder im abgebildeten Sa Ena e´ Thomes bei Dorgali (NU) präsentiert. Spätere Anlagen wie Tamuli (NU) sind nur noch rudimentär mit Stelen versehen. Bei der Anlage von Madau (NU) ist erkennbar, dass der Neubau auf einer gestürzten Portalstele errichtet wurde.
Die kulturelle Kontinuität wird durch die Baityloi beziehungsweise deren Standorte, sowohl über den Felsgrabportalen als auch auf (dann mit Zahnfriesen) oder neben Gigantengräbern erkennbar. Die Länge der engen Galerie, die nur durch einen winzigen Durchlass am unteren Ende der Portalstele erreichbar ist, kann über 15 m betragen. Auch bei der Gestaltung dieser Galerie gibt es Varianten. Manche sind mit horizontal aufgelegter Deckenplatte (e´ Thomes) versehen andere mit falschem Gewölbe, wie (Madau). Diese Formen leiten offenbar die Tholosbauweise der klassischen Nuraghen ein. Im Deckenausbau der Galerien gibt es aber auch die Kombination von Platte und Gewölbe (San Cosimo), Prov. Cagliari (CA). In einer solchen Galerie fand man bereits bis zu 136 Skelette. Weitere bekannte Gigantengräber sind: Aiodda (NU), Domu e s´Orku (CA), Imbertighe (NU), Is Concias (CA), Muraguada Provinz Oristano (OR), Osono (NU), Selene (NU) und Su Monte e s´Ape (NU).
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