Obergiesing ist ein Stadtteil von München und bildet den Stadtbezirk 17. Zusammen mit Teilen des Stadtbezirks Untergiesing-Harlaching umfasst er die Grenzen der historischen Gemeinde Giesing sowie die Siedlung Fasangarten auf ehemals Perlacher Gemarkung.
Das Arbeiterviertel Giesing war 1919 Schauplatz von Gefechten zwischen der „Roten Armee“ und Weißgardisten (und Freikorps). Hunderte von vermeintlichen und echten Unterstützern der Münchner Räterepublik wurden niedergemetzelt. Die 1892 erbaute Strafanstalt Stadelheim war später auch in der NS-Zeit berüchtigt. Allein 1.200 Hinrichtungen durch Strang und Fallbeil sind während dieser Zeit dokumentiert. Die letzte Hinrichtung war am 13. April 1945.
Mit Beginn der Nachkriegszeit setzte durch den Wiederaufbau kriegszerstörter Wohnhäuser und Erschließung von Baulandreserven eine rege Neubautätigkeit ein, rund 3/4 des Wohnungsbestands wurden nach 1948 erbaut. Nur noch in Alt-Giesing, vornehmlich um die 1886 an der lsarhangkante erbaute neugotische Hallenkirche Heilig Kreuz haben sich einzelne historische Vorstadtensembles erhalten. Abgesehen vom Ostfriedhof, einem weiteren kleineren Friedhof und einem Freizeitpark verfügt Obergiesing kaum über nennenswerte Grünflächen. Zwischen Perlacher Straße und Tegernseer Landstraße sowie im Bereich des Giesinger Bahnhofs konzentrieren sich Industrie- und Gewerbeflächen.
Die städtebauliche Struktur ist in Obergiesing sehr heterogen. Einfamilienhaus- und Kleinsiedlungsviertel wechseln mit Gebieten aufgelockerten Geschosswohnungsbaus und verdichteter Blockbebauung. Inzwischen hat der Dienstleistungssektor das produzierende Gewerbe in der Zahl der Arbeitsplätze überholt. Wie in anderen ehemaligen Arbeiter- und Handwerkervierteln hat sich auch in Obergiesing die Sozialstruktur mittlerweile ausgeglichen, doch sorgt ein relativ günstiges Mietniveau dafür, dass der Wohnraum in Obergiesing auch für einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen und Familien mit Kindern noch bezahlbar ist. Der Ausländeranteil liegt daher im oberen Bereich der Münchener Bezirke.
- | Jahr | Einw. | davon Ausländer | Fläche ha | EW/ha | Quelle mit weiteren Daten | - | 2000 | 43.974 | 12.035 (27,4%) | 571,42 | 77 | Statistisches Taschenbuch München 2001. pdf-Download | - | 2001 | 44.143 | 11.981 (27,1%) | 571,42 | 77 | Statistisches Taschenbuch München 2002. pdf-Download | - | 2002 | 44.616 | 12.035 (27%) | 571,42 | 78 | Statistisches Taschenbuch München 2003. pdf-Download | - | 2003 | 44.761 | 12.478 (27,9%) | 571,11 | 78 | Statistisches Taschenbuch München 2004. pdf-Download | - | 2004 | 44.473 | 12.197 (27,4%) | 571,20 | 78 | Statistisches Taschenbuch München 2005. pdf-Download |
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Franz Beckenbauer wohnte in der Zugspitzstraße und hat auf dem Hartplatz des SC München von 1906 das Fußballspielen erlernt.
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