Den Ausdruck Gezielte Tötung verwenden manche Staaten und Medien für die Tötung von Angehörigen befeindeter Organisationen oder Staaten. Sie verwenden den Ausdruck ebenso für die Tötung von Überläufern. Neben geheimdienstlichen Einzelaktionen kann dies auch eine Kommandoaktion einer Spezialeinheit sein. Die Tötungen können sowohl im eigenen Land als auch auf fremden Gebiet erfolgen. Letzteres kann zu außenpolitischen Konflikten führen.
Die gezielte Tötung ist ein Bestandteil der Strategie Israels innerhalb des Nahostkonfliktes, die Führung der Hamas auszuschalten und wichtige Schnittstellen zu paralysieren. Weiterhin versuchen die Streitkräfte der Vereinigten Staaten von Amerika die Anwendung gezielter Tötungen in Afghanistan und dem Irak.
Es ist innerhalb der israelischen Politik umstritten, welche Konsequenzen diese Strategie birgt. Kritiker Ariel Scharons verweisen auf die zunehmende Radikalisierung der palästinensischen Gesellschaft und eine Schwächung der kompromissbereiten Kräfte. Es wird auch eine Zersplitterung der Hamas in viele kleine unabhängig operierende Organisationen befürchtet, was die Überwachung und den Einfluss sowie Verhandlungen erschweren würde. Von der israelischen Armee angefertigte offizielle Studien sehen mittelfristig eine Zurückdrängung des Einflusses der Hamas. Zwischenzeitlich mehrten sich Stimmen aus der politischen Rechten, die auch die gezielte Tötung Jassir Arafats forderten. Am 25. Januar 2005 erklärte die Regierung Scharon, von Gezielten Tötungen abzusehen, um den nach der Wahl Mahmud Abbas' aufkeimenden Friendensprozess zu unterstützen.
Ebenfalls wird der internationaler Pakt über bürgerliche und politische Rechte von 1966 angeführt, der auch von Israel ratifiziert wurde und der Hinrichtungen ohne rechtskräftige Urteile verbietet. Auch hier existieren Argumentationen, die in Analogie zu dem - ebenfalls urteilsfreien - finalen Rettungsschuss einem Staat das Recht zuschreiben, unter bestimmten Umständen Mitglieder von allgemein als terroristisch anerkannten Gruppen beim Verüben eines Terroraktes zu töten. Außerdem sind Tötungen im Zuge militärischer Auseinandersetzungen wohl keine Hinrichtungen im Sinne dieses Vertrages. Ob dieser Vertrag hier zur Geltung kommt hängt also davon ab, ob man die Tötung als Hinrichtung oder als militärische Aktion gegen einen feindlichen Anführer bewertet.
Ranghöchste Person dieser Gruppen war Ahmed Jassin, der am 22. März 2004 bei einem Angriff der israelischen Armee getötet wurde. Ebenfalls getötet wurde am 17. April 2004 der Nachfolger von Jassin, Abd al-Aziz al-Rantisi.
* Beitrag Magdeburger Volksstimme, 8. April 2004 (sc. die Tötung Jassins)
* Interview DLF, Deutschlandradio, 19. April 7.15 Uhr
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