Giacomo Girolamo Casanova (* 2. April 1725 in Venedig; † 4. Juni 1798 in Dux) war ein berühmter italienischer Abenteurer des 18. Jahrhunderts. Sein Name gilt als Synonym für Skandale und für die Kunst der Verführung.
Seine Mutter war die Schauspielerin Giovanna Farussi, genannt „Zanetta“, und sein mutmaßlicher Vater der Schauspieler Gaetano Casanova.
Casanova erwarb schon mit 16 Jahren an der Universität von Padua einen Doktortitel im Fach Jura. Dennoch beschloss er, eine kirchliche Laufbahn als Priester einzuschlagen. Als angehender Priester fiel er am 19. März 1741 betrunken von der Kanzel in San Samuele, gab aber erst drei Jahre später seine kirchliche Laufbahn endgültig auf. 1742 reiste er als Sekretär über Korfu nach Istanbul, wo er Claude Alexandre de Bonneval traf; bei seiner Rückkehr ein Jahr später nach Venedig wird er erstmalig (wegen Erbstreitigkeiten) inhaftiert.
Anschließend reiste er nach Ancona und Rom, wo er Papst Benedikt XIV. kennenlernte. Zurück in seiner Heimatstadt Venedig, verdiente er sich u. a. als Orchestergeiger seinen Lebensunterhalt. 1755 wurde er wegen angeblicher "Schmähungen gegen die heilige Religion" verhaftet; seine 15 Monate später gelungene Flucht aus den Bleikammern Venedigs erregte allgemeine Aufmerksamkeit. Allerdings gelang ihm die Flucht erst beim zweiten Versuch. Für den Zeitpunkt der Flucht benutzte er ein Orakel aus dem Buch L'Orlando Furioso von Ludovico Ariosto.
In den folgenden Jahren reiste Casanova durch ganz Europa, wo er in den adligen Salons ein gerngesehener und prominenter Gast war. In Frankreich wurde er u. a. aufgrund seiner guten Kenntnisse der Wahrscheinlichkeitstheorie 1757 Direktor der Nationallotterie, deren Organisation er übernahm; außerdem trifft er in Paris mit Rousseau zusammen. 1760 besucht er Voltaire in Genf. Nach einem Aufenthalt in England muss er wegen Spielschulden 1764 überstürzt flüchten. Über Brüssel, Wesel, Braunschweig und Wolfenbüttel kommt er im Sommer 1764 nach Sanssouci, wo er bei Friedrich dem Großen um eine Anstellung bittet. Die ihm angebotene Position als Lehrmeister an der Schule für pommersche Landjunker lehnt er aber ab und fährt in der Hoffnung, eine Stellung am Zarenhof zu bekommen, nach Russland.
Neun Monate lang lebte Casanova 1765 in Sankt Petersburg und traf zweimal mit Katharina der Großen zusammen, der er im Petersburger Sommergarten auflauerte, um ihr wie zufällig zu begegnen.
In Polen duellierte er sich 1766 mit dem Grafen Branicki. Er musste Polen verlassen und reiste über Wien nach Paris, wo er schon kurz darauf, auf das Geheiß des Königs, Frankreich den Rücken kehren und nach Spanien flüchten musste. Auch Spanien musste er verlassen; 1769 zog er nach Italien zurück. 1772 beendete er sein Exil und kehrte nach Venedig zurück, wo er unter anderem Theaterdirektor war. Ab 1776 fungierte er als Geheimagent der venezianischen Staatsinquisition.
Ruhe fand Casanova schließlich 1785 als Bibliothekar des böhmischen Grafen Waldstein. Auf Schloss Duchcov (Dux) begann er spätestens 1790 mit der Niederschrift seiner Memoiren in zwölf Bänden, deren erste Fassung er 1792 beendete. 1820 wurde dem Verlag F.A. Brockhaus in Leipzig das Manuskript der Memoiren angeboten, welches der Verlag schließlich 1821 erwarb. Bereits Ende des Jahres erschienen Auszüge der Memoiren in deutscher Übersetzung in der Urania. Erst 1960 wurde erstmals der Originaltext der Memoiren durch F.A. Brockhaus, Wiesbaden, und Plon, Paris, veröffentlicht. Diese sechsbändige Ausgabe wurde 1962 abgeschlossen.
Bis heute sind die Memoiren Casanovas in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt worden (u. a. Japanisch, Arabisch und Bengalisch). In Spanien stehen seine Werke noch heute auf dem Index.
1787 hat Casanova wahrscheinlich in Prag Mozart getroffen, der hier seine Verführungsoper Don Giovanni uraufführte. Casanova war mit dem Librettisten der Oper, Lorenzo Da Ponte, befreundet und hat nach dessen Aussage sogar eigene Textentwürfe beigesteuert, welche jedoch keine Verwendung in der Schlussfassung der Oper fanden.
Casanovas Grabstelle in Dux (Duchcov) ist heute nicht mehr aufzufinden.
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