article

Giersch
Illustration_Aegopodium_podagraria0.jpg
: Asternähnliche (Asteridae)
Doldenblütlerartige (Apiales)
: Doldenblütler (Apiaceae)
: Apioideae
: Giersch (Aegopodium)
: Giersch
Wissenschaftlicher Name Aegopodium podagraria L. Giersch, Geißfuß oder Ziegenfuß (Aegopodium podagraria), im Volksmund Zipperleinskraut, gilt bei Gärtnern als eines der unbeliebtesten Unkräuter. Er verbreitet sich sehr stark und gilt als quasi nicht bekämpfbar.

Merkmale


Die mehrjährige Pflanze wird 30 bis 100 cm hoch und hat einen kantigen, gefurchten, hohlen Stängel. Die Blätter sind doppelt dreizählig; die Fiederblättchen sind eiförmig-länglich und scharf gesägt. Die Fiedern 1. Ordnung ähneln einem Ziegenfuß. Die zusammengesetzten Dolden sind flach und 12-20-strahlig. Bei den kleinen weißen Blüten fehlt die Hülle, die Früchte sind kümmelähnlich.

Da Giersch aus einem sehr stark wuchernden Wurzelstock entspringt, können die Ausläufer (Rhizome) Kolonien bilden. So verbreiten sich einzelne Pflanzen binnen weniger Jahre über große Flächen in Parks und Gärten.

Vorkommen


Die Pflanze ist fast in ganz Europa und den gemäßigt-kontinentalen Gebieten des eurasischen Laubwaldgürtels verbreitet.

Traditionelle Heilpflanze gegen Gicht


Der Name Podagrakraut oder Zipperleinskraut weist darauf hin, dass Giersch ein traditionelles Mittel gegen Gicht ist. Über Jahrhunderte galt Giersch bei Patienten, die unter Gicht oder Rheuma litten, als probates Heilmittel. Über längere Zeit eingenommen, soll es auch den Körper entgiften.

Verwendung des Wildkrauts in der Küche


Giersch kann als Salat oder Gemüse zubereitet werden, ist sehr wohlschmeckend und erinnert in Geruch und Geschmack ein wenig an Petersilie. Im Mittelalter und noch vor gar nicht allzu langer Zeit wurde Giersch sowohl als Gemüse wie auch als Heilpflanze eigens angebaut. Mittelalterliche Quellen belegen, dass er in Kloster- und Bauerngärten eine „natürliche“ Standard-Nutzpflanze war.

Als Salat eignen sich - wie bei anderen Wildpflanzen auch - vor allem die ganz jungen, kaum entfalteten Blätter. Die rohen Blätter können auch in Aufstriche und Suppen gegeben werden.

Wenn die Pflanze schon älter ist, sind die Blätter für einen schmackhaften Salat zu grob. Sie eignen sich dann aber nach wie vor zum Kochen - etwa für Aufläufe.

Vorsicht beim Pflücken


Der Giersch hat einige sehr giftige Doppelgänger, die ebenfalls Doldenblütler sind, wie z.B. der Schierling. Daher sollten Wildpflanzensammler darauf achten, dass der Blattstiel im Querschnitt dreieckig ist, da es keinen giftigen Doppelgänger mit dreieckigem Blattstiel gibt. Am besten ist es dennoch, sich den Giersch von einem Pflanzenkundigen zeigen zu lassen.

Image:Girsch Standort Wegrand.jpg|Standort: Am Wegesrand, der Laie erkennt kaum Unterschiede zu anderen Doldenblütern Image:Giersch bluetenstand.jpg|eine einzelne blühende Dolde Image:Aegopodium podagraria blatt.jpg|Giersch-Blätter Image:Aegopodium_podagraria_-_stem_profile.jpg|Dreieckiger Stielquerschnitt Image:Aegopodium podagraria young.jpg|Jungpflanze im Frühling

Literatur


  • Heinz Ellenberg: Vegetation Mitteleuropas und den Alpen, Stuttgart, 1996, ISBN 3-8001-3430-6
  • Elisabeth Mayer: Wildfrüchte, Wildgemüse, Wildkräuter. Stocker, 2001, ISBN 3-7020-0835-7, Seite 38 - 40

Doldenblütler | Gesundheit | Heilpflanze | Wildkraut | Blattgemüse

Weblinks


  • Giersch - Unkrautbekämpfung
  • http://www.naturheilkundelexikon.de/0186a2921d05ad813/0186a292a60b437b1.html - Eine genauere botanische Beschreibung der Pflanze

Bršlice kozí noha | Skvalderkål | Ground-elder | Égopode podagraire | Garšva | Zevenblad | Kirskål | Яглиця звичайна

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Giersch".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld