Ghrelin ist ein appetitanregendes Hormon, welches in der Magenschleimhaut produziert wird. Neben der Appetitanregung hat das Hormon eine Reihe anderer Wirkungen.
Sein Name ist ein Akronym für Growth Hormone Release d.h Wachtumshormon Freisetzend , da es auch die Freisetzung von Wachstumshormon stimuliert und durch diese Wirkung auch entdeckt wurde.
Bildung
Es wird vor allem im
Epithel des
Magenfundus gebildet. Aber auch andere Abschnitte des
Magen-Darm-Traktes, der
Hypothalamus und die
Hypophyse bilden geringe Mengen Ghrelin.
Ghrelin wird in einer Vorstufe in den Epithelzellen des Magens produziert und durch Abspaltung einiger Aminosäuren in die aktive Form übergeführt.
Struktur
Ghrelin gehört zu den
Peptidhormonen. Es hat 28 Aminosäurebausteine:
Gly-Ser-Ser(Octanoyl)-Phe-Leu-Ser-Pro-Glu-His-Gln-Arg-Val-Gln-Gln-Arg-Lys-Glu-Ser-Lys-Lys-Pro-Pro-Ala-Lys-Leu-Gln-Pro-Arg
An die dritte Aminosäure Serin ist ein Octanrest gekoppelt. Diese Abwandlung der Struktur ist essentiell für die Wirkung des Hormons.
Das Molekulargewicht beträgt 3371.92
Siehe http://www.jbc.org/cgi/content/full/275/29/21995/F7
Physiologie
Ghrelin ist ein
Hormon, das die Nahrungsaufnahme und die
Sekretion von
Wachstumshormon reguliert. Möglicherweise spielt es eine Rolle bei der Entstehung von
Adipositas. In Hungerphasen steigt der Ghrelinspiegel im Blut an, nach dem Essen sinkt er ab.
Wirkungen
Hunger
Im
Experiment erhöhen Ghrelin-Infusionen die Nahrungsaufnahme. Im Fastenzustand ist die Ghrelinausschüttung erhöht, nach dem Essen sinkt der Ghrelinspiegel ab. Es besteht eine negative
Korrelation zwischen Ghrelinspiegel und dem
Body Mass Index.
Es stimuliert die Sekretion von
Neuropeptid Y, von dem bekannt ist, dass es die Nahrungsaufnahme steigert, sowie von
Agouti-related Peptide Hormone (AGRP) im
Nucleus arcuatus.
Wachstumshormon
Ghrelin ist ein
endogener
Ligand für einen
Rezeptor, der die Abgabe von Wachstumshormon in der Hypophyse reguliert. An speziellen Zellen des
Hypophysenvorderlappens bindet es an den GHS-Rezeptor (Growth Hormone Secretagogue Receptor) und regt so die Freisetzung von
Wachstumshormon an.
Pathophysiologie
Das seltene
Prader-Willi-Syndrom zeigt teilweise massiv erhöhte Ghrelin-Werte. Es ist durch ein fehlendes Sättigungsgefühl charakterisiert.
Literatur
- Garcia JM, Garcia-Touza M, Hijazi RA, Taffet G, Epner D, Mann D, Smith RG, Cunningham GR, Marcelli M. Active ghrelin levels and active to total ghrelin ratio in cancer-induced cachexia. J Clin Endocrinol Metab 2005;90:2920-6. PMID 15713718.
- Kojima M, Hosoda H, Date Y, Nakazato M, Matsuo H, Kangawa K. Ghrelin is a growth-hormone-releasing acylated peptide from stomach. Nature 1999;402:656-60. PMID 10604470.
- Entdeckung und erste Veröffentlichung über das Ghrelin.
- Yildiz BO, Suchard MA, Wong ML, McCann SM, Licinio J. Alterations in the dynamics of circulating ghrelin, adiponectin, and leptin in human obesity. Proc Natl Acad Sci U S A 2004;101:10434-9. PMID 15231997.
- Cummings DE, Weigle DS, Frayo RS, Breen PA, Ma MK, Dellinger EP, Purnell JQ. "Plasma Ghrelin Levels after Diet-Induced Weight Loss or Gastric Bypass Surgery." New England Journal of Medicine 2002;346:1623-1630.
- Jian V. Zhang, Pei-Gen Ren, Orna Avsian-Kretchmer, Ching-Wei Luo, Rami Rauch, Cynthia Klein, and Aaron J. W. Hsueh. Obestatin, a Peptide Encoded by the Ghrelin Gene, Opposes Ghrelin's Effects on Food Intake. Science, 11 November 2005, pages 996-999.
Weblinks
Hormon | Ghrelin