Ghaznawiden-Reich (962-1187).PNG Die Ghaznawiden waren eine ursprünglich turkstämmige Dynastie in Chorassan und Nordindien (977 – 1186), jedoch mit starkem persischem Einfluss. Hauptstadt und Namensgeber der Dynastie war die Stadt Ghazna im heutigen Afghanistan.
Begründet wurde das Reich 962 durch den türkischen Offizier Alp-Tigin, einem ehemaligen Sklaven, als dieser im südöstlichen Chorassan (heute Afghanistan) die Stadt Ghazna eroberte und sich unter Anerkennung der Oberherrschaft der Samaniden selbständig machte. Nachdem sich verschiedene Militärführer in Ghazna abgelöst hatten, gelang Sebüktegin (977 – 997) die Begründung einer Dynastie die bis 1186 regieren konnte. Mit dem Niedergang des Samanidenreichs in Transoxanien gelang 994 auch die Unterwerfung von Khorasan.
Unter seinem Sohn Mahmud von Ghazna (Mahmud Yamin al-Dowla, reg. 998 – 1030) erreichte die Dynastie schon ihren Höhepunkt. Als einer der bedeutenden muslimischen Eroberer begann er, nach der Sicherung des Reiches gegenüber den Karachaniden, 1001 mit den Feldzügen nach Indien und drang bis Gujarat, Kannauj und Zentralindien vor. Auch wenn er keine Eroberung Indiens über das Indusgebiet und den Punjab hinaus anstrebte, schwächte er durch seine, in der Regel erfolgreichen Raubzüge, die hinduistischen Staaten erheblich und bereitete so die spätere Eroberung Indiens durch die Ghuriden vor. Da er mit den Qarakhaniden in Transoxanien den Oxus als Grenze festgelegt hatte, konnte Mahmud in der Folgezeit die schiitischen Buyiden in Persien bekämpften. Eine Befreiung der Abbasiden aus deren Vorherrschaft unterblieb aber mit dem Tod von Mahmud.
Neben Eroberungen war er ein Förderer der iranischen Literatur, Kunst und Wissenschaft (siehe: Firdousī, al-Biruni). Unter Mahmud entwickelte sich Ghazna durch aktive Förderung zu einem bedeutenden Zentrum der persischen Kultur im östlichen Iran.
Unter Masud I. (1030 – 1040) ging die Herrschaft über Khorasan mit der Niederlage bei Dandanqan (1040) an die Seldschuken verloren. Danach konzentrierten sich die Ghaznawiden auf ihre Herrschaft im östlichen Chorassan und dem nordwestlichen Indien. Unter Bahram Schah (1118 – 1152) verlagerte sich das Zentrum des Reichs in den Punjab. Allerdings geriet das Reich seit der Mitte des 12. Jahrhunderts auch unter den Druck der Ghuriden aus Mittelafghanistan. So ging 1162 Ghazna an diese verloren. 1186 wurde mit der Eroberung von Lahore im Punjab der letzte Ghaznawide durch die Ghuriden gestürzt.
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