| Giardia intestinalis | ||||||||||||||
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| Giardia_lamblia.jpg | ||||||||||||||
| Domäne: | Eukaryoten (Eucaryota) |
| : | Retortamonada |
| : | Diplomonadea |
| : | Diplomonadida |
| : | Giardiinae |
| : | Giardia |
| : | Giardia intestinalis |
Giardia besitzt vier Geißeln, zwei davon entspringen inmitten der Zelle, zwei weitere seitlich. Ihre Länge beträgt um die 20 Mikrometer, außerdem besitzt sie eine Haftscheibe, um sich im Darmepithel festzuhalten.
Besondere Merkmale von Giardia intestinalis sind:
Giardia lamblia Lebenszyklus.png Im Gegensatz zu Entamoeba histolytica ist Giardia intestinalis nicht invasiv, die Schleimhautzellen werden nicht zerstört. Es kommt aber zu einer Einschränkung ihrer Funktion und zu einer Entzündung. Die Symptome einer Giardiasis (Lamblienruhr) sind Durchfall, Blähungen und eher selten auch Fieber, und es kommt in schweren Fällen zu einer Mangelernährung. In Kanada findet sich die landläufige Bezeichnung Biberfieber (beaver fever), da die Erreger vermeintlich durch Biberkot in das Wasser gelangen.
Ein Problem besteht darin, dass es Menschen gibt, die zwar Giardia in ihrem Darm tragen, aber sonst keine krankhaften Symptome zeigen. Diese scheiden monatelang Zysten aus, die dann bei unzureichender Hygiene andere Leute infizieren. Jedoch gelingt es dem Immunsystem normalerweise, die Trophozoiten innerhalb weniger Wochen zu eliminieren. Die Inkubationszeit beträgt eine bis etwa zehn Wochen.
Jedes Jahr erkranken rund 200 Millionen Menschen an Giardiasis und die Krankheit kann somit in Ländern der Dritten Welt ein bedeutendes Problem sein. Die Zahl der Todesfälle, die auf Giardia intestinalis zurückzuführen sind, ist, etwa im Vergleich zu der von Malaria, völlig unbedeutend.
Gardia intestinalis wurde bisher in über 140 Ländern gefunden und ist somit weltweit verbreitet. In gemäßigten Zonen sind bis zu 25 % der Kinder und 10 % der erwachsenen Bevölkerung von ihr befallen. Noch höhere Durchseuchung findet man in den Tropen. In europäischen Ländern führt der Einzeller sehr selten zu Infektionen, aber unter Rückkehrern aus den Tropen beträgt die Prävalenz etwa 4 %. Rinder und Schafe sind aber je nach Gegend bis zu 30 % infiziert.
Meidung von ungenügend gereinigtem Trinkwasser und von Abwasser, Kochen von Trinkwasser, Händewaschen. Reisende wie Tourenfahrer, die sich weitab von sauberem Trinkwasser aufhalten, müssen besonders vorsichtig sein. Zur Behandlung gegen Protozoen eignet sich Metronidazol.
In Deutschland besteht eine Meldepflicht bei Infektion durch G. intestinalis, diese entfällt jedoch in Österreich und der Schweiz.
Siehe auch: Parasiten des Menschen
Meldepflichtige Krankheit | Parasit | Protozoen und Algen
Giardiasis | Giardiasi | Lamblioza | Giardiose | Giardia lamblia | Lambliyazis
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